27.12.2018 - 11:04 Uhr
StörnsteinOberpfalz

Verewigt in Schillers "Wallenstein"

Von der Burg Störnstein ist schon lange nichts mehr übrig. Die Burgkapelle St. Katharina hat immerhin bis 1934 existiert. Erwähnt wird der Ort in einem Stück Weltliteratur.

Die Felsen am Burgberg von Störnstein könnten von besseren Zeiten erzählen.

(cr) Die nicht mehr existente Burg Störnstein mit dem gleichnamigen heutigen, 900 Einwohner zählenden Ort, ist von jeher eng verbunden mit der Goldenen Straße: Ihre Burgmannschaft garantierte das sichere Geleit bis zur Grenze nach Bärnau. Damit alles gut funktionierte, dafür war der "Pfleger" der örtlichen Burg zuständig. Diese lag auf einer Höhe von 450 Meter über dem Tal der Floß auf einem Granitfelsen. Nur mehr der Begriff "Schlossberg" erinnert heute daran. Felsblöcke aller Größen liegen herum, wie nach einem Erdbeben in grauer Vorzeit.

Hier stand im 13. Jahrhundert der Herrschaftssitz des "Geschlechts der Störe" im damaligen "Nordgau", Bestandteil einer Burgen-Kette von Parkstein, Neustadt, Wildenau, Flossenbürg und Schellenberg. Ein Salbuch aus dem Jahre 1270 besagt, dass Ludwig der Strenge die Besitzungen, die zur Burg gehörten, von Besitzer Ulrich Störo gekauft habe.

Besitzerwechsel

Vielfach wechselten in den Jahrzehnten die Pfandherren. 1388 ging die Burg an den Wittelsbacher Pfalzgrafen Rupprecht I. über. Durch Auslösung dessen Nachfolgers Rupprecht II. aus der Gefangenschaft des Sachsenherzogs wurde Störnstein böhmisch und ging an Kaiser Karl IV., der die Burg bald darauf kaufte.

Anno 1396, nach dem Tode Karls, verpfändete sie die Krone Böhmens an die Familien Steinlinger, dann an die der Pflug von Rabenstein, der Guttensteiner und Heidecker. 1562 traten erstmals die Lobkowitzer aus Prag als Pfandherren auf, 1575 erwarben sie die Burg zusammen mit der Herrschaft Neustadt von Kaiser Maximilian II. für eine Summe von 30 625 Gulden. Dies war auch die Pfandsumme, die zu hinterlegen war.

Schon damals schien die Burg nicht mehr bewohnt gewesen zu sein, die Steine der öden Burg sollten für einen Turmbau in Neustadt verwendet werden. Einzig die kleine ursprünglich romanische Burgkapelle St. Katharina blieb bis 1934 stehen. Dieses Kirchlein trat in die Literatur ein. In Schillers "Wallenstein" fand bei Neustadt eine Schlacht zwischen den Schweden und den kaiserlichen Truppen statt.

Bei Schillers Held Piccolomini finden wir eine Stelle, wo der schwedische Hauptmann der Tochter Wallensteins, Thekla, Braut des gefallenen Piccolomini, die Todesnachricht überbringt.

Piccolominis Grab

Thekla: Wo ist sein Grab? Hauptmann: In einer Klosterkirche bei Neustadt ist er beigesetzt, bis man von seinem Vater die Nachricht beigezogen. Thekla: Wie heißt das Kloster? Hauptmann: St. Katherinenstift. Thekla: Wie weit es bis dahin? Hauptmann: Sieben Meilen zählt man. Thekla: Wie geht der Weg? Dass Schiller mit den Örtlichkeiten gut vertraut war, kam daher, dass seine Großmutter aus Erbendorf stammte.

Bedingt durch anfallende Reparaturen entschloss sich der Pfarrer von Störnstein 1934 mit dem Abbruch der Kirche zu einem Neubau. Viele Figuren und Bilder der alten Kirche, wie die der Anna Selbtritt oder das Marienbild des Seitenaltars wurden übernommen. Die neue Kirche wurde nach dem Patron des ehemaligen Störnsteiner Wallfahrtskirchleins St. Salvator geweiht.

Kreuzigungsgruppe

Aus dieser Kirche stammt auch das heutige Bild des Patrons rechts vom Hochaltar. Der rechte Seitenaltar ist ein Flügelaltar mit der Hl. Katharina, St. Barbara und St. Ursula, und in den Flügeln links St. Dorothea und rechts St. Appolonia. Der wertvollste Kunstgegenstand der Kirche dürfte die Kreuzigungsgruppe in einem weiteren Altar sein.

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