09.01.2020 - 10:24 Uhr
StörnsteinOberpfalz

Wonnemonat für überhitzte Natur

"Mit einer Jahrestemperatur von 9,5 Grad Celsius war auch dieses Jahr eines der wärmsten", sagt David Frahnow. Seit 19 Jahren zeichnet der Hamburger in Störnstein Wetterdaten auf. 2019 liegt auf Platz vier seiner Statistik.

In Störnstein ging die Temperaturkurve 2019 bis auf 35,8 Grad im Juli nach oben und fiel nur bis auf 12,4 Grad im Februar.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Platz eins hält das Jahr 2018 mit 9,9 Grad, auf Rang zwei folgt 2014 mit 9,6 Grad, Platz drei hat in Störnstein 2015 mit 9,53 Grad inne. 2010 war das kälteste bisher von Frahnow aufgezeichnete Jahr mit einer Temperatur von 6,8 Grad. Damals gab es zwei starke Winter hintereinander 2009 und 2010 sowie 2010 und 2011. Im März 2010 war der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island ausgebrochen und hatte mit einer gewaltigen Aschewolke nicht nur den Flugbetrieb sondern auch das Wetter beeinflusst.

Der Top-Monat 2019 war der Juni nicht nur in Deutschland sondern auch in Bayern und auch im Garten von Frahnows Eltern in Störnstein. Mit einer mittleren Temperatur von 20,7 Grad Celsius war er der wärmste Monat überhaupt. "Über 4 Grad wärmer als das Mittel", staunt der Wetterbeobachter.

Fast 7 Grad unter Rekordmarke

Von den insgesamt 57 Sommertagen gab es 25 im Juni und einen noch im Herbst. Die höchste Temperatur wurde am 25. Juli mit 35,8 Grad erreicht. "Das ist weit weg von den 42,6 Grad Celsius, die der Deutsche Wetterdienst in Lingen als neuen deutschen Rekord gemessen hat."

Die Anzahl der Frosttage geht auch in der Oberpfalz weiter zurück. An 93 Tagen lag die Tagestiefsttemperatur unter null Grad. "Im Mittel sind es 102 Tage", vergleicht der Statistiker die Werte. "Dafür steigt die Anzahl der Sommertag stark an." Im vergangenen Jahr gab es davon 57, im Mittel sind es 41 Tage. Für Frahnow ist das ein klares Zeichen, das es wärmer wird.

Der nasseste Monat war der Mai, an dem 106 Liter Regen am Boden ankamen. Der Wonnemonat war auch der einzige Monat, der zu kühl ausfiel. An 17 Tagen ergaben die Messungen mehr als 10 Liter Niederschlag in 24 Stunden. Lediglich zwei Tage stehen mit Starkregen über 25 Liter in der Statistik.

Neben der Hitzewelle im Juni sorgte 2019 auch das Sturmtief Eberhard am 10. März für ein ungewöhnliches Ereignis. Mit Windspitzen von 99 Stundenkilometern in Störnstein, 93 Stundenkilometern in Weiden und 73 Stundenkilometern in Grafenwöhr sorgte er für hunderte Einsätze der Rettungskräfte und dunkle Abendstunden ohne Licht und Storm.

Auch in Frahnows neuer Heimat Hamburg war 2019 eines der wärmsten Jahre. Die mittlere Jahrestemperatur von 11,0 Grad Celsius war 2 Grad wärmer als das Mittel. Die 9,5 Grad in Störnstein lagen dagegen nur 1,3 Grad über dem Mittel. Während es der Oberpfälzer Ort auf 57 Sommertage brachte, musste sich die norddeutsche Hafenstadt mit 33 begnügen. Auch bei den Frosttagen hatte Störnstein mit 93 die Nase vorn gegenüber nur 37 an der Elbe. Mit 98 Prozent des Mittels hat Hamburg mit 775 Millimetern Niederschlag an 187 Tagen fast das Jahressoll erreicht, während es in Störnstein mit 661 Millimetern nur 86 Prozent waren.

Ruhiges Jahr für Retter

17 Wetterereignisse wie Sturmflut, Gewitter, Sturm und Orkan sowie extreme Hitze registrierte Frahnow in Hamburg. 930 Einsätze der Feuerwehr waren deutlich weniger als 2017. Damals mussten die Retter rund 4800 Mal ausrücken.

"Nach Winter sieht es zunächst einmal nicht aus", blickt der Wetterbeobachter nach vorne. Aber: "Der Schnee-Monat Februar kommt erst noch."

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