24.02.2021 - 08:51 Uhr
StullnOberpfalz

Gemeinderat Stulln gibt grünes Licht für Solarpark

Die Gemeinde Stulln steht der Gewinnung elektrischer Energie durch Photovoltaik aufgeschlossen gegenüber. Auf ihrem Gebiet sind bereits zwei Anlagen in Betrieb. Nun liegt dem Gemeinderat ein weiterer Antrag vor.

Die „Geiselhof Energie GmbH“ möchte eine Freiflächenphotovoltaikanlage errichten. Das Areal liegt nördlich von Geiselhof.
von Herbert RohrwildProfil

Bereits in der Januarsitzung des Gemeinderates Stulln stellte Bernhard Fritsch die Anfrage zur Errichtung einer Photovoltaikanlage nördlich von Geiselhof. Der schriftliche Antrag zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans ging bei der Gemeinde am 8. Februar ein, erinnerte Bürgermeister Hans Prechtl nun bei der Sitzung in der Mehrzweckhalle.

Im Flächennutzungsplan werden die Flurstücke als Flächen der Landwirtschaft dargestellt. Für den geplanten Bau der Freiflächenphotovoltaikanlage sind eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes erforderlich.

Rechtsanwalt Maximilian Burger von der Heussen Rechtsanwaltsgesellschaft in München stellte dem Gemeinderat das Projekt der „Geiselhof Energie GmbH“ im Anschluss näher vor. „Der Standort liegt relativ außerhalb“, betonte er eingangs. Die Entfernung nach Schmidgaden betrage rund 850, nach Vierbruckmühle 650, nach Säulnhof 1000, nach Stulln 2000 und nach Freiung 650 Meter. Das vorgesehene Areal liege nicht im Naturpark. Ein Biotop sei ebenfalls nicht zu berücksichtigen. Relativ wenig Einschränkungen liegen vor. „Die Fläche eignet sich sehr gut“, so sein Fazit.

Auch in Schmidgaden könnten Freiflächen-Photovoltaikanlagen entstehen

Schmidgaden

Detailliert ging der Jurist unter anderem auf folgende Punkte ein: die Mindestbetriebsdauer von 20 Jahren, die Betriebsfläche von circa 20 Hektar, die Erzeugungsleistung von rund 20 Megawattpeak, das Vorliegen der Einspeisezusage, die Herausnahme des Bodens aus der intensiven Bewirtschaftung zur ökologisch-biologischen Aufwertung, die Ausgleichsmaßnahmen sowie auf die Möglichkeit für Bienenkästen und Schafbeweidung.

Der Sprecher verwies darauf, dass durch die geplante Solaranlage rund 7000 Haushalte mit zwei bis drei Personen bei einem Jahresbedarf von 3500 Kilowatt versorgt werden können Die Kohlendioxid-Einsparung betrage etwa 15 280 Tonnen im Jahr gegenüber Öl. Die Gewerbesteuer verbleibe zu 100 Prozent in der Standortgemeinde, führte der Sprecher weiter aus. Der Rückbau sei ebenfalls durch Bankbürgschaften gesichert. Sämtliche Verfahrenskosten übernehme der Vorhabensträger.

Wie der Rechtsanwalt weiter darlegte, fordert der Landesentwicklungsplan die verstärkte Erschließung und Nutzung erneuerbarer Energien. In Bayern sei die Errichtung von Solaranlagen auf Acker- und Grünlandflächen ausdrücklich zugelassen und 2020 sogar weiter ausgedehnt worden. Durch das seit 1. Januar geltende Energie- Einspeise-Gesetz (EEG) werden großflächige Solaranlagen zur Erreichung der Ausbauziele verstärkt gefördert.

Der Repräsentant der Rechtsanwaltsgesellschaft ging umfassend auf die Fragen aus dem Gremium ein. Von den aktuellen Photovoltaikanlagen auf dem Gemeindegebiet sei bis jetzt noch keine Gewerbesteuer geflossen, merkte Bürgermeister Prechtl an. Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Einleitung des Bauleitverfahrens zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes sowie die Änderung des Flächennutzungsplanes in ein sonstiges Sondergebiet Photovoltaik im Parallelverfahren. Der Bebauungsplan erhält den Namen „Solarpark Geiselhof“.

Rechtsanwalt Maximilian Burger stufte die vorgesehenen Flächen als sehr gut geeignet ein.
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