30.07.2021 - 10:04 Uhr
StullnOberpfalz

Kita und Baugebiet: Stulln investiert in die Zukunft

Zu Beginn der Corona-Pandemie befürchtete die Gemeinde Stulln einen Einbruch der Finanzen. Umso erfreulicher waren nun die positiven Aussagen des Kämmerers zum Haushaltsplan 2021.

Für die Erschließung des neuen Baugebiets „Wiesenweg II“ mit 28 Parzellen laufen die Arbeiten auf Hochtouren.
von Herbert RohrwildProfil

„Wir schnüren ein kräftiges Paket mit über sieben Millionen Euro“, freute sich Bürgermeister Hans Prechtl, als bei der Sitzung des Gemeinderates die Verabschiedung des diesjährigen Haushaltes auf der Tagesordnung stand. Er fügte an: Für den anstehenden Neubau einer Kindertagesstätte sind ausreichend Eigenmittel vorhanden. Besonders hervorzuheben seien die freie Finanzspanne und die Rücklagen.

Der Schuldenstand reduziert sich zum Jahresende auf 98 Euro je Einwohner – trotz starker Investitionen. Aktuell ist das Baugebiet „Wiesenweg II“ die größte Baumaßnahme. Im kommenden Jahr wird das neue Kinderhaus angepackt. „Die Handschrift passt, die Richtung stimmt und die Schrittlänge ist beachtlich“, so das abschließende Resümee.

Kämmerer Thomas Krapf präsentierte im Anschluss markante Zahlen zum Haushaltsplan 2021. Das Volumen erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich um circa zehn Prozent auf 7,1 Millionen Euro. Die Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt steigen um 413 000 auf 4,3 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt wächst um 221 400 auf 2,8 Millionen Euro.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie seien bei der Aufstellung des Etats für das Jahr 2020 schwer abschätzbar gewesen, so der Kämmerer. Die damals äußerst zurückhaltend geplanten gemeindlichen Steuereinnahmen seien aber erfreulicherweise deutlich übertroffen worden. Die Einnahmen aus Steuern und allgemeinen Zuweisungen nehmen gegenüber dem Vorjahr um 414 000 Euro zu.

Hohe Investitionen

Die Investitionen in Höhe von annähernd 2,7 Millionen für die neuen Baugebiete – hier geht es vor allem um Grunderwerb und Erschließung – sowie die Planungskosten für den Neubau der Kindertagesstätte bestimmen den Vermögenshaushalt. Die Baukosten für die Kita und die zu erwartenden FAG-Fördermittel sind in den Finanzplanungsjahren 2022 und 2023 berücksichtigt.

Die vorgesehenen Investitionen finanzieren sich durch eine Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 398 300 Euro. Mit dem Stand von 4,4 Millionen zum Jahresende verbleiben die Rücklagen auf einem hohen Niveau. Die baulichen Maßnahmen im Planungszeitraum können ohne Kreditaufnahmen finanziert werden.

Abschließend noch einige statistische Angeben des Kämmerers: Die Gemeinde Stulln liegt mit der Steuerkraft pro Einwohner im Landkreis auf Platz 2, im Regierungsbezirk auf 12 und im Freistaat auf Rang 123. Diese hohe Steuerkraft spiegele sich auch in der Umlagekraft wider. Die Gemeinde hätte – bezogen auf die Einwohnerzahlen – mit 1 147 200 Euro die höchste Kreisumlage zu zahlen. Bei den Schlüsselzuweisungen wird Stulln nicht berücksichtigt.

Schulden sinken stetig

„Der Schuldenabbau nahm ab 2014 eine enorm positive Entwicklung“, betonte CSU-Fraktionssprecher Thomas Rohrwild in seiner Stellungnahme. Die Gemeinde sei faktisch schuldenfrei, so der Zweite Bürgermeister. Die hohe Kreisumlage sollte nicht negativ gesehen werden, verdeutliche sie doch die hohe Steuerkraft der Gemeinde.

Der Sprecher der Kommunalen Wählergruppe (KWG), Franz Jauernig, bezeichnete die Finanzen der Gemeinde Stulln als „pumperlgsund“. Die Rücklagen seien ein schönes Polster und die Kita in trockenen Tüchern. Die Zustimmung des Gremiums zum vorgelegten Haushaltsplan fiel abschließend einstimmig aus.

Grünes Licht für neuen Kindergarten

Stulln
„Wir schnüren ein kräftiges Paket mit über 7 Millionen Euro“, betont Bürgermeister Hans Prechtl (links) in seiner Haushaltsrede. Für die Baukosten der Kindertagesstätte sind im Finanzplan 2022 und 2023 ausreichend Eigenmittel vorhanden, versicherte Kämmerer Thomas Krapf.
Hintergrund:

Eckdaten aus dem Haushalt

  • Verwaltungshaushalt: Einnahmen: Gewerbesteuer (1 400 000 Euro/2020: 1 200 000), Gemeindeanteil an Einkommensteuer (1 100 000 Euro/950 .000), Gemeindeanteil an Umsatzsteuer (140 000 Euro/100 000). Ausgaben: Personal (803 200 Euro/790 .000), Verwaltungs- und Betriebsausgaben (1 368 100 Euro/1 252 200), Kreisumlage (1 147 200 Euro/947 700).
  • Vermögenshaushalt: Einnahmen: Zuführung vom Verwaltungshaushalt (275 300 Euro/303 600), Entnahme aus Rücklagen (419 300 Euro/768 400), Veräußerungen (890 000 Euro/485 000), Beiträge/ähnliche Entgelte (602 000 Euro/425 500), Zuweisungen und Zuschüsse (568 800 Euro/551 500). Ausgaben:
    Investitionsmaßnahmen (2 664 700 Euro/2 448 200), Tilgung (69 700 Euro/69 700).

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