14.02.2020 - 17:36 Uhr
StullnOberpfalz

Prechtl stellt sich der Verantwortung

"Der Tisch eines Bürgermeisters ist nie leer", sagt Hans Prechtl (CSU). Das Stullner Gemeindeoberhaupt stellt sich für eine vierte Amtsperiode zur Bürgermeisterwahl. Ohne Gegenkandidat. "Ich bedaure das", betont er.

Bürgermeister Hans Prechtl ist einziger Kandidat in Stulln. Er bewirbt sich für die CSU um eine vierte Amtszeit.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Ich spüre die Verantwortung und bin bereit, sie zu tragen", sagt Prechtl, und ein bisschen ist ihm das auch in die Wiege gelegt: Sein Großvater war der erste gewählte Bürgermeister Stullns nach dem Krieg. Sein Beruf war auch ein Auslöser, 2002 zu kandidieren: Prechtl war jahrelang im Kommunalreferat des Landkreises Regensburg beschäftigt. "Ein Bürgermeister ist nie fertig", weiß er aus Erfahrung. Gleichzeitig werde das Amt anspruchsvoller: "Die Sachverhalte werden immer komplexer, und die Bürgerschaft wird kritikbereiter." Dennoch: "Bei uns in Stulln ist die Welt schon noch weitgehend in Ordnung." Dafür sorge auch das rege Vereinsleben.

Die Kinderbetreuung ist eines der Hauptthemen, das auf der Agenda des Bürgermeisters ganz oben bleibt. "Wir werden auf jeden Fall eine Kinderkrippe bauen", sagt Prechtl. Eine Krippengruppe ist derzeit behelfsmäßig im Kindergarten untergebracht. In der Diskussion ist, ob die Krippe gleich mit einem neuen Kindergarten kombiniert werden könnte, möglicherweise auch mit einem Hort.

Bei einem Kindergartenneubau dürfte die Gemeinde keine Zuschüsse erwarten, müsste vielleicht sogar Förderung zurückbezahlen, weil die Sanierung des Bestehenden erst kurz zurückliegt. Da gilt es noch abzuwägen. Auch die Schwarzacher Kinder besuchen in Stulln den Kindergarten. Die Grundschule in Stulln mit ihren derzeit vier Klassen in vier Jahrgangsstufen gelte es zu erhalten. Das ist auch ein wichtiges Argument für junge Leute, in Stulln zu bleiben oder hierher zu ziehen. Alle weiterführenden Schulen sind in der Nähe, die Hochschulen nicht weit und schnell über die Autobahn zu erreichen. "Wir haben Kindergarten, Schule, Wirtshaus, Metzger und Bäcker vor Ort und sind gut angebunden", sagt der Bürgermeister. Damit kann Stulln punkten, auch mit vernünftigen Baulandpreisen.

Wenn es um die Ausweisung von Baugebieten geht, setzt Prechtl darauf, die Einwohnerzahl von rund 1650 mindestens zu halten. "Wir hatten schon 1700", weiß der Bürgermeister. 60 bis 70 Wegzüge im Jahr seien im Schnitt aufzufangen. Die 15 Parzellen im aktuellen Baugebiet werden in Kürze unter 30 Bewerbern verlost. Ein weiterer Abschnitt Richtung Brensdorf mit 23 Plätzen ist schon in Arbeit. Erfreulich: "In Stulln gibt es keine Leerstände", weiß Prechtl.

Mit 533 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen am Ort steht Stulln auch wirtschaftlich gut da. Das spiegelt sich auch in der Steuerkraft der Gemeinde wieder, die je Einwohner gerechnet zu den höchsten im Landkreis gehört. Die Rücklagen der Gemeinde seien deutlich höher als die Schulden, erläutert Prechtl. Dennoch gilt es natürlich, die bestehenden Betriebe am Ort zu halten und in ihrer Entwicklung zu unterstützen, sowie um weitere Ansiedlungen zu werben. Auch im Hochwasserschutz für Brensdorf ist Stulln gefordert, hier läuft die zweite Phase des "Naabtalplans". Das Kanalnetz wurde komplett befahren, jetzt soll ein Ingenieurbüro die Daten auswerten. "Das wird eine Handlungsgrundlage", sagt Prechtl. Wo der Kanal marode ist, sind dann auch die Straßen zur Sanierung dran. Auch bei der Trinkwasserversorgung stehen noch Aufgaben an: Ein Ringschluss soll mehr Versorgungssicherheit bringen, eventuell mit den Nachbarn in Nabburg.

"Wir machen hier Sachpolitik", erklärt Prechtl, Parteipolitik spiele keine Rolle und die Zusammenarbeit in den Gremien klappt. Auf der CSU-Liste für den Gemeinderat finden sich auch eine ganze Reihe Nichtmitglieder, erklärt Prechtl. Dass er keinen Gegenkandidaten hat, bedauert der Bürgermeister. Im demokratischen Sinne hätte er einen Herausforderer begrüßt.

Zur Person:

Vierte Amtszeit im Blick

Hans Prechtl feiert Ende Februar seinen 58. Geburtstag, ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter und freut sich über zwei Enkel. Der Diplomverwaltungswirt ist seit 2015 als Regierungsrat persönlicher Referent des Landrats und Pressesprecher des Landratsamts Schwandorf. Der gebürtige Stullner war von 1990 an Gemeinderat, ab 1996 zweiter Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. 2002 wählten ihn die Stullner zu ihrem Bürgermeister.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.