16.03.2020 - 18:37 Uhr
StullnOberpfalz

In Stulln stehen sich zwei gleich starke Blöcke im Plenum gegenüber

Neue Kommunale Wählergruppe Stulln schafft auf Anhieb Stimmenmehrheit und sechs Sitze. Den Ausschlag gibt bei Abstimmungen wie bisher die Stimme des Bürgermeisters.

Simon Obermeier, CSU
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Auch wenn die Bürgermeisterwahl in Stulln keine Überraschungen bereit hielt, da die Wiederwahl von Hans Prechtl (CSU) wohl nie ernsthaft gefährdet war, stellt sich mit Blick auf den Gemeinderat die Sache etwas anders dar. Denn anders als beim letzten Mal standen sich am 15. März nur mehr zwei Blöcke gegenüber - die CSU auf der einen, die neue Kommunale Wählergruppe Stulln auf der anderen Seite.

"Ohne Parteizwang"

Die Kommunale Wählergruppe Stulln mit Franz Jauernig und Josef Nachtmann an der Spitze ist keine Partei, sondern ein Zusammenschluss von Bewerbern ohne Parteizwang "zum Wohle aller Bürger von Stulln", wie es in einer Pressemitteilung der Gruppierung heißt.

Jede Seite präsentiert sich im neuen, zwölfköpfigen Gemeinderat mit jeweils zwei neuen Gesichtern, so dass ein Drittel des Gremiums aus Neulingen besteht. Wobei die Kommunale Wählergruppe Stulln rund 1300 Stimmen oder fast sieben Prozent mehr auf sich vereinigen konnte als die CSU.

Diesmal ohne Bürgerforum

Seit der letzten Kommunalwahl 2014 sind die CSU (6 Räte), die SPD (2), die Freien Wähler (3) und das Bürgerforum (1) im zwölfköpfigen Gemeindegremium vertreten. Das Bürgerforum (BF), im Vorfeld der Kommunalwahl von 2002 gegründet, als die CSU Hans Prechtl als Kandidaten nominiert hat, statt des amtierenden Bürgermeisters Franz Rauch, hat sich bereits vor geraumer Zeit aufgelöst. Auch der BF-Vertreter im Gemeinderat, Martin Eules, hörte im Vorfeld der aktuellen Wahl auf.

Die drei Gemeinderäte der Freien Wähler, Franz Jauernig, Hubert Obermeier und Jürgen Vetter, sowie die beiden der SPD, Josef Nachtmann und Alexander Schießl, wollten hingegen ihre Arbeit im Gremium gerne fortsetzen. Den Wählern präsentierten sie sich gemeinsam auf der Liste Kommunale Wählergruppe Stulln.

53 Prozent für Wählergruppe

Schießl, vorab auf Platz 8 gereiht, schaffte von den Genannten als einziger den Sprung in den Gemeinderat nicht mehr. Dafür sind Thomas Pröls (Platz 3 der Liste) und Thomas Kiener (Platz 12) neu im Rat vertreten.

Zwei neue Gesichter gibt es auch aufseiten der Christsozialen. Es sind Simon Obermeier, der auf Platz 10 angetreten war, und Stefan Wittmann (Platz 9), der für Hans Prechtl in den Gemeinderat nachrückt. Prechtl hatte zwar die zweitmeisten Stimmen der CSU-Räte, tritt aber als Bürgermeister seine Aufgabe als Gemeinderat nicht an.

Als die Auszählung vorbei war, fanden sich aufseiten der CSU knapp 47 Prozent der Stimmen, bei der Kommunalen Wählergruppe Stulln etwa mehr als 53 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei exakt 69 Prozent - das waren 935 Wähler.

Der CSU ist es bei dieser Wahl nicht gelungen, ihre Bürgermeister-Mehrheit (sechs Räte und der Bürgermeister) weiter auszubauen. Auch nach dem letzten Sonntag haben sie weiterhin nur diesen knappen personellen Vorsprung. Stimmenkönig der Christsozialen wurde Thomas Rohrwild, auf den 1022 Voten entfielen.

Am meisten für Jauernig

Aber auch die Gegenseite hat sich dahingehend verrechnet, dass eine Bündelung der Kräfte zu mehr Sitzen im Gemeinderat führen würde. Die Kommunale Wählergruppe kam wie die CSU auf sechs Sitze. Die meiste Zustimmung erhielt dabei Franz Jauernig, der die Abstimmung mit 1169 Stimmen verließ und damit auch die meisten Einzelstimmen aller Bewerber erhalten hatte. Als dritter aller Kandidaten knackte Hubert Obermeier die 1000er-Grenze (1091 Stimmen). Insgesamt gab es 20 489 gültige Stimmen für beide Seiten.

Die knappe Mehrheit erfüllen CSU und den wiedergewählten Bürgermeister Hans Prechtl natürlich mit Freude. "Das bedeutet aber auch eine große Verpflichtung", betonte Prechtl.

Die Sitzverteilung:

CSU: 9578 Stimmen (46,7 Prozent), 6 Sitze (2014: 47,5/6)

Kommunale Wählergruppe Stulln: 10 911 Stimmen (53,3 Prozent), 6 Sitze (2014: -/-)

Stefan Wittmann, CSU
Thomas Pröls, Kommunale Wählergruppe Stulln
Thomas Kiener, Kommunale Wählergruppe Stulln
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.