Vier Generationen leben zusammen in einem großen Haus am Ortsrand von Aichazandt. Ganz oben im zweiten Stock wohnt die Familie Hiltl, die Eltern Sabrina und Benjamin mit den Kindern Sophia, Luisa und Lukas. Sophia besucht die achte Klasse des Herzog-Christian-August-Gymnasiums (HCA) in Sulzbach-Rosenberg und wird dort zurzeit sehr beachtet und bewundert. „Sogar unser Schulleiter Ulrich Zänker ist mit nach München gefahren“, erzählt sie im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Der Anlass dafür war die Preisverleihung des Landeswettbewerbs „Experimente antworten“ im Deutschen Museum, und Sophia war die einzige Preisträgerin aus der Bildungsregion Amberg-Sulzbach.
„Experimente antworten“ ist ein naturwissenschaftlicher Wettbewerb in Bayern, der sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10 richtet. Er fand im Schuljahr 2023/24 in drei Wettbewerbsrunden statt. Unter den 3000 Einsendungen waren auch die von Sophia, die von einer Jury als „superpreis-würdig“ beurteilt wurden. „Von unserer Schule war ich die einzige", beschreibt sie ihre Bewerbung. An den vorausgegangenen Wettbewerbsrunden hatte sie dreimal die Bewertung „Mit großem Erfolg“ erhalten und sich damit für die Preisverleihung qualifiziert.
Viele Arbeitsstunden
„Leicht war es nicht“, gibt die junge Forscherin zu, und auch ihr Vater Benjamin Hiltl berichtet von vielen Arbeitsstunden, die die einzelnen Experimente gekostet haben: „Auch Nachtsitzungen waren dabei, wenn wir die Reaktion von Versuchen beobachten mussten“. Die Mappen, in denen alle Experimente mit Texten, Fotos, Grafiken und Zeichnungen professionell dokumentiert sind, sprechen von der Freude an und mit dieser Arbeit. Die Themen der drei Wettbewerbsrunden lauteten „It's Party Time“, „Jetzt wird’s bunt“ und „Im richtigen Licht?“ Bei allen Aufgaben ging es in die Bereiche Physik und Chemie, von denen Sophia sagt: „Die mag ich“. Ideen zu ihrer Forschungsarbeit fand sie im Schulunterricht, im Beobachten von Natur und Umwelt, auch in naturwissenschaftlicher Literatur. Zum Dokumentieren und perfekten Gestalten der Unterlagen trug als „Handlanger“ Vater Benjamin bei.
Beim Party-Thema untersuchte Sophia den Zuckergehalt in Softdrinks und Fruchtsäften. Nach aufwändigen Experimenten wurde sie dann vom Ergebnis überrascht: „Bananen- und Orangensaft enthalten mehr Zucker als Fanta und Sprite“. Bei der Lösung der zusätzlichen Aufgabe, wann ein Getränk als süß empfunden wird, spannte Sophia ihre Familie als Testpersonen ein. Selber natürliche Farbstoffe herstellen war der Auftrag beim Thema „Jetzt wird’s bunt“. Zwiebelschalen, Bärlauch, Blaukraut, Erdbeeren und Möhren wurden in verschiedene Flüssigkeiten wie Wasser, Essig, Natron oder Soda gelegt und beobachtet, wie sich ihre Farben unterschiedlich veränderten.
Wasserschlauch und Spiegel
Die Experimente zum Thema „Im richtigen Licht?“ fanden im Freien statt. „Wir hatten einen Wasserschlauch und einen Spiegel“, beschreibt Benjamin Hiltl die Arbeit seiner Tochter, „und damit haben wir einen Regenbogen erzeugt“. Mithilfe eines Spiegels im Wasser und eines Prismas sei es Sophia gelungen, Licht in die Farben des Regenbogens zu zerlegen.
Diese Experimente und deren Ergebnisse haben die Jury in München beeindruckt. „Sie haben mich zum Staunen gebracht“, gestand Kultusministerin Anna Stolz bei der Preisverleihung im Deutsche Museum in München. „Da wurden mit einfachen Alltagsgegenständen wie Produkten aus dem Baumarkt oder der Drogerie faszinierende naturwissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen“. Sie nannte die Eigenschaften, die zukünftige Forscherinnen und Forscher ausmachen, nämlich Kreativität, Neugier und Ausdauer. Auch Ministerialdirigent Wolfgang Mutter, der die Preise und Urkunden überreichte, gratulierte Sophia Hiltl und den anderen Siegerinnen und Siegern. Gleichzeitig dankte er den Lehrkräften, „die mit Begeisterung unsere jungen Talente inspirieren und unterstützen“.
Wettbewerb im Blick
Sophia Hiltl war in Begleitung ihres Vaters in München. Beide fanden den Festakt mit den Reden, der Musik und der Bewirtung sehr schön. Wieder daheim in ihrer Schule wurde ihr zu ihrem großen Erfolg herzlich gratuliert. Fachlehrer Roland Merkl führte die Superpreisträgerin durch die Klassen, nannte sie ein Vorbild und rief Schülerinnen und Schüler zum Nachahmen auf. Für Sophia heißt es jetzt in den Herbstferien erst einmal Durchatmen. Reiten, Laufen, Musizieren und Zusammensein mit Freundinnen stehen auf ihrem Freizeitprogramm. Dann aber, die Themen kennt sie bereits, geht es wieder los mit den Vorbereitungen für „Experimente antworten 2025“. Denn bei den nächsten Wettbewerben will sie nicht nur selber dabei sein, sondern mit Luisa, ihrer elfjährigen Schwester gemeinsam antreten.
Schülerlandeswettbewerb „Experimente antworten“
- Der Bayerische Schülerlandeswettbewerb „Experimente antworten“ richtet sich an Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10, die durch Experimente und praktische Forschungen ihre Ideen vorstellen können
- Zeichnet die besten Arbeiten auf Landesebene mit Urkunden und Sachpreisen aus; herausragende Projekte erhalten eine zusätzliche Ehrung
- Ist ein idealer Einstieg für jüngere Jugendliche, die sich für Naturwissenschaften und Technik interessieren und erste Erfahrungen im Bereich des Experimentierens sammeln möchten
























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