16.08.2021 - 16:18 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Nach 20 Jahren: Pfarrer Walter Hellauer verlässt St. Marien in Sulzbach

Vor 20 Jahren wurde Walter Hellauer Stadtpfarrer in St. Marien. Nun ist die Zeit des Abschiednehmens gekommen – ab September wird er in Cham die Gemeinde St. Jakob leiten. Beim Abschiedsgottesdienst reichten die Sitzplätze nicht aus.

Während der Festmesse zum Patrozinium St. Mariä Himmelfahrt überreicht Pfarrgemeinderatsvorsitzender Richard Reisinger eine Fotocollage an Pfarrer Walter Hellauer.
von MÜBProfil

Mit einer Festmesse zum Patrozinium St. Mariä Himmelfahrt hat sich Stadtpfarrer Walter Hellauer nach zwei Jahrzehnten Wirkenszeit von seiner Pfarrgemeinde in Sulzbach verabschiedet. Mit festlichem Orchester und Gesang zog Hellauer bei schönstem Sommerwetter in St. Marien ein. Viele Gläubige wollten dem Abschiedsgottesdienst ihres Stadtpfarrers beiwohnen, der Andrang war groß: Weil wegen der Corona-Auflagen nicht alle Plätze besetzt werden durften, mussten manche Kirchgänger in den Eingängen stehen.

In der Kirche wurde Hellauer von seiner Gemeinde erwartet, von seinem evangelischen Kollegen, Dekan Karlhermann Schötz in Begleitung von Pfarrer Dr. Roland Kurz, Landrat Richard Reisinger, Bürgermeister Michael Göth, den Mallersdorfer Schwestern und der Familie Hellauer.

In seine Abschiedspredigt sprach Pfarrer Hellauer von Johannes Maria Vianney, der als Heiliger Pfarrer von Ars berühmt wurde. Auf dem Weg in seine neue Pfarrei verirrte er sich. Der Hirtenjunge Antoine Givre zeigte ihm den Weg nach Ars. Darauf folgte eine der wohl berühmtesten Aussagen des Johannes-Maria Vianney: "Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt, ich werde Dir den Weg zum Himmel zeigen." Für Christen sei nicht der Weg das Ziel, für sie ist der Himmel das Ziel.

"Aber heute gilt es Abschied zu nehmen, all die Jahre seit 2001 war ich gerne hier Pfarrer. Ich habe befürwortet, dass die Amtszeit eines Pfarrers begrenzt sein muss, trotzdem fällt es mir schwer, mich heute verabschieden zu müssen, denn viele von Ihnen sind mir in den 20 Jahren ans Herz gewachsen", brachte Hellauer gerührt zu Ausdruck.

Hellauer hilft mit Eiern aus

Zum Schluss der Messe verabschiedete sich Dekan Schötz von Walter Hellauer: "Besser ein Nachbar in der Nähe als ein Bruder in der Ferne" und erzählt von anfänglichen Begegnungen mit dem Geistlichen, der auch mal ganz profan mit Eiern ausgeholfen hat. "Lieber Walter, ich danke dir für die brüderliche und freundschaftliche Nachbarschaft, danke und Vergelt's Gott." Die guten Wünsche von Dekan Schötz wurden mit Beifall der Gemeinde bedacht, denn die Ökumene hat in dieser Stadt besondere Bedeutung.

Erster Bürgermeister Michael Göth bedankte sich bei Hellauer im Namen der Stadt mit seinen Bürgern und Bürgerinnen für sein vielfältiges Wirken in der Gemeinde, wie beispielsweise in Kindergärten und insbesondere für die Durchführung der Annabergfestwochen. "Ich wünsche dir eine gute erfüllte Zeit an deiner neuen Wirkungsstätte." Göth endete mit dem Wunsch auf ein Wiedersehen vielleicht auf dem Annaberg."

"Die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen"

Landrat Richard Reisinger, zugleich Sprecher des Pfarrgemeinderats, reflektierte die vergangenen Zeiten mit Walter Hellauer, bevor er wieder einmal Immanuel Kant zitiert: "Die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen, diesen irdisch-säkularen Dreisatz, wünsche ich dir auf dem Weg nach Cham und bei deinem seelsorgerlichen Wirken im Bayerischen Wald."

Zur Erinnerung erhielt Pfarrer Hellauer eine Fotocollage der von ihm betreuten Kirchen in Sulzbach und eine Zuwendung für den Neustart in Cham. Mit einem herzlichen Montan-Gruß "Glück auf" endete Reisinger, bevor die Gäste Gelegenheit hatten, sich beim Empfang auf dem Pfarrplatz persönlich von ihrem Pfarrer zu verabschieden.

Der neue Pfarrer in Sulzbach, Herbert Mader, stellt sich vor

Sulzbach-Rosenberg

Walter Hellauer hat seine letzte Annaberg-Festwoche eröffnet

Sulzbach-Rosenberg
Pfarrer Hellauer im Altarraum von St. Marien mit Kaplan Lucas Lobmeier, im Hintergrund die evangelischen Geistlichen Dekan Karlhermann Schötz und Pfarrer Roland Kurz, die zur Abschiedsmesse gekommen waren.
Die Mallersdorfer Schwestern wirkten jahrelang bis 2019 im Altenheim St. Barbara, inzwischen verbringen sie ihren Lebensabend in ihrem Stammhaus in Mallersdorf - kamen aber zum Abschied von Walter Hellauer natürlich nach Sulzbach-Rosenberg.
Pfarrer Hellauer zieht aus der Kirche St. Marien aus.

"All die Jahre seit 2001 war ich gerne hier Pfarrer. Ich habe befürwortet, dass die Amtszeit eines Pfarrers begrenzt sein muss, trotzdem fällt es mir schwer, mich heute verabschieden zu müssen, denn viele von Ihnen sind mir in den 20 Jahren ans Herz gewachsen."

Pfarrer Walter Hellauer in seiner Abschiedsrede

Pfarrer Walter Hellauer in seiner Abschiedsrede

 

 

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