25.05.2020 - 15:28 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Altstadt und Arkaden als Einheit planen

Von der Kritik von SuRo 2030 an den Oberpfalz-Arkaden mag man halten, was man will. Doch eine ehrliche Debatte über Potenziale und Risiken des neuen Bauprojekts ist wichtig. Altstadt und Arkaden dürfen sich nicht gegenseitig ausstechen.

Das Liliencenter ist bald Geschichte. Am Bierhalsberg werden die Oberpfalz-Arkaden errichtet. In Sulzbach-Rosenberg sorgt das für Gesprächsstoff.
von Tobias Gräf Kontakt Profil
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Die Vertreter von SuRo 2030 wissen, dass sie mit ihren laut geäußerten Bedenken an der Bauplanung der Oberpfalz-Arkaden Stoff für eine hitzige Debatte liefern. Doch genau das ist es, was sie wollen: Einem zentralen Bauprojekt, das die Stadt auf Jahrzehnte hin prägen wird, die nötige Aufmerksamkeit zu verschaffen. Denn die vermisst die Wählervereinigung bislang - und hält das für fatal. Sollte das Einkaufszentrum errichtet werden wie geplant, würden Altstadt und Oberpfalz-Arkaden gegeneinander ausgespielt, so die Befürchtung. Dass sich insbesondere die Ladeninhaber in der Altstadt bisher nicht aktiv gegen die drohende Konkurrenz durch ein Einkaufszentrum mit stark wachsender Fläche für Einzelhändler wehren, ist SuRo 2030 unbegreiflich.

Schon einmal, vor 20 Jahren beim Bau des Liliencenters, war die Euphorie groß - zu Unrecht, wie das weitgehend leerstehende Areal am Bierhalsberg inzwischen beweist. Um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, dürfe der Bau der Arkaden nicht überstürzt werden, fordern die Vertreter der Bürgerliste. Durch die Wahl zum Stadtrat, bei der die Wählervereinigung drei Sitze erhalten hat, fühlen sich deren Vertreter in ihrem Anliegen, genau hinzuschauen, gestärkt.

Im Redaktionsgespräch betonen sie aber, keine pauschalen Nein-Sager zu sein. "Wir sind nicht gegen alles und jeden. Wenn etwas Sinn macht, stimmen wir auch zu, aber man muss vorher schon hinterfragen", erklärten sie.

Ob man den lokalpolitischen Aufschlag von SuRo 2030 nun als Profilierungsdrang von Stadtratsneulingen abqualifiziert oder für überfällige Anregungen an einem mit Defiziten geplanten Bauprojekt hält: Dass die Bürger genau hinschauen sollten, wenn es um ein Generationenprojekt geht, ist richtig. Damit die Stadt auch künftig lebenswert und attraktiv bleibt, braucht es perspektivisch eine ganzheitliche Entwicklung, in der auch die Storg-Ruine als Verbindungsglied zwischen Altstadt und Arkaden integriert wird.

Die Wählervereinigung SuRo 2030 bemängelt die Bauplanung zu den Oberpfalz-Arkaden - und das fehlende Interesse vieler Bürger an der Möglichkeit zur Planeinsicht.

Sulzbach-Rosenberg

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