05.08.2020 - 15:19 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bahnstrom-Trasse im Fokus: Drei Fragen an Henner Wasmuth

Kritik an der Bahn kommt auch vonseiten der Jungen Union im Landkreis Amberg-Sulzbach. Ihr Vorsitzender Henner Wasmuth findet klare Worte im SRZ-Interview.

Henner Wasmuth.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

ONETZ: Herr Wasmuth, wie stellt sich die Fraktion der Jungen Union im Kreistag zu der Diskussion über die Bahntrasse?

Henner Wasmuth: Zunächst einmal stehen wir der Elektrifizierung grundsätzlich positiv gegenüber. Wir halten sie mittelfristig für äußerst wichtig für die Infrastruktur, auch im Hinblick auf die Metropolregion. Eines ist aber auch klar: Wir lehnen eine Bahnstromtrasse grundsätzlich ab, solange kein Planungsauftrag für die Elektrifizierung unserer Strecke Nürnberg-Irrenlohe vorliegt. Wir wollen nicht eine Naturbelastung tragen und dann vielleicht gar keinen Nutzen davon haben.

ONETZ: Was werfen Sie der Bahn vor?

Henner Wasmuth: Die DB hält sich wohl aus taktischen Gründen sehr bedeckt, benutzt eher schwammige Formulierungen in ihren Informationen und legt für die aktuell vorgesehene Trasse und die weiteren Alternativen keinen 3-D-Plan vor. Nur mit dieser 3-D-Planung könnte jeder Bürger die Trassen vergleichen und nach Abständen und Größen beurteilen. Wie eine elektrifizierte Bahnstrecke aussehen kann, wäre somit auch sofort sichtbar, wenn die Stromtrasse gleich auf diesen Masten geführt werden würde. Die Bahn verweigert auch kategorisch die Alternative des Strombezugs aus öffentlichen Netzen, und sie spielt nicht mit offenen Karten.

ONETZ: Wie sehen Sie ganz persönlich die Situation?

Henner Wasmuth: Ich habe jetzt zweieinhalb Jahre in einem Ingenieurbüro gearbeitet und kann auch aus meinem vom familiären Hintergrund geprägten Wissen sagen: Wenn die Bahn selber plant, der Bund bezahlt und der Freistaat nur das Raumordnungsverfahren macht, bleiben Kommunen und Landkreis außen vor. Das macht die Handhabung vor Ort eher schwierig.
Die Junge Union und die Kreistagsfraktion stellen sich absolut hinter die Interessensgemeinschaft und fordern eine ehrliche Prüfung von mindestens zwei Alternativen. Der angedachten Lösung entlang der B 14/B 85 trauen wir auch nicht so ganz. Vorsicht ist geboten.

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