15.11.2020 - 15:34 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bank-Daten an Betrüger weitergegeben

Telefon- und Internetbetrüger scheinen auch in Sulzbach-Rosenberg Hochkonjunktur zu haben. Nach einem aktuellen Fall, bei dem hochsensible Bankdaten weitergegeben wurden, könnten im schlimmsten Fall mehrere Tausend Euro verloren sein.

Seit gut einem Jahr können TAN-Papierlisten beim Online-Banking nicht mehr verwendet werden. Mittlerweile werden die Nummern digital aufs Handy übermittelt. Eine 61-jährige Sulzbach-Rosenbergerin hat solche sensiblen Daten an einen Betrüger weitergegeben. Nun ermittelt die Polizei.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Eine 61-jährige Frau aus Sulzbach-Rosenberg kam am Freitagnachmittag zur Wache der örtlichen Inspektion, um Strafanzeige wegen Ausspähens von Daten und Betrug zu erstatten.

Laut Informationen der Polizeiinspektion, hatte sie kurz zuvor einen Anruf eines angeblichen Sicherheitsbeauftragten ihrer Hausbank erhalten. Hierbei wurde die tatsächliche Telefonnummer ihrer Hausbank angezeigt und die männliche Person am anderen Ende sprach die Frau mit ihrem richtigen Familiennamen an.

Diese Tatsachen erweckten bei der Geschädigten alleine schon den Anschein, dass tatsächlich ein Mitarbeiter ihrer Bank in der Leitung sei. Die Person jüngeren Alters fragte, ob heute eine Überweisung im Online-Banking getätigt wurde. Als die Frau dies verneinte, täuschte der Täter vor, dass von dem Konto der Dame eine unberechtigte Überweisung in Höhe von 4999 Euro abgewickelt worden sei. Er benötige eine TAN-Nummer, um diese Überweisung zu stornieren.

Transaktionsnummer ergaunert

Tatsächlich bekam die Geschädigte in der App ihrer Bank eine TAN-Nummer auf ihr Smartphone übermittelt. Diese gab sie bedauerlicherweise dem Täter am Telefon weiter. Kurz darauf meldete sich die gleiche Person nochmals und gaukelte eine weitere unberechtigte Überweisung in Höhe von 1500 Euro vor. Um diese zu stoppen, benötige er nochmals eine TAN-Nummer. Auch diese erhielt er in selber Art und Weise von der überrumpelten Frau.

Wie die örtliche Polizei angibt, sei das Konto der Dame offenbar bereits im Vorfeld gehackt worden, um die Überweisungen anzustoßen und die Übertragung der TAN-Nummern zu veranlassen. Erst nach Rücksprache mit ihrem Sohn und einem Anruf bei der Hausbank kam der Betrug auf. Da es sich um eine Überweisung handelte, kann diese vermutlich nicht mehr rückgängig gemacht werden. Im schlimmsten Fall ist der Dame somit ein Vermögensschaden in Höhe von fast 6500 Euro entstanden.

Die örtliche Polizeidienststelle weist nochmals darauf hin, dass sich eine Bank niemals telefonisch melden wird, um sensible Daten von einem Kunden zu erfragen. Dies gilt insbesondere für Transaktionsnummern (TAN). Auch in anderen Bereichen warnen die Ordnungshüter eindringlich davor, persönliche Daten am Telefon an Dritte weiterzugeben.

Weiterer Fall von Telefonbetrug

Sulzbach-Rosenberg
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Tipps der Polizei

  • Daten-Anforderung
    Kreditinstitute fordern grundsätzlich keine vertraulichen Daten per E-Mail, per Telefon oder per Post an.
  • Daten-Übermittlung
    Übermitteln Sie keine vertraulichen Daten (Passwörter oder TANs) per Telefon oder E-Mail.
  • Sichere Verbindung
    PIN und TANs nur dann eingeben, wenn eine gesicherte Verbindung mit Ihrem Browser hergestellt ist.
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