25.01.2021 - 17:05 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bauhöfe im Einsatz: Winter ohne Rücksicht auf Corona

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Der Winter nimmt keine Rücksicht auf die Corona-Pandemie, die Bauhöfe im Landkreis Amberg-Sulzbach dagegen schon. Sie müssen im Einsatz gegen Eis und Schnee auch auf Abstand und Hygiene achten.

An manchen Stellen im Stadtgebiet geht’s beim Winterdienst auch richtig eng zu. Vernünftiges Verhalten schützt hier meist vor Schäden.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Wenn auf den Gemeindeverbindungs- und Ortsstraßen im Stadtgebiet von Sulzbach-Rosenberg Bauhof, Stadtgärtnerei und private Dienstleister im Einsatz sind, seien gerade jetzt durchdachte Dienstpläne notwendig, um den Infektionsschutz zu gewährleisten. "Wir machen deshalb zeitversetztes Arbeiten möglich, bauen auf feste Trupps und legen weiterhin ein starkes Augenmerk auf Abstände und Hygiene untereinander", nennt Tobias Bauschke als stellvertretender Bauhofleiter die Grundvoraussetzung für den gegenwärtigen Winterdienst.

Plan in zwei Stufen

Bewährt habe sich dabei über die Jahre für rund 145 Kilometer städtische Straßen auch der Zwei-Stufen-Plan, der in der ersten Stufe die Zufahrten zum Krankenhaus und den Rettungsdiensten, ÖPNV-Busstrecken, Hauptverkehrs- und Wohnsammelstraßen sowie Strecken zu Industrie- und Gewerbegebieten beinhalte. Erst danach seien alle anderen Siedlungsstraßen, Nebenwege und Sackgassen an der Reihe.

„Wir machen deshalb zeitversetztes Arbeiten möglich, setzen auf feste Trupps und legen weiterhin ein starkes Augenmerk auf Abstände und Hygiene untereinander.“

Tobias Bauschke, stellvertretender Leiter des Bauhofes

In Sachen Intensität der winterlichen Straßenverhältnisse spricht Tobias Bauschke im Rückblick auf die beiden vergangenen Jahre von einem deutlichen Anstieg der Einsatzzeiten. "Das merken wir natürlich sofort, da es aus meiner Sicht in den Jahren 2019 und 2020 überwiegend nur Streudienste gab. Schnee war da eher Mangelware", bewertet der Bauhof-Vize die anhaltende Situation, in der der Sulzbach-Rosenberger Bauhof aktuell sieben Fahrzeuge im Einsatz hat.

Rücksicht gefragt

Vordringlich würden dabei die in Räum- und Streuplänen eingeteilten Straßen der Stufe 1 gesichert. Je nach Schneefall dauere das zwischen vier bis sechs Stunden. Sollte es durchgängig weiter schneien, würde erst die Stufe 1 nochmals bedient, ehe mit den Sicherungsarbeiten bei Stufe 2 begonnen werde. "Wir sind bei Bedarf bereits ab 3 Uhr in zwei Schichten im Winterdienst. Die Arbeiten beenden wir in der Regel gegen 21 Uhr, können aber bei extremer Eisglätte auch problemlos bis 23 Uhr weitermachen", sagt Tobias Bauschke.

Wie im weiteren Pressegespräch deutlich wird, will der Bauhof niemand Absicht beim Abstellen von Autos in engen Straßen oder beim Ablagern von Schnee an ungeeigneten Plätzen unterstellen. Die "Männer in Orange" appellieren allerdings stets an Vernunft und Rücksichtnahme der Bürger, um Behinderungen oder gar Beschädigungen zu vermeiden, was laut Bauhof auch in aller Regel sehr gut funktioniere.

Betriebshof Amberg

Nach Informationen von Susanne Schwab, Pressesprecherin der Stadt Amberg, meldet Josef Alzinger als Leiter des dortigen Betriebshofes bisher einen normalen Verlauf des Winterdienstes ohne Engpässe. Auch in Amberg seien die Dienste unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes eingeteilt, es gebe zeitversetzte Alarmierungen und unterschiedliche Pausenzeiten. Im Gegensatz zu Sulzbach-Rosenberg etwa werde in Amberg in den Wohngebieten nicht geräumt. Dennoch streue der Betriebshof in der Sulzbach-Rosenberger Nachbarstadt im Winterdienst mehr als 230 Kilometer Straßen, wofür 20 Fahrzeuge im Einsatz seien.

Baubetriebshof des Landkreises

Wie Christine Hollederer als Pressesprecherin des Landkreises Amberg-Sulzbach am SRZ-Telefon sagt, könne Kreisbauhof-Leiter Wolfgang Kirsch in der aktuellen Wintersaison bereits auf 42 Einsatztage verweisen. Auch der Salzverbrauch mit etwa 1100 Tonnen sei im Vergleich zum Vorjahr auf den 371 Kilometern Kreisstraßen deutlich angestiegen. Natürlich würden auch für diesen Betriebszweig des Landkreises die aktuellen Coronaregeln genau befolgt, um mit insgesamt 14 Einsatzfahrzeugen weiterhin täglich ab 4 Uhr einen problemlosen Winterdienst zu gewährleisten.

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