Ob künftig einmal mehr als 70 Wohneinheiten im neuen Baugebiet „Katzenberg Nord“ in Sulzbach-Rosenberg entstehen, kann nach Ansicht von Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht gesagt werden. „Wir befinden uns zurzeit in der Bauleitplanung, die unter anderem auch Klarheit über die Zufahrten bringen soll. Erst wenn diese abgeschlossen ist, kann ein Bebauungsplan aufgestellt werden, der alle weiteren Vorgaben für Interessenten enthält. Es ist also nichts entschieden“, so die Referatsleiterin. Genau das war die Botschaft, die von den Anwohnern der Sauerzapfstraße sicher ganz genau registriert wurde, wollen sie doch genau auf diese Bauleitplanung Einfluss nehmen. Konkret geht es ihnen um eine dritte Zufahrt in das neue Wohngebiet und den vollständigen Erhalt der Streuobstwiese. Bürgermeister Stefan Frank bot deshalb einen Gesprächstermin vor Ort an, um sich den Fragen der Bürger zu stellen, aber auch um den Status quo und die Absichten des Stadtrates und der Verwaltung darzustellen.
Für die Anwohner übernahm Waltraud Gnahn die Begrüßung der Gesprächsrunde, bei der etwa 40 Personen ihr Interesse bekundeten. Wie sie schilderte gehe es einem Großteil der Anwohner um eine gleichmäßige Verteilung des Verkehrs auf drei Zufahrten und um den Erhalt der Naturflächen. Sie erinnerte an den Klimawandel mit entsprechenden Folgeerscheinungen und stellte grundsätzlich infrage, ob es solche großen Wohngebiete in der jetzigen Zeit überhaupt noch brauche. Grundsätzlich wurde in ihren Worten aber auch deutlich, dass es den Anwohnern auch darum gehe, angehört und ernst genommen zu werden. Das sicherte das Stadtoberhaupt auch gleich eingangs zu. Er erinnerte daran, dass bereits verschiedene Gutachten gezeigt hätten, dass auf besagtem Gelände eine Bebauung möglich sei und zwei Zufahrten, eine über die Schießstätte und die andere über die Steigerstraße, ausreichend seien. „Wir wollen auch die Streuobstwiese insgesamt erhalten und nach Norden hin zusätzlich erweitern“, konnte Frank einige Befürchtungen zerstreuen.
Früher Planungsstand
Dennoch erinnerte er die Anwesenden daran, dass jetzt eigentlich in diesem frühen Planungsstand nur um die Zufahrten gehe. Bei der dritten im Osten gestalten sich allerdings die Besitzverhältnisse und eine mögliche Belastung mit Hochofenschlacke im Untergrund als Problemfelder. Hier wolle die Stadt quasi nicht die Katze im Sack kaufen und Altlasten übernehmen. Diese Aussage wiederum rief Harald Abert, Josef Brummer und Thomas Steiner von der Umweltschutzinitiative auf den Plan. Sie plädierten wie viele andere Anwohner auch, zunächst einmal Bodenuntersuchungen und Probebohrungen abzuwarten, ob das Gelände, das für eine dritte Zufahrt über die Sauerzapfstraße vom Freistaat Bayern gekauft werden müsste, überhaupt noch belastet sei, denn es hätten auch schon vor Jahren Sanierungsarbeiten im Deponiegelände stattgefunden, bei denen Erdreich in Tiefen von 10 bis 30 Metern abgetragen worden sein soll. Naturgemäß sehen einige Anwohner im Ostbereich eine dritte Zufahrt kritisch, die an ihren Häusern vorbeiführen würde. Sie wären mit der jetzigen Situation durchaus einverstanden.Laut Frank hätten diese Bürger auch schon immer mit Belastungen leben müssen, die von der nahen B 14 ausgingen.
Thomas Steiner nahm diese Tatsache ebenfalls zur Kenntnis, verwies gegenüber Anwohnern, Stadtbaumeisterin und Rathauschef aber auf eine gleiche Verteilung, um nicht nur einen Teil der Sauerzapf-Anlieger zu belasten. Sein Vorschlag war deshalb, erst die Probebohrungen abzuwarten, die Erkenntnisse darüber bringen würden, ob noch Altlasten vorhanden seien. „Dann könnte ja man über einen Grunderwerb nachdenken, der eine dritte Zufahrt oder wenigstens einen Geh- und Radweg möglich machen würde.“ Wie Petra Schöllhorn aus ihrer Erfahrung bei der Erschließung von anderen Wohngebieten berichtete, hätten die Sauerzapfstraßen-Anlieger nun seit Jahrzehnten freie Sicht nach Norden gehabt, was sich mit dem neuen Wohngebiet dann ändere. „Ähnlich war es in Kempfenhof, wo sich Bewohner am Rand nicht mit der neuen Bebauung abfinden wollten. Jetzt ist das aber kein Problem mehr“, berichtete die Leiterin des Baureferats.
Zwei Zufahrten ausreichend
Für sie und diese Auffassung teile auch der Bauausschuss, seien zwei Zufahrten völlig ausreichend, um das Wohngebiet sinnvoll zu erschließen. „Eine weitere Zufahrt würde erheblich mehr kosten und die Baulandpreise verteuern“, so Schöllhorn. Josef Brummer stellte die neuen Baugebiete grundsätzlich infrage. „Es gibt so viele Leerstände in der Stadt, die man erst beseitigen müsste.“ Er verwies auf Gebäude in der Brauhausgasse und im Hafnersgraben als Beispiele. Das wollte der Bürgermeister so nicht stehen lassen, da die Leerstandsbeseitigung in Privathand nur bedingt beeinflussbar sei. „Wir haben aber etwa 100 Interessenten für Baugrundstücke. Da müssen wir was vorhalten. Ob und wann dann am Ende die Gebiete gefüllt werden, steht auf einem anderen Blatt“, schilderte Frank die Situation.
Wie die Stadtbaumeisterin unterstrich, müsse zunächst ein Beschluss für die Bauleitplanung her, um weitermachen zu können. Alle vorliegenden Gutachten würden bereits ausreichen um den nächsten Schritt hin zum Bebauungsplan zu machen. Bis zu einem endgültigen Startschuss könnten aber auch noch zwei bis drei Jahre vergehen.
Keine Entscheidung
„Wir hören uns aber jetzt gerne die Wünsche der Anwohner an, um einen Kompromiss zu finden. Ich biete deshalb zunächst eine Nachfrage wegen möglicher Probebohrungen an, die auf einem Grundstück laufen müssten, das nicht in unserem Besitz ist. Solange ist nichts entschieden und das Thema nicht abgeschlossen“, so Bürgermeister Frank, der allen Beteiligten dankte und im Gespräch bleiben will.
Wünsche der Anlieger
- Drei Zufahrten zum Wohngebiet „Katzenberg Nord“ über Steigerstraße, Schießstätte und über die Sauerzapfstraße
- Eine ungeteilte und erweiterte Streuobstwiese in der Mitte des Wohngebietes





























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