20.03.2019 - 15:17 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Berufsfachschule für Musik stellt das Klavier in Mittelpunkt

Zweihändig ist der Normalfall, vierhändig auch nicht unüblich. Wenn sich aber sechs Hände auf 88 Klavier-Tasten drängeln, geht es schon eng zu.

Philipp Heiß, Andreas Weimer und Peter Steinfelder (von links) sorgen für einen beschwingten Auftakt der "Tastenspiele".
von Anke SchäferProfil
Felix Lodel bereichert den Klavierabend mit Rezitationen.
Mit "Schäfers Klage" vertreten Julia Bauer, Alina Gundelach und Anna Rösch (von links) die Kammermusik.
Florian Popp und Rebecca Gürster begeistern mit polnischer Tanzfreude zu vier Händen.
Sopranistin Antonia Krämer und Klavierpartnerin Amanda Rexhausen repräsentiern die Sparte Lied.
Da ist Präzision gefragt: Stefanie Fischer, Simon Brock und David Strempel übernehmen die sechshändige Zugabe, Florian Popp (von links) half beim Blättern.

Ob nun drei Personen am Klavier sitzen oder rechte und linke Hand in verschiedenen Tonarten unterwegs sind: Hier ist die Art Können gefragt, die aus einem Fachbereichskonzert der Berufsfachschule für Musik (BFSM) sehens- und hörenswerte Tastenspielereien macht.

Das obligatorische Vorspielen vor Publikum zählt auch für angehende Profi-Musiker nicht immer zu den leichtesten Aufgaben; vor allem weil Lampenfieber und Anspannung regelmäßig mit auf der Klavierbank sitzen. Um dieses Eis gleich zu Beginn zu brechen, gingen die drei BFSM-Klavierpädagogen Andreas Weimer, Peter Steinfelder und Philipp Heiß mit gutem Beispiel voran und schwenkten zum sechshändigen Willkommens-Walzer auch noch fröhlich ein Gläschen.

Eingerahmt von Apollonia Schmidt und Leonard Schallers abwechslungsreichen Moderationen oder Felix Lodels Gedicht-Vorträgen und Rezitationen, durchstreiften anschließend Johanna Baumann, Simon Brock, Nathalie Czaplik, Stefanie Fischer, Rebecca Gürster, Alina Gundelach, Maximilian Hutzler, Helene Kremer, Christoph Krottenthaler, Florian Popp, Amanda Rexhausen, Leonard Schaller, David Strempel und Kassandra Wilczek die gesamte Bandbreite des Klaviers.

Und die hatte nicht nur Perlen wie Bachs "Wohltemperiertes Klavier", Schubert-Impromptus, Chopin-Walzer und -Nocturnes oder eine sanfte Poulenc-Improvisation zu bieten, sondern auch ein Clown-Spektakel von Joaquin Turina, polnische und argentinische Lebensfreude von Moritz Moszkowski und Alberto Ginestra oder Zeitgenössisches von Barbara Heller.

Muntere Abwechslung an den Tasten verlieh der vierhändigen Dolly-Suite von Gabriel Fauré zusätzliche Leichtigkeit, während das von Leonard Schaller intonierte Andante aus Leos Janáceks "Im Nebel" die düsteren Klangfarben ausleuchtete. Als Abstecher in die Kammermusik wählten Querflötistin Julia Bauer, Cellistin Anna Rösch und Pianistin Alina Gundelach "Schäfers Klage" von Carl Maria von Weber. Für das weite Feld der Liedbegleitung stand stellvertretend Alexander von Zemlinskys "Der Traum" mit Sopranistin Antonia Krämer und Klavierpartnerin Amanda Rexhausen.

Einen weiteren Glanzpunkt setzte Christoph Krottenthaler mit seiner souverän vorgetragenen Interpretation der h-moll-Rhapsodie von Johannes Brahms. Und so wie der unterhaltsame Streifzug durch die Welt der Tastenspielereien mit drei Pianisten und sechs Händen begonnen hatte, so endete er auch: Stefanie Fischer, Simon Brock und David Strempel servierten als Zugabe Rachmaninovs Romanze für Klavier.

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