13.07.2021 - 10:33 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg eröffnet Ausstellung im Stadtmuseum

Er ist einer der ältesten Imkervereine in Bayern, in seinen Aktivitäten aber ist er jung. Der Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg eröffnete sein 150. Gründungsjubiläum mit einer Ausstellung im Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg.

Museumsleiterin Edith Zimmermann freut sich über die "kleine, aber feine Ausstellung", wie sie sagte.
von Helga KammProfil

Während andere Vereine über mangelnden Nachwuchs klagen, kann sich der Sulzbach-Rosenberger Bienenzuchtverein (BZV) über zahlreiche Jung-Imker freuen. Durch Projekte wie „Imkern auf Probe“ und „Bienen AG“ an Schulen haben weit über hundert Jugendliche den Wert der Honigbienen schätzen und lieben gelernt. Die meisten Veranstaltungen zum 150-jährigen Bestehen des erfolgreichen Vereins wurden Corona-bedingt auf den Herbst verschoben. Eine kleine Sonderausstellung im Stadtmuseum aber weist noch bis zum 9. Januar 2022 besonders darauf hin.

Leben im Museum

Es war schon ein besonderes Ereignis, als nach monatelanger Ruhe an einem schönen Sommerabend wieder Leben ins Museum und in den Museumshof zurückgekehrt war. Vereinsmitglieder, Freunde und Gäste schlenderten durch die eröffnete Ausstellung oder ließen sich von den Imker-Frauen mit Drinks und Gebäck verwöhnen. Museumsleiterin Edith Zimmermann war die Freude anzusehen, dass es gelungen war, mit der Unterstützung des Bienenzuchtvereins die Ausstellung „Mehr als nur Honig“ auf die Beine zu stellen, „zum gegenseitigen Nutzen“, wie sie sagte. Reichlich Lob und Anerkennung wurden ihr und dem Verein dafür ausgesprochen.

Der Hausherr, Bürgermeister Michael Göth, würdigte die erfolgreiche Zusammenarbeit des Vereins mit örtlichen Schulen und das Projekt „Imkern auf Probe“. Dadurch werden ein frühzeitiges Umweltbewusstsein geweckt, die biologische Vielfalt, der Artenschutz und eine intakte Umwelt gefördert. Auch die erfolgreiche Kooperation mit der Stadtgärtnerei habe das Ziel, das Nahrungsangebot für Insekten zu verbessern, die Grundlage für das Wirken neuer Imker ist.

Allerorten lebe die Imkerei auf, stellte Landrat Richard Reisinger fest. „Auch der Landkreis summt.“ Er nannte den Bienenzuchtverein eine „lebendige und aktive Keimzelle für Nachhaltigkeit“ und rühmte die Bienen für ihren Fleiß, ihre Ordnung und ihren Gemeinschaftssinn. Nicht ohne Grund, so Reisinger, bestehe das neue Logo des Landkreises aus Waben. Er sicherte dem Verein die Unterstützung der zuständigen Ämter des Landratsamtes zu und gratulierte wie auch sein Vorredner den Imkern und ihrem Vorstand sowie dem Museum und seinem Förderverein.

Imkern auf Probe

Helmut Heuberger, seit 2008 Vorsitzender des Bienenzuchtvereins, dankte seinem Vorgänger, dem Ehrenvorsitzenden Michael Hüttner, der den Verein 40 Jahre lang geleitet hat. Aus der langen Vereinsgeschichte hob er einige jüngere Ereignisse hervor, nannte zum Beispiel das Imkern auf Probe einen großen Erfolg. „Angefangen damit haben wir 2010, mittlerweile haben wir zweihundert Jung-Imker, und alle haben Bienen.“ Als neues Projekt wurde 2020 „Barrierefreies Imkern“ ins Leben gerufen. Freiwillige Helfer, so Heuberger, hätten angepackt, um den Lehrbienenstand am Feuerhof so umzubauen, dass auch Menschen mit Behinderung die Welt der Bienen hautnah erleben können. Der Chef rühmte seinen Verein: „Wir haben sehr viel bewegt, haben gelernt und sind gewachsen. Ich bin stolz auf jeden, der bei uns mitwirkt“.

Der Vereinsvorsitzende will seine positiven Erfahrungen weitergeben. Sonntags von 15 bis 16 Uhr lädt er zu Führungen durch die Ausstellung ein und beantwortet Fragen rund um die Imkerei. Und noch eine gute Nachricht gib es zu vermelden: Bis zum Ende dieses Jahres ist der Besuch des Stadtmuseums kostenlos. Die Ausstellung „Mehr als nur Honig“ sowie die Bilder der Pflanzenmalerin Hildegard Christ mit dem Thema „Es muss noch etwas Höheres geben“, die sich, so Edith Zimmermann, vortrefflich ergänzen würden, sind also wochentags und feiertags zu besichtigen.

Wissenswertes und Spannendes

Die Ausstellung bietet nicht nur Einblicke in die Vereinsgeschichte, sondern zeigt Wissenswertes und Spannendes über das drittwichtigste „Haustier“ in der Landwirtschaft: die Honigbiene. Der BZV Sulzbach-Rosenberg hat zahlreiche historische Gegenstände und Gerätschaften aus eigenem Bestand zur Verfügung gestellt. Weitere Imker- und Naturschutzvereinigungen unterstützen mit spannendem und wichtigem Informationsmaterial, so dass die Besucher einen schönen Einblick in die Welt der Honigbienen und der Imkerei erhalten. Im Museumsgarten ist bis Ende August ein Schaukasten mit einem echten Bienenschwarm aufgestellt, der im Rahmen einer Führung zu besichtigen ist.

Tolle Aktion der Bienenzüchter

Sulzbach-Rosenberg
"Mehr als Honig" - Bürgermeister Michael Göth eröffnet die Ausstellung des Bienenzuchtvereins im Stadtmuseum.
Von einer erfolgreichen Vereinsarbeit erzählt nicht ohne Stolz Vorsitzender Helmut Heuberger.

 

 

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