Sulzbach-Rosenberg
05.03.2020 - 16:50 Uhr

Bund Naturschutz: Mit IAA Umweltschutz infrage gestellt

Seit 47 Jahren besteht die Kreisgruppe des Bund Naturschutz Amberg-Sulzbach.Kreisvorsitzender Peter Zahn bezeichnete sie in der Hauptversammlung als "Das Zentrum für alle anfallenden Arbeiten ist das Büro mit festangestelltem Personal".

von mfh
Der neue Vorstand des Bund Naturschutz (stehend, von links): Tainer Koch, Josef Christ, Vorsitzender Peter Zahn, Gerd Blüchel, Jens Heyland, Hand-Jürgen Bumes und Jonas Nellhübel sowie (sitzend, von links) Gertrud Burger, Beate May und Hannelore Scharl. Bild: mfh
Der neue Vorstand des Bund Naturschutz (stehend, von links): Tainer Koch, Josef Christ, Vorsitzender Peter Zahn, Gerd Blüchel, Jens Heyland, Hand-Jürgen Bumes und Jonas Nellhübel sowie (sitzend, von links) Gertrud Burger, Beate May und Hannelore Scharl.
Der Landesvorsitzende des Bund Naturschutz, Martin Geilhufe, ehrte Peter Zahn mit dem Vereinsabzeichen in Gold. Bild: mfh
Der Landesvorsitzende des Bund Naturschutz, Martin Geilhufe, ehrte Peter Zahn mit dem Vereinsabzeichen in Gold.
In seinem Vortrag sprach Martin Geilhufe auch davon, dass zwischen Artensterben und Schließung von kleinen Bauernhöfen ein Zusammenhang bestehe. Bild: mfh
In seinem Vortrag sprach Martin Geilhufe auch davon, dass zwischen Artensterben und Schließung von kleinen Bauernhöfen ein Zusammenhang bestehe.

Ab Juli 2020 ist das Büro freilich nicht mehr im Landkreiskulturzentrum in Sulzbach-Rosenberg zu finden, sondern im ehemaligen Zentralbüro der Maxhütte in Rosenberg. Die Mitgliederzahl der Kreisgruppe sei, so Vorsitzender Peter Zahn bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Zum Wulfen in Kauerhof, mit rund 2300 Frauen und Männern zufriedenstellend. Neben den bereits bestehenden Ortsgruppen sei der Aufbau von Ansprechpartnern und Ortsgruppen in Ensdorf, Schmidmühlen und Auerbach geplant.

Zahn berichtete über die Arbeitsschwerpunkte im vergangenen Jahr. Hier führte er Amphibienschutzmaßnahmen, Stellungnahmen zu Bauvorhaben und das Volksbegehren "Rettet die Bienen" auf.

Die künftigen Themenbereiche werden unter anderem sein: Wende beim Flächenverbrauch sowie Energie-, Agrar- und Verkehrswende. Hier bemängelte Zahn die oft fehlende politische Unterstützung. Einstimmung von den Mitgliedern wurde ein Schreiben an den Landrat abgesegnet, in dem der Vorschlag unterbreitet wird, dass jede Gemeinde ein Konzept zur mittelfristigen Entwicklungsplanung erstellen soll und vom jeweiligen Stadt- beziehungsweise Gemeinderat verbindlich beschließen lässt.

Nach dem Kassenbericht und der Neuwahl des Vorstands überreichte der Landesvorsitzende des Bund Naturschutz, Martin Geilhufe, eine Urkunde und das Vereinsabzeichen in Gold an Peter Zahn für dessen langjährige Verdienste. Die Wahlen erbrachten folgende Vorstandsbesetzung: Tainer Koch, Josef Christ, Vorsitzender Peter Zahn, Gerd Blüchel, Jens Heyland, Hans-Jürgen Bumes, Jonas Nellhübel, Gertrud Burger, Beate May und Hannelore Scharl.

In seinem Vortrag über die aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen in der bayerischen Umweltpolitik kritisierte Geilhufe auch die Staatsregierung. So sei es zwar zu begrüßen, dass jährlich eine Millionen neuer Bäume in den Staatsforsten gepflanzt werden. Andererseits werde ernsthafter Umweltschutz schon infrage gestellt, wenn mit einem Budget von 15 Millionen Euro die Internationale Automobilausstellung IAA von Frankfurt nach München geholt werde. Ob dies zu der dringend nötigen Verkehrswende beitrage, sei zu bezweifeln.

Geilhufe erinnerte, dass der sogenannte Erschöpfungstag, ein Rechenbeispiel, wann der jährlich mögliche Ressourcenverbrauch auf dem Planeten erschöpft sei, immer früher eintrete. Sei dieser Tag 1987 noch am Jahresende gewesen, so war 2019 dieser Tag bereits zum 1. August abgelaufen. Klimaerwärmung, schmelzende Polkappen, Trinkwassermangel seien die Herausforderungen der Zukunft. "Es muss sofort gehandelt werden", sagte Geilhufe mit Nachdruck in Richtung Regierung. Flächenverbrauch und -versiegelung seien ernsthafte Probleme.

Obwohl der Staatsregierung fünf Hektar pro Tag als Richtwert ausgegeben habe, werde noch immer die doppelte Fläche verbraucht. Geilhufe forderte zudem den Ausbau regenerativer Energien. In diesem Zusammenhang wünschte er sich die Abkehr von der 10H-Regel bei Windkraftanlagen und die Rückkehr zu guter fachlicher Regionalplanung.

 
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