05.04.2021 - 17:23 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Corona-Schnellteststation: Wenn das Stäbchen in der Nase kitzelt

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Wer will, kann sich einmal wöchentlich kostenlos auf Corona testen lassen. An zwölf Standorten in der Region betreibt der BRK-Kreisverband zwölf Schnellteststationen. Eine davon ist in der Pestalozzischule in Sulzbach-Rosenberg.

Wolfgang Schäfer war einer der 25 Bürger, die sich gleich am ersten Tag der Teststation Sulzbach-Rosenberg in der Pestalozzischule testen ließen. Den tiefen Rachenabstrich, den Sebastian Schötz bei ihn vornahm, empfand er nicht als unangenehm. "Es hat ein bisschen in der Nase gekitzelt", sagte er.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Es ist kurz vor 17 Uhr, in wenigen Minuten öffnet die Teststation des Roten Kreuzes in der Pestalozzischule in Sulzbach-Rosenberg. Zum ersten Mal überhaupt. Draußen auf dem Lehrerparkplatz warten drei Menschen auf kostenlose Tests, drinnen macht sich das Team startklar. Weil es der allererste Tag für diese Station ist, war die Mannschaft schon eineinhalb Stunden zuvor angerückt. Künftig werden wohl 45 Minuten für den Aufbau reichen, schätzt Bernd Markl, Leiter der BRK-Bereitschaft Sulzbach-Rosenberg. Wer zum Testen will, muss sich zunächst draußen die Hände desinfizieren. Wer wartet, bis er an der Reihe ist, muss selbstverständlich Abstand zu anderen halten. Darauf achtet auch derjenige der ehrenamtlichen BRK-Helfer, der drinnen an der Registrierung sitzt.

Komplett mit Ehrenamtlichen

Mit Silas Hämmerlein bestreitet dort ein Mitglied der Bergwacht die allererste Schicht. Wie Markl und Bernd Lödel, Katastrophenschutzbeauftragter des Kreisverbands, erzählen, werden die Teststationen komplett von Ehrenamtlichen des BRK gestemmt. Neben den Bereitschaften helfen auch Wasserwacht und Bergwacht fleißig mit.

Am Eingang lassen sich die Testwilligen registrieren. Sie zeigen den Personalausweis vor. Notiert werden Name und Geburtsdatum auf einem Zettel, der die Person durch die Teststrecke begleitet. Plus die Autonummer bei allen, die motorisiert kommen. Wer zu Fuß da ist, bekommt einen Zettel mit einer Nummer. Schließlich müssen die BRK-Helfer den Getesteten das Ergebnis übermitteln: den im Auto Wartenden anhand des Kennzeichens und den Passanten durch die zugewiesene Nummer. Wer registriert ist, geht zu den Umkleiden. Wo sich sonst Schüler für den Sportunterricht umziehen, macht Sebastian Schötz, taktischer Leiter der BRK-Bereitschaft Sulzbach-Rosenberg, Abstriche. Im Vollschutz: Schutzoverall, FFP2-Maske, Schutzbrille, zwei Paar Handschuhe.

Wer getestet ist, verlässt über den Notausgang das Turnhallengebäude. Schötz geht ein paar Schritte weiter in einen Raum neben der Umkleide. Dort kümmern sich Thomas Renner von der örtlichen BRK-Bereitschaft und Christian Aufschneider von der Wasserwacht Sulzbach-Rosenberg um die Auswertung. Sie haben nicht nur die Tests, sondern auch die Uhr im Blick. Nach rund 15 Minuten steht fest, ob jemand positiv oder negativ ist. Einer aus dem Auswertungsteam eilt nach draußen und teilt dem Getesten sein Ergebnis mit.

120 Schnelltests hat das BRK an diesem Tag mitgebracht. Markl kalkuliert mit circa 30 Tests pro Stunde, also insgesamt 85 bis 90 Stück. Um 17.39 Uhr und damit knapp eine Dreiviertelstunde nach Öffnung der Station haben sich neun Bürger testen lassen. So auch Elviera Hruschka aus Siebeneichen bei Sulzbach-Rosenberg. In der Frühlingssonne wartet die Frau auf ihr Ergebnis. Sie sei das erste Mal beim Test, erzählt sie. In der Apotheke habe sie sich schon Selbsttests gekauft, doch einen Abstrich wolle sie sich erst einmal vom Fachpersonal machen lassen, um zu sehen, wie das funktioniert.

Tiefer Rachenabstrich

BRK-Bereitschaftsleiter Markl erklärt, dass ein tiefer Rachenabstrich gemacht werde – über die Nase bis in den hinteren Rachenraum. „Einen tiefen Rachenabstrich, das macht keiner an sich selbst“, erklärt er über den Unterschied zu den Selbsttests für daheim. Wer in einer der BRK-Teststationen Abstriche vornimmt, ist seinen Worten nach medizinisch vorgebildet und speziell geschult.

Nicht angenehm, aber zum Aushalten sei es gewesen, urteilt Elviera Hruschka über den Abstrich. Dass man sich einmal wöchentlich kostenlos testen lassen kann, findet sie gut und richtig. Sie will dieses Angebot regelmäßig nutzen, schon mit Rücksicht auf ihre 82 Jahre alte Mutter. „Sie ist geimpft, aber ich will auf Nummer sicher gehen“, sagt Hruschka. Wolfgang Schäfer lässt sich ebenfalls zum ersten Mal testen. Er ist zu Fuß gekommen, wohnt gleich um die Ecke. In letzter Zeit sei er häufig beim Arzt gewesen, zudem bei Therapeuten und beim Massieren – „da habe ich gedacht, ich lasse mich mal testen“, sagt er. Auch er findet es gut, dass es diese Möglichkeit gibt, und kündigt an, das wöchentliche Testangebot gerne anzunehmen. Der Abstrich sei nicht schlimm gewesen, „es hat ein bisschen in der Nase gekitzelt“.

25 Testwillige am ersten Tag

Am ersten Tag der Teststation in der Pestalozzischule sind 25 Bürger gekommen. Alle waren negativ. Wäre jemand positiv gewesen, hätten die Rot-Kreuz-Helfer ihm ein Merkblatt mit Verhaltensregeln ausgehändigt und eingeschärft, sich sofort in Selbstisolation zu begeben und das Gesundheitsamt zu kontaktieren. Das BRK müsse ebenfalls das Gesundheitsamt informieren. Ein positives Ergebnis des Schnelltests muss laut Markl grundsätzlich über einen PCR-Test abgesichert werden: „Den macht man dann beim Hausarzt.“

„Mit den Schnelltests findet man auch Personen, die gar nicht wissen, dass sie positiv sind, weil sie keine Symptome haben“, sagt Lödel. Bewusst habe man auf Anmeldung und Terminvergabe verzichtet, das Angebot soll so niederschwellig und einfach wie möglich sein. Der BRK-Katastrophenschutzbeauftragte legt eine erste Wochenbilanz vor: Von Samstag, 27. März, bis Karsamstag, 3. April, waren es insgesamt 1032 Tests. Weitere 46 Menschen ließen sich am Ostersonntag in Amberg testen. Herausgefischt wurden so einige Menschen, die positiv waren, wenngleich sie im Vergleich zu den Gesamttests einen sehr geringen Anteil ausmachten.

Das BRK hat an zwölf Standorten Schnelltestzentren

Amberg
Hier haben die BRK-Ehrenamtlichen nicht nur die Test, sondern auch die Uhr im Blick: Nur rund 15 Minuten dauert es, bis der Corona-Schnelltest das Ergebnis anzeigt.
Bernd Lödel, Beauftragter des BRK-Kreisverbands Amberg-Sulzbach für den Katastrophenschutz, bilanziert die Betriebswoche der Teststationen: 1032 mal ließen sich die Bürger dort auf Corona testen.
Bernd Markl, Leiter der BRK-Bereitschaft Sulzbach-Rosenberg, freut sich, dass am allerersten Tag der Teststation in der Pestalozzischule in Sulzbach-Rosenberg alles super geklappt hat. 25 Bürger nahmen dort das Testangebot des BRK wahr.

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