06.04.2021 - 13:57 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

CVJM Rosenberg mit Online-Angeboten für seine Jugendgruppen

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Online-Gruppenstunden für Jungschar und Jugendgruppe 3.16 – geht das? Das hat sich der CVJM Rosenberg gefragt. Und eine Antwort gefunden: Ja, das geht. Selbst ein Escape-Room ist bei den virtuellen Gruppenstunden möglich.

Per Mausklick in die Gruppenstunde: Das virtuelle Angebot des CVJM Rosenberg für seine Jugendgruppen wird gut angenommen. Bei Spaß und Spiel kommt aber auch der Glaube nicht zu kurz.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie ist die Jugendarbeit von Vereinen enorm schwierig geworden. Doch der CVJM Rosenberg hat den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sondern ist aktiv geworden und hat die Gruppenstunden der Jugendschar, der Mädchen-Jungschar und der Jugendgruppe 3.16, deren Name sich von der Bibelstelle 3.16 ("Also hat Gott die Welt geliebt...") ableitet, in die virtuelle Welt verlegt. Und damit gute Erfahrungen gemacht, wie Jungschar-Leiter Markus Plößl und 3.16-Mitarbeiter Martin Bleisteiner erzählen.

Am 6. März 2020 fand vor dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr die letzte Präsenz-Gruppenstunde der Jungschar statt, einen Tag später traf sich auch die 3.16 zum letzten Mal vor Ort am CVJM-Häusl. Nur zwei Wochen nach den letzten Präsenz-Gruppenstunden hatte der CVJM Rosenberg im Frühjahr 2020 ein Online-Angebot für die Kinder und Jugendlichen. "Das war relativ spontan", erinnert sich Bleisteiner.

Virtuelles Wissensduell

Seit dem zweiten Lockdown im Herbst bietet auch der CVJM Bayern eine Art Stoffsammlung: In einer Cloud sind Ideen und Vorschläge für Online-Angebote abrufbar. Natürlich ersetzen die virtuellen Gruppenstunden nicht das Miteinander, das vor Corona gepflegt werden konnte. Plößl nennt als Beispiel ein Geländespiel: "Das lässt sich nicht in dieser Art und Weise rüberbringen." Andererseits: Ein klassisches Detektivspiel lässt sich online genauso gut umsetzen wie in Präsenz. Ebenso gut funktioniert zum Beispiel ein Wissensduell. In jedem Breakout-Raum wartet eine andere Quizfrage darauf, gelöst zu werden: zu Sport, zur Bibel, aus dem Freizeit- und Hobbybereich.

Vor Corona dauerten die Gruppenstunden der Jungschar immer zwei Stunden. Online sind sie auf eineinhalb Stunden verkürzt, weil irgendwann einfach die Aufmerksamkeit der Acht- bis Zwölfjährigen nachlässt. "Sie werden dann hibbelig." Vor Corona kamen circa 10 bis 15 Jungscharler in die Gruppenstunden. Online sind es weniger – bis zu zehn Kinder. "Dass 15 dabei waren, das war bislang noch nicht der Fall", bilanziert Plößl und freut sich, dass es auch Jungscharler gibt, die bisher noch keine Online-Gruppenstunde verpasst haben.

Viel in Breakout-Räumen unterwegs

Dass eine Sitzung mit 10 bis 15 Teilnehmern der 3.16 auf der Online-Plattform Discord, die übrigens auch die Jungschar für ihre Gruppenstunden nutzt, nicht den persönlichen Austausch in Präsenz ersetzen kann, will auch Martin Bleisteiner nicht verhehlen. Seinen Worten nach arbeitet auch die 3.16 viel mit Breakout-Rooms. So lasse sich die Gruppe gut in Kleingruppen mit je zwei bis drei Teilnehmer unterteilen. In Präsenz seien zur 3.16 samstags immer zwischen 10 bis 18 Jugendliche gekommen, "online sind es im Schnitt so 5 bis 12".

Gut kommt bei den Jugendlichen Geo-Guesser an; ein Spiel, bei dem den Teilnehmern auf Google Maps ein Bild gezeigt wird und sie erraten müssen, wo auf der Welt sich das befindet. Aus dem Kreis der Teilnehmer kam auch der Wunsch nach einer Reihe zur Bibelarbeit. "Sie haben sich echt was Schweres ausgesucht: die Offenbarung", erzählt Bleisteiner. Überhaupt: Der Glaube spielt natürlich eine Rolle, schließlich ist der CVJM ein christlicher Verein junger Menschen. Wenn auch nicht immer explizit Bibelarbeit ansteht, so gehört doch eine Andacht bei der Gruppenstunde dazu. "Entweder gleich am Anfang oder am Ende", sagt Jungschar-Leiter Plößl.

Der CVJM Rosenberg hat selbst das Jahresdankfest des Gesamtvereins online abgehalten. Auch wenn es weniger Teilnehmer waren als in Präsenz vor Corona, waren doch immerhin 40 online dabei. Andererseits eröffnete die virtuelle Variante auch neue Möglichkeiten. Bleisteiner erzählt, dass sich so ein ehemaliger Mitarbeiter, der inzwischen in Bayreuth ist, eben dazu schalten konnte.

Sommerlager light

Im vergangenen Sommer, als die Inzidenzzahlen niedrig waren und die Corona-Regeln lockerer waren, durfte Jugendarbeit auch in Präsenz stattfinden. Diese Möglichkeit nutzte auch der CVJM. Die Kinder waren bei den Jungschar-Gruppenstunden permanent draußen, nicht im CVJM-Häusl. Wer auf den Platz kam, musste sich die Hände waschen und desinfizieren sowie Abstand halten. Außerdem gab es Teilnehmerlisten, um im Falle einer Corona-Infektion Kontakte nachverfolgen zu können. "Aber wir führen eh ein Treuebuch, welche Teilnehmer am häufigsten da waren", erklärt Plößl. Gut angenommen wurde auch das Sommerlager in abgespeckter Form. Während sonst die Kinder immer neun Tage am Silbersee bei Waldmünchen im Zeltlager sind, gab es fünf Tage am Häusl, jeweils von 8 bis 16 Uhr mit Mittagessen in festen Kleingruppen. Auch wenn wegen Corona kein Geländespiel organisiert wurde, "Spaß gemacht hat es allen", berichtet Plößl. Es sei wirklich gut gewesen, "eben mal was anderes".

Die beiden jungen CVJM-Mitarbeiter finden die Online-Angebote wichtig. "Damit erreichen wir Kinder und Jugendliche, das ist die Hauptsache", sagt Markus Plößl. Martin Bleisteiner pflichtet ihm bei. Auch wenn die Teilnehmerzahlen besser sein könnten: "Alles ist besser als gar nichts." Man habe das Beste aus der Situation gemacht, zumal alle Mitarbeiter sich ehrenamtlich engagieren.

Neben der Jungschar für Buben gibt es beim CVJM noch die Mädchen-Jungschar, ebenfalls für 8- bis 13-Jährige. Normalerweise haben die Mädels ihre eigene Gruppenstunde, doch für die Online-Veranstaltungen wurden sie mit den Jungs zusammengeschlossen. "Die Jungschar hat ein paar mehr Mitarbeiter", erläutert Plößl den Hintergrund. Und außerdem habe man die Mädchenjungschar-Verantwortlichen, von denen einige im Prüfungsstress waren, entlasten wollen.

Hintergrund:

Die Jugendgruppen des CVJM Rosenberg

  • Jungschar: für Buben im Alter von 8 bis 13 Jahren; Online-Gruppenstunde jeweils Samstag von 14.30 bis 16 Uhr.
  • Mädchen-Jungschar: für Mädchen von 8 bis 13 Jahren; Online-Gruppenstunde (mit der Jungschar) samstags von 14.30 bis 16 Uhr.
  • Gruppe 3.16: Für Mädchen und Jungen von 13 bis 17 Jahren; Online-Gruppenstunde samstags von 18.30 bis 20.30 Uhr.
  • Die Teilnahme an den Gruppenstunden ist möglich über Computer, Handy oder Tablet mit Internetzugang. Technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
  • Nähere Infos zu den CVJM-Gruppenstunden auf der Homepage des CVJM Rosenberg (www.cvjm-rosenberg.de).

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