26.11.2020 - 12:01 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Edler Konzertflügel kehrt nach Sulzbach-Rosenberg heim

Ein edles Musikinstrument kehrte nach acht Monaten endlich wieder nach Sulzbach-Rosenberg zurück. Der Steinway-Konzertflügel wurde auf Vordermann gebracht und erklingt nun wieder in der Aula des Berufsschulzentrums.

Bei der Lieferung bietet der Steinway-Konzertflügel einen ungewohnten Anblick. Senkrecht auf dem vom Hersteller selbst entwickelten Transportwagen stehend zeigt er seinen "Bauch".
von Autor GACProfil

Über 50 Jahre stand der Steinway-Konzertflügel in der Aula des Berufsschulzentrums Sulzbach-Rosenberg. Er wurde bei Veranstaltungen der Berufsschule, des Landkreises und insbesondere für die Konzerte des Kammermusikkreises der Volkshochschule (KMK) benutzt. Nach so langer Zeit war das wertvolle Stück (Neupreis heute 120 000 Euro) nicht mehr in bestem Zustand: Die Filze waren abgenutzt, der Resonanzboden hatte einen Riss und viele Bohrungen waren ausgeschlagen. Es musste also etwas getan werden.

Nach langen Vorbereitungen wurde schließlich im Kreistag das Budget für eine Grundsanierung beim Hersteller beschlossen, die den Flügel wieder in einen neuwertigen Zustand versetzen sollte. Im April 2020 holte eine Klavierspedition das Instrument ab und brachte es nach Hamburg in die Werkstatt. Dort wurde es komplett zerlegt und alle beschädigten oder abgenutzten Teile ausgetauscht.

An einem grauen Novembertag brachte nun ein Lastwagen der Klavierspedition den Steinway wieder nach Sulzbach-Rosenberg zurück. Senkrecht, auf einem speziell für den Transport von Konzertflügeln entwickelten Transportwagen aufgestellt, ließ sich der Flügel problemlos abladen und bis in die Aula fahren. Um ihn auf die Bühne zu bringen war dann aber doch Muskelkraft angesagt, aber die zwei Profis von der Spedition hoben das 400 Kilo schwere Instrument ohne Schwierigkeiten über die Stufen. Nun mussten nur noch die Beine montiert werden, und dann stand der Steinway wieder am angestammten Platz.

Als Helmut Fischer, künstlerischer Leiter des KMK, im Beisein von Landrat Richard Reisinger die ersten Töne spielen wollte, gab es aber lange Gesichter: Dem Instrument war kein Ton zu entlocken! Die Ursache war schnell gefunden. Die Werkstatt hatte eine Transportsicherung angebracht, die verhindern sollte, dass die Hämmerchen während der Fahrt auf die Seiten schlagen. Die Entnahme dieser Sicherung war allerdings nicht ohne Weiters möglich. Nach Rücksprache mit der Werkstatt wurde das dann von der Klavierstimmerin erledigt.

Nachdem Fischer auf dem frisch gestimmten Steinway in paar Stücke gespielt hatte, war er geradezu euphorisch: "Das Instrument hat einen fantastischen Klang mit ungeheurem Charme", stellte der Fachmann begeistert fest. Leider wird es noch eine Weile dauern, bis die Sulzbach-Rosenberger Musikfreunde sich an diesem Klang erfreuen können. Das schon auf den 16. Dezember verschobene Sonderkonzert unter dem Motto "Wieder beflügelt" wird wohl heuer nicht mehr stattfinden können.

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Sie freuen sich, weil das gute Stück nach acht Monaten endlich wieder in Sulzbach-Rosenberg ist (von links): Der künstlerische Leiter des Kammermusikkreises, Helmut Fischer, Landrat Richard Reisinger und der stellvertretende Leiter der Volkshochschule, Herbert Amann.

 

 

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