Enormes Potenzial für Erneuerbare Energien im Landkreis Amberg-Sulzbach

Sulzbach-Rosenberg
19.07.2022 - 17:09 Uhr

Wenn die Klimaziele im Landkreis Amberg-Sulzbach bis 2035 erreicht werden sollen, sind noch gewaltige Anstrengungen nötig. Klimaschutzkoordinator Joachim Scheid weiß, was zu tun ist.

Strom aus Freiflächen-PV-Anlagen bremst den Klimawandel.

Unter dem Eindruck der Gas-Krise und des Ukrainekrieges konnte sich Joachim Scheid als Klimaschutzkoordinator des Landkreises Amberg-Sulzbach der Aufmerksamkeit des Kreistages bei seinem Bilanzbericht sicher sein. Der Fachmann zeigte zunächst eine extreme Zunahme der Sonnentage über 25 Grad und der heißen Tage über 30 Grad seit den 90er-Jahren auf. Für ihn klare Beweise des längst eingetreten Klimawandels, der es notwendig mache, die CO2-Emissionen zu minimieren – im Landkreis wurde deshalb als Zielvorgabe bis 2035 eine Verringerung von 9,8 auf 3,4 Tonnen/Einwohner ausgegeben.

Mit der Reduktion von fossilen Energieträgern müsse auch bei den notwendigen Einsparungen ein Ausbau der Erneuerbaren Energien einhergehen. „Hier hat sich im Landkreis bei der installierten Leistung aber nur bei den PV-Anlagen eine Zunahme bis 2020 ergeben. Wind, Biomasse und Wasserkraft sind auf dem Niveau von 2016 geblieben“, so Joachim Scheid. Gerade bei den PV-Anlagen würde es aber weiterhin enormes Potenzial auf vielen ungenutzten Dächern sowie für nachhaltige Freiflächen-PV-Anlagen geben. Hier sollten die Rathauschefs mit einem Leitfaden auf die Bürger zugehen, um Potenziale zu erkennen.

Holz als Chance

Ein weiterer Hinweis des Klimaschutz-Experten galt der Biomasse Holz in einem der waldreichsten Landkreise Bayerns, um die fossilen Energieträger zu substituieren: „Bei uns gibt es pro Jahr soviel Holzzuwachs, dass wir damit sämtliche Wohnhäuser im Landkreis heizen könnten.“ Beim Themenfeld Mobilität kamen im Jahr 2020 insgesamt 2073 neu zugelassene Autos zur Sprache. Davon hatten 175 Fahrzeuge einen alternativen Antrieb wie Gas, Elektro oder Hybrid (8,44 Prozent). Auch hier würde noch gewaltig Luft nach oben bestehen.

Abschließend beleuchtete der Fachmann die Leistungen des Zentrums für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) mit Sitz in Ensdorf. Dort seien unter anderem fünf Energieberater tätig, ein Solarpotenzialkataster wurde erstellt und Kommunen in Sachen Energieeffizienz unterstützt. Abschließend riet der Referent zu weiterem Energiesparen und einem massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien im Landkreis, um Klimaschutz und Energiesicherheit zu gewährleisten.

 
 

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