18.09.2020 - 15:39 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Erinnerung an Klaus Peter Beer: "Politik des Verdrängens und Ignorierens beenden"

Gewerkschafter und Jungsozialisten mahnen zum Gedenken an den von Neonazis in Amberg ermordeten Klaus Peter Beer.

Flagge gegen das Verdrängen zeigen im Capitol (von links) die stellvertretende Sulzbach-Rosenberger Juso-Vorsitzende Katharina Rösel, Verdi-Bezirksvorsitzender Stefan Dietl sowie Juso-Vorsitzender Noah Pawlica.
von Wolfgang BerndtProfil

Die Forderung nach einem würdigen Gedenken an den vor 25 Jahren von Neonazis in Amberg ermordeten Klaus Peter Beer unterstrichen der Verdi-Ortsverein und die Jusos bei einer Veranstaltung im Capitol. Der Dokumentarfilm "Tödliche Begegnungen - Das Leben des Klaus Peter Beer", den Gabriele Jenk für den Hessischen Rundfunk gedreht hat, rief noch einmal die Umstände des Verbrechens in Erinnerung.

In der Nacht zum 7. September 1995 wurde Klaus Peter Beer in Amberg von zwei Neonazis ermordet, weil er aufgrund seiner Homosexualität nicht in ihr faschistisches Weltbild passte, schilderte der stellvertretende Verdi-Bezirksvorsitzende und Sprecher des "Bündnisses gegen das Vergessen", Stefan Dietl. Jahrelang sei über diese grausame Tat der Mantel das Schweigens gehüllt worden. "Ein Gedenken, ein Erinnern, gab es nicht und gibt es von offizieller Seite bis heute nicht", kritisierte der Referent. Trotz aller Tatsachen werde die Existenz einer rechten Szene in Amberg nach wie vor von der staatlichen Seite mantrahaft geleugnet. Ein Bündnis aus Gewerkschaften, antifaschistischen und antirassistischen Gruppen und Initiativen setzten sich für eine würdige Erinnerung an das Opfer ein. "Heute, 25 Jahre nach dem Mord, gibt es immer noch keinen Ort des Gedenkens. Kein Platz und keine Straße ist nach Klaus Peter Beer benannt, kein Preis wurde in seinem Namen gestiftet", betonte Stefan Dietl. Deshalb rufe das Bündnis dazu auf, gemeinsam gegen das Vergessen, gegen Homophobie, Ausgrenzung und gegen den rechten Terror vorzugehen und endlich die Politik des Verdrängens und Ignorierens durch die politisch Verantwortlichen zu beenden.

Demonstration mahnt zur Erinnerung

Amberg

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