13.06.2019 - 16:03 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Die erste Hauptstadt ist schon geschafft

2017 fuhr Karlheinz Weigl aus Dietersberg mit dem Rad vom tiefsten Punkt Deutschlands zum höchsten. Jetzt hat er sich die 16 Bundesländer vorgenommen: Er will auf einer einzigen Tour alle Hauptstädte besuchen.

Marathon-Radler Karlheinz Weigl in München.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil
Karlheinz Weigl vor dem Landtag in München – seinen Stempel hat er sich schon abgeholt.
Den Isarradweg musste der Sportler teilweise erst einmal freiräumen nach dem Gewitter.

Der 66-Jährige steht in Kontakt mit unserer Redaktion und liefert per Whatsapp aktuelle Berichte von seinen Stationen. "Ich breche auf, wie schon angekündigt, zu meiner nächsten Tour. Dieses Mal habe ich mir alle Bundesländer mit den Hauptstädten vorgenommen. Dort möchte ich die jeweiligen Landtage oder Bürgerschaften besuchen", erklärte er uns vor der Abfahrt. Rein rechnerisch werde er 3200 Kilometer in 39 Tagen herunterradeln. "Bin auch wieder mit Zelt und Schlafsack unterwegs." Los ging es um 12.20 Uhr am Sonntag in Witzlhof, und das gleich bei strammem Gegenwind, durch das Vils- und Naabtal, anschließend rechts der Donau entlang. "Obwohl mit dem Auto zigmal gefahren, ergibt sich mit dem Rad eine komplett andere Sicht auf die Flüsse und Täler, und zwar eine wirklich schöne und unbekannte."

In Kallmünz kehrte er kurz ein, um danach links der Naab weiter zu radeln. Bei Etterzhausen wieder über die Naab, dann links der Donau über Sinzing nach Matting. "Dort wollte ich mit der Fähre übersetzen, aber der Fährmann machte just in dem Augenblick Feierabend. Ich sah ihn am anderen Ufer, wie er zusammenpackte und nach Hause ging."

So musste er weiterradeln über Gundelshausen zur Freizeitinsel bei Bad Abbach, dort schlug er nach 83 Kilometern sein erstes Nachtlager auf. Weiter ging es Richtung Kelheim, bei Saal an der Donau überquerte er den Strom. Über Abensberg, Siegenburg und Train ging's nach Mainburg, weiter nach Au in der Hallertau und Attenkirchen, im Regen weiter über Zolling nach Freising.

Auf dem Isarradweg wurde ihm klar, dass das Gewitter hier besonders schlimm gewesen war. Um weiterzukommen, musste er Äste beiseite räumen und sich durch Dickicht mit Brennnesseln und Himbeergestrüpp und um umgestürzte Bäume quälen. Dann kam er endlich am Pullinger Weiher an und schlug dort sein Zelt auf. "Ja, es war ein harter Tag mit etlichen langen Schiebepassagen. Wenigstens war der Wind nicht mehr so stark."

Von Achering radelte er weiter auf dem Isarradweg, und erreichte nach rund 30 Kilometern den Landtag. "Ich erhielt auch von der netten Dame an der Pforte den gewünschten Stempel." Weiter ging es dann über den Marienplatz quer durch München. Froh, dem Großstadtgetümmel entflohen zu sein, fuhr Weigl meist auf ebenen Wegen und Straßen weiter nach Puchheim, Fürstenfeldbruck, Nannhofen und durch viele oberbayerische Dörfer. Schließlich wurde es etwas hügelig, so dass hin und wieder Schieben angesagt war. In Merching, kurz vor seinem Ziel, dem Mandicho-See, kehrte er ein und ließ es sich richtig gut schmecken. Am See selber fand sich ein herrlich idyllisches Plätzchen mit direktem Blick aus dem Zelt aufs Wasser.

"Ich hatte mich unterwegs auch immer wieder den Fragen von Passanten und anderen Radfahrern zu stellen. Einer war gerade aufgebrochen zu einer Tour nach Tschechien, Slowakei, Ungarn und zurück über Österreich, als Training für eine Welttour nächstes Jahr." Wie geht es dem Marathon-Radler? "Meine Sitz- und sonstigen Muskeln sind noch gut in Schuss. So kann es weitergehen." Immerhin legt er pro Tag rund 100 Kilometer zurück.

Bericht über Karlheinz Weigls Deutschland-Tour 2017

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