01.05.2022 - 13:09 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Fast alle Starter kommen beim Kleinen Schlackenmarsch ins Ziel

374 Personen stellten sich beim Kleinen Schlackenmarsch am Samstag in Sulzbach-Rosenberg den Strapazen einer 50-Kilometer-Strecke. 94 Prozent kamen bis ins Ziel. Das bedeutet laut Veranstalter einen neuen Rekord.

von Heidi FranitzaProfil

Geschäftigkeit und viel Verkehr während der Morgendämmerung am Schlackenberg signalisierten am Samstag nicht ein neues Bauvorhaben, sondern die Startvorbereitung für den 2. Kleinen Schlackenmarsch. Binnen zwei Stunden wurde die Infrastruktur mit Zeitnahme aufgebaut, 374 Starter auf den Weg geschickt und alles wieder abgebaut.

Der Vorsitzende des Schlackenvereins, Stefan Thar, zeigte sich äußerst zufrieden: „Für uns als Verein war es schon ein Höhepunkt, die Veranstaltung dort beginnen zu können. Verein und Marsch tragen ja den Namen des Berges, der hinsichtlich Wirtschaft und Geschichte einen wichtigen Zeitraum von Sulzbach-Rosenberg darstellt.“ Viermal hallte Thars Motivationsrede über das Areal, viermal machten sich die Läufer des jeweiligen Startblocks zuversichtlich auf den Weg. Das alles bei gutem Sportlerwetter und etwa 16 Grad Celsius.

404 Starter hatten sich angemeldet. 374 waren zum Start am Schlackenberg gekommen. Die Altersgruppen waren bunt gemischt, wobei auch die Gruppe von 75 bis 79 Jahren besetzt war. Über die Hälfte der Teilnehmer kam aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, rund ein Drittel war aus den benachbarten Kreisen angereist. Aber auch München, Ostallgäu, Rhein-Neckar-Kreis, Wetteraukreis, Chemnitz und Aurich waren in der Herkunftsstatistik gelistet. „Immer hören wir, dass das familiäre Ambiente der Veranstaltung ein wichtiges Argument für die Teilnehmer von weiter entfernten Standorten sei, hier anzutreten“, erklärte dazu Christian Koch, der den Anteil an Waldstrecken dieses Jahr erheblich erweitert hatte.

Bei der ersten Verpflegungsstation in Schöpfendorf waren die Läufer der vier Startblöcke noch dicht beieinander. In Wolfsfeld hatten die Bewohner des Dorfes ihre eigene Station für die Teilnehmer aus ihrem Ort aufgebaut. Kinder und Angehörige empfingen ihre Väter und Mütter oder Ehepartner mit Kreidezeichnungen auf der Straße und feuerten sie lauthals an. Schon mit der Erstauflage war der Kleine Schlackenmarsch ein sportliches Festival für die ganze Familie gewesen.

Nussschnaps als Beschleuniger

Die Dorfgemeinschaft Betzenberg kümmerte sich am gemeindeeigenen Backofen um die zweite Verpflegungsstation. Birgland-Bürgermeisterin Brigitte Bachmann unterstützte die Stationshelfer tatkräftig.

Ein Gerücht machte zwischen Betzenberg und der Überraschungsstation die Runde: Man habe dort nur zwei Flaschen Nussschnaps vorrätig. Und so mancher Läufer soll deswegen sehr schnell geworden sein. Der Schlackenmarsch ist laut Veranstalter „eine Veranstaltung zur Ertüchtigung von Körper und Geist“. 50 Kilometer werden dem Körper zugeschrieben und für den Geist gab es die Überraschungsstation mit hochgeistigen Getränken.

Zu diesem Zeitpunkt war das Teilnehmerfeld schon weit auseinandergezogen. Während in Fürnried am Gemeindehaus Kaffee und Kuchen gereicht wurden, erreichte Andy Moser nach 6 Stunden und 56 Minuten das Ziel in Siebeneichen. Ein gute halbe Stunde später lief Alexandra Chavez durch den Zielbogen.

Massage gegen Spende

Auch wenn der Schlackenmarsch nicht als Wettbewerb ausgeschrieben ist, so ist für sportlich orientierte Teilnehmer die Zeit ein wichtiges Kriterium, war zu hören. Zudem wird sie in die Teilnehmerurkunde mit eingedruckt.

Die Pause in der letzten Verpflegungsstation in Schwand wurde für manchen Teilnehmer schon fast zu einem Daueraufenthalt. Aber wer wollte schon so kurz vor dem Ziel aufgeben? Und so machten sich viele wieder auf den Weg. So mancher Fuß wurde zuvor mit Blasenpflaster versorgt. Die Physiopraxis Beer hatte alle Hände voll zu tun, um müde Beine gegen ein Spende wieder zu aktivieren. Insgesamt wurden 405 Euro gesammelt, die Praxis-Chef Andreas Beer verdoppelte. Die Summe wird zu gleichen Teilen den Flüchtlingshilfen von Sulzbach-Rosenberg hilft und des Schlackenvereins zur Verfügung gestellt.

350 Leute kommen ins Ziel

Die Notfallfahrer hatten dieses Jahr nicht viel zu tun. Nur 24 Teilnehmer kamen nicht ins Ziel. 350 Teilnehmer beendeten den Marsch. Die am Start gestellte Frage, was am Ziel das gemeinsame Zeichen sein werde, wurde nun beantwortet: das Stirnband in Weiß für Erstteilnehmer und in Grau für Zweitteilnehmer.

Eine sehr stattliche Summe wurde auch für die Selbsthilfegruppe krebskranker Kinder Amberg-Sulzbach gesammelt. 900 Euro hatten bereits die Teilnehmer bei der Anmeldung für sie gespendet. Die Familie Koch hatte versprochen, für jeden Finisher noch einen Zehner draufzulegen, die Spende wurde also mit 3500 Euro auf insgesamt 4400 Euro aufgestockt.

„Der Kleine Schlackenmarsch hat Grenzen aufgezeigt, aber auch verschoben“, urteilte ein Teilnehmer nach dem Zieleinlauf. „Das sind die besten Argumente, sich sofort für den Großen Schlackenmarsch im Oktober mit 100 Kilometern anzumelden“, forderte Vereinsmitglied Ralf Mietke. Nach derzeitiger Planung führt die Route von Tachow nach Sulzbach-Rosenberg.

Info:

Kleiner Schlackenmarsch 2022

  • Gestartet: 222 Männer und 152 Frauen
  • Finisher: 210 Männer und 140 Frauen
  • Stärkste Finisher-Gruppen: FC Deutsche Post und "So weit die Füße tragen" mit jeweils 8 Teilnehmern
  • Stärkste Altersgruppe: 35 – 39 Jahre bei den Männern, 30 – 34 Jahre bei den Frauen
  • Teilnehmer aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach: 232
  • Kreisfreie Stadt Amberg: 46 Teilnehmer
  • Zweitstärkster Landkreis: Neustadt a.d. Waldnaab mit 26 Teilnehmern
 
 

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