Muss das Wasserleitungsnetz in Sulzbach-Rosenberg dringend saniert werden? Diese Frage warf Martin Kunert (SURO2030) am Dienstag, 23. Juli, in der Sitzung des Stadtrates auf. "Ich habe den Eindruck, dass es in letzter Zeit sechs bis sieben Wasserbrüche gab." Kunert wollte wissen, ob es sich hier um eine zufällige Häufung handele, die womöglich eine Nachwirkung der Frostperiode im Winter ist, oder das Netz zunehmend marode werde. Der Stadtrat regte an, einen Zustandsbericht für das Netz zu erstellen, um die Fragen beantworten zu können: "Wo herrscht Priorität? Müssen wir in Zukunft mehr ins Leitungsnetz investieren?" Falls größere Sanierungsarbeiten nötig werden sollten, wäre es sinnvoll zu prüfen, ob dies nicht mit Baggerarbeiten für das Glasfasernetz verbunden werden könne.
Für das Wasserleitungsnetz sind die Stadtwerke verantwortlich. Deren Chef, Armin Wolf, war in der Sitzung anwesend, er bestätigte Kunerts Eindruck. "Es ist tatsächlich so, dass momentan fast täglich ein Rohrbruch auftritt." Was die genauen Gründe seien, könne aber derzeit nicht gesagt werden. Die Rohrbrüche habe es in jeweils unterschiedlichen Straßen gegeben, es lasse sich kein Schwerpunkt in einem bestimmten Gebiet erkennen. Wolf sagte, es sei wichtig, einen Zustandsbericht zu erstellen.
Sanierungsstau auch bei Abwasser-Kanalisation
Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien informiert er, dass das städtische Wasserleitungsnetz meist unter den Straßen verlegt ist und rund 130 Kilometer Hauptleitungen und weitere 92 Kilometer Hausanschlussleitungen umfasst. Treten Rohrbrüche auf öffentlichem Grund auf, würden sie von Fachleuten der Stadtwerke zügig repariert. Für Rohrbrüche in Privathäusern und Wohnungen sind hingegen die jeweiligen Bewohner zuständig.
Das Wasserleitungsnetz, das Frischwasser transportiert, ist nicht zu verwechseln mit der Abwasserkanalisation. Diese ist circa 165 Kilometer lang und wurde in den 1960er und 70er-Jahren gebaut. Im September 2023 war Carsten Mikosch, Ingenieur und Kanalsanierungsberater, im Sulzbach-Rosenberger Stadtrat. Er informierte, wie sich das Kanalnetz sanieren ließe und was das kostet. Mikosch mahnte damals dringenden Handlungsbedarf an. Geschätzt seien 25 Prozent (41,3 Kilometer) der Kanalisation reparaturbedürftig, der Sanierungsstau betrage, ebenfalls geschätzt, 22,7 Millionen Euro.
Auf einen solchen Zustandsbericht spielte Martin Kunert an, als er nun eine ähnliche Dokumentation für das Wasserleitungsnetz forderte.

















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.