05.04.2019 - 14:45 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Fichte liegt buchstäblich am Boden

Jetzt dröhnen Kettensägen durch den Wald, Warnbänder flattern über den Wegen. In der Wagensass bei Sulzbach-Rosenberg ist großes Aufräumen angesagt nach den Stürmen. Und bis dahin ist der beliebte Trimmdich-Pfad tabu.

Riesige Wurzelteller haben sich aufgestellt, nachdem die Bäume umgestürzt sind. Jetzt werden die Wege und Schneisen freigeräumt.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Im Forstrevier Sulzbach hat es ganz schön gerappelt bei den Stürmen im März: Forstdirektor Klaus Bichlmaier vom Staatsforstbetrieb Schnaittenbach hat die Zahlen für das Revier Sulzbach mit einer Gesamtfläche von rd. 1600 Hektar parat. Es liegt zerteilt auf 16 isolierte Einzelflächen (Distrikte) mit dem Schwerpunkt Untere und Obere Wagensass.

"Von den letzten Stürmen geworfen wurden bei uns geschätzt 2500 Festmeter Fichte, 500 Festmeter Kiefer und rund 100 Festmeter Laubholz." Allerdings habe es keine Flächenwürfe gegeben, sondern lediglich Einzel- und Nesterwürfe. "Es wurden keine Bestände geworfen, das Ganze ist also keine waldbauliche Katastrophe." Die Schadensschwerpunkte seien klar erkennbar: die Distrikte Obere und Untere Wagensass, Forsthof sowie Eichen (östlich des Happy Rock). Aber auch in allen anderen Distrikten gab es Einzelwürfe und Brüche. Dazu komme noch eine nicht abzusehende Schadholzmenge, vor allem Fichte, bedingt durch den Borkenkäfer und die Folgen der Trockenheit des Jahres 2018.

Derzeit, so Bichlmaier, seien sechs allein Forstwirte mit der Aufarbeitung in diesen Gebieten beschäftigt, in naher Zukunft zusätzlich unterstützt von einem Harvester und mehreren Brennhol-Selbstwerbern. Denn die Zeit drängt sehr, vor allem bei der Fichtenaufarbeitung: Käfergefahr droht überall. Fichtenkronen werden deswegen zügig gehackt und als Energieholz verwertet, der Abtransport vor allem von Fichtenholz aus dem Wald erfolgt so schnell wie möglich.

Doch ganz so einfach ist es nicht: "Sägewerke und Transportunternehmen sind derzeit am Limit, da aus allen Richtungen (Staats-, Kommunal- und Privatwäldern) Unmengen von überwiegend Schadholz auf den Markt drängen", erklärt Bichlmaier die fatale Lage.

Zunächst solle nun die Obere Wagensass planmäßig bis spätestens Ostern vom Schadholz befreit und wieder komplett betretbar sein. "Da wir aber auf nahezu der gesamten Staatswaldfläche des Forstbetriebs (rund 24 000 Hektar) Schadholz zügig aufarbeiten müssen, sind alle Mann zunächst vor allem in den käfergefährdeten Fichtengebieten an der Säge und werden von derzeit sieben Harvestern dabei unterstützt."

Bichlmaiers Fazit: "Mehr Sorgen als das Sturmholz macht uns definitiv die drohende Borkenkäfervermehrung nach dem Trockenjahr 2018 und dem für die Borkenkäfer harmlosen vergangen Winter. Das wird noch viele Probleme geben."

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