02.12.2018 - 17:23 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Flucht vor der Polizei endet für Geländewagen im Acker

Eine spektakuläre Verfolgungsfahrt endet am Sonntagmorgen nach zehn Minuten sowohl für den flüchtenden Geländewagen als auch für den hinter ihm herjagenden Streifenwagen der Polizei in einem Acker. Doch es geht zu Fuß weiter.

Symbolbild
von Markus Müller Kontakt Profil

Die Geschichte begann am Sonntag um 6.47 Uhr auf Höhe von Atzmannsricht. Da wollte die Streife der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg einen Suzuki-Geländewagen einer Kontrolle unterziehen. Der Fahrer hielt jedoch nicht an, sondern beschleunigte. "Offensichtlich wollte er sich der Kontrolle entziehen", heißt es dazu im Pressebericht der Polizeiinspektion. Die Beamten, die die Verfolgung des Flüchtenden aufnahmen, schätzten es angesichts seiner "äußerst riskanten Fahrweise" als puren Zufall ein, dass der Geländewagen nicht von der Straße abkam.

Pech: Feld frisch gepflügt

Seine Flucht führte über die B 299 nach Krickelsdorf und ging anschließend in Richtung Hirschau weiter. Da er den Streifenwagen nicht abhängen konnte, versuchte der Suzuki-Fahrer mit seinem Geländewagen über Wiesen und Äcker davonzukommen. Allerdings hatte er auch mit dieser Methode kein Glück: Der Geländewagen fuhr sich auf einem frisch gepflügten Acker fest. Das selbe Schicksal ereilte das Polizeiauto.

Der Suzuki-Fahrer hatte, wie sich nun herausstellte, auch einen Beifahrer. Die beiden versuchten nämlich zu Fuß zu flüchten. Erfolg hatte dabei aber nur der (bis dato unbekannte) Beifahrer. Den vormaligen Mann am Steuer erwischten die Polizeibeamten nach kurzer Verfolgung in einem Waldstück. Sie nahmen ihn fest. Der 28-Jährige stammt aus dem nördlichen Landkreis.

Die Ermittlungen ergaben: Er hatte in der Nacht zuvor eine Diskothek am Ortsrand von Sulzbach-Rosenberg besucht. Um sich die Taxikosten für die Fahrt nach Hause zu sparen, sah er sich zusammen mit einem Mann, den er nach eigenen Angaben erst kurz vorher kennengelernt hatte (der spätere Beifahrer), im angrenzenden Ort Siebeneichen nach einer Mitfahrgelegenheit um. Schließlich entwendeten die beiden Nachtschwärmer dort ein unversperrtes Auto und machten sich damit auf den Heimweg. Dabei kam ihnen jedoch die Polizei in die Quere.

Ein Atemalkoholtest ergab bei dem 28-Jährigen einen Wert von 0,66 Promille. Zudem stand er sichtlich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln. Deshalb musste er sich auch einer Blutentnahme unterziehen. "Danach wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt", vermeldet der Polizeibericht. Gegen den 28-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Rettung per Bulldog

Eines ist den Polizeibeamten, die mit ihrem Wagen im Acker steckenblieben, ein Anliegen: dem Landwirt aus Krickelsdorf zu danken, der ihnen zu Hilfe eilte und sowohl das Streifenfahrzeug als auch den sichergestellten Geländewagen mit seinem Bulldog aus dem Acker zog.

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