Sulzbach-Rosenberg
26.09.2018 - 15:56 Uhr

Flugzeugtank war ein Floß

Riesen-Rummel um den leeren Flugzeugtank an einem Weiher bei Neukirchen: Sprengkommando, Polizei, Feuerwehr, THW kümmerten sich um den vermeintlichen Blindgänger. Jetzt gibt es des Rätsels Lösung - auf die wäre nun wirklich keiner gekommen.

Gefährlich sah der Gegenstand aus, der einen Großeinsatz von Rettungskräften bei Neukirchen auslöste. Bild: ge
Gefährlich sah der Gegenstand aus, der einen Großeinsatz von Rettungskräften bei Neukirchen auslöste.

Am Montagabend fand eine Spaziergängerin bei einer Weiheranlage südöstlich der Ortschaft Föderricht der Außentank eines Militärflugzeugs. Das hatte für einen größeren Einsatz mehrerer Hilfsorganisationen gesorgt (wir berichteten). Nun ist das Rätsel um die Herkunft des Kerosinbehälters geklärt, teilte die Polizei mit. Auf die Presseberichterstattung hin hatten sich nämlich die Besitzer der Weiheranlage bei der Polizei gemeldet.

Bis 1982 im Einsatz

Deren Angaben zufolge handelt es sich bei dem aufgefundenen Behältnis um den Abwurf-Zusatztank eines Militärjets vom Typ Fiat G 91. Solche Maschinen hatte auch die Luftwaffe bis zu deren Ausmusterung im Jahre 1982 als Erdkampf- und Aufklärungsflugzeug im Einsatz. Zwei dieser Tanks, so die Weiher-Besitzer, seien vor mehr als 25 Jahren von ihnen käuflich erworben worden, um als Schwimmkörper für ein Floß zu dienen. Vor geraumer Zeit schon hätten Unbekannte das Floß versenkt, ein weiteres Tank-Exemplar liege demnach noch am Grunde des Weihers.

Eher friedliche Zwecke

Es gab also keinen Abwurf oder Verlust des Tanks während eines Flugs, sondern die Fiberglas-Behälter dienten friedlichen Zwecken, nämlich der Binnenschifffahrt auf der Weiheranlage. Die Polizei betonte in ihrer Mitteilung also nochmals, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Dritte, etwa durch den Abwurf des Tanks aus der Luft, bestanden habe.

Dennoch hätte der Einsatz der Hilfsorganisationen anlaufen musste, weil zum Zeitpunkt der Feststellung eine Kontaktaufnahme mit dem bis dato unbekannten Grundstückseigentümern nicht möglich gewesen sei. Somit hat sich alles zum Besten gewendet, und jeder hat in diesem Fall alles richtig gemacht: die Finderin mit ihrer Meldung, die Hilfskräfte mit dem Abtransport und die Besitzer mit ihrer Aufklärung. Und falls wieder ein solcher "Blindgänger" dort auftaucht, ist eine Zuordnung wesentlich leichter.

Der am Ufer liegende Tank war Teil eines Floßes gewesen – das erklärten jetzt die Weiher-Besitzer. Bild: Polizei
Der am Ufer liegende Tank war Teil eines Floßes gewesen – das erklärten jetzt die Weiher-Besitzer.
Sulzbach-Rosenberg25.09.2018
 
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