04.09.2019 - 11:55 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Zu Fuß vom Annaberg zum Frohnberg

Die Bergfeste im Amberg-Sulzbacher Land sind legendär. Dass die heiligen Berge auch abseits der Wallfahrtswochen einen Besuch wert sind, zeigt unser Redakteur Thomas Schaller auf seiner Wanderung vom Annaberg zum Frohnberg.

von Thomas Schaller Kontakt Profil

Als Ausgangspunkt der recht entspannten Rundwanderung von Sulzbach-Rosenberg über den Annaberg bis zum Frohnberg in Hahnbach und wieder zurück ist der Bahnhof der Herzogstadt in zweifacher Hinsicht ideal: natürlich als Anlaufstelle für die Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr, aber auch wegen der kostenlosen Parkplätze für diejenigen, die mit dem Auto anreisen. Für die Route wandeln wir einen Wandervorschlag der Stadt etwas ab und nutzen dabei den Fernwanderweg Erzweg (Markierung: rotes Kreuz auf Weiß), den Stadtrundwanderweg 5 (schwarze 5 auf gelbem Grund) sowie jeweils ein kurzes Stück den Frohnbergweg (blaues Kreuz auf Weiß) und den Fernwanderweg Goldene Straße (weißer Löwe auf rotem Schild). Äußerst hilfreich ist die Karte "Wanderwege rund um Sulzbach-Rosenberg".

Wanderung zum Staunen

Eines gleich vorweg: Auch wenn die reine Gehzeit etwa drei Stunden und fünfzehn Minuten beträgt, wird diese Zeit natürlich nicht ausreichen – so viel gibt es auf der Wanderung zu erleben und bestaunen. Und verschiedene Einkehrmöglichkeiten wollen auch genutzt werden. Der Fußweg Am Stadtpark gegenüber dem Bahnhof bringt uns hinein in die Wasser- und Wiesenlandschaft des Bürgerparks, wo die Kinder vermutlich gleich einen ersten Stopp einfordern, denn zwei Spielplätze verleiten hier zum Toben. Die Erwachsenen können derweil die Enten und Schwäne auf dem Weiher beobachten oder den Bienenlehrpfad besuchen. Am Schluss der Wanderung kommen wir wieder hier vorbei, so dass man sich das Treten in der Kneipp-Anlage bis dahin aufsparen sollte.

Über die Neumarkter und die Bergstraße mit ihrer Fußgängertreppe gelangen wir hinauf in die historische Altstadt zum Luitpoldplatz mit dem Löwenbrunnen. Wer viel Zeit hat, kann hier noch einen Abstecher zum Sulzbacher Schloss unternehmen, der größten zusammenhängenden Schlossanlage der Wittelsbacher in Nordbayern. Die kleine Grünanlage am südwestlichen Ende gewährt einen schönen Blick hinunter auf die unteren Teile der Stadt. Diesem Panoramablick werden auf der Wanderung noch weitere folgen. Zunächst durchqueren wir das Zentrum vorbei an der katholischen Marienkirche, dem gotischen Rathaus und der evangelischen Christuskirche in die Neustadt, danach weiter durch die Neutorgasse und An der Allee Richtung Annabergweg.

Auf dem Bergbaupfad

Ab jetzt geht es gemächlich bergauf durch die von Kurfürst Karl-Theodor 1754/55 errichtete Allee, am Kreuzweg entlang. Links der Bergauffahrt liegt der große Parkplatz, der beim Annabergfest immer gut belegt ist. Auf Höhe seines oberen Endes zweigt rechts der Bergbaupfad ab, dem wir am Annaberg-Südhang bis zum nächsten Aussichtspunkt mit Blick auf die Stadt folgen. Kurz danach verlassen wir den Bergbaupfad nach links, indem wir der Rotkreuz-Markierung des Erzweges weiter hinauf folgen, bis wir bei der Lorettokapelle herauskommen. Sowohl die Kapelle als auch etwas oberhalb die St.-Anna-Kirche (501 m) mit ihrer Lourdesgrotte laden zum Gebet ein.

Bevor man die Wanderung auf dem Stadtrundwanderweg 5 Richtung Osten fortsetzt, sollte man nicht versäumen, vom Südende des Festplatzes aus die tolle Aussicht auf Rosenberg mit der Maxhütte und dem Schlackenberg zu genießen. Die schwarze 5 auf gelbem Grund begleitet uns nun – mit einem Blick hinüber zum Mariahilfberg in Amberg – hinunter auf den Annabergweg, an dem entlang es sehr gemütlich und flach in den kühlen Wald hineingeht und am Waldfriedhof vorbei. Die wohltuende Stille bleibt uns ab jetzt erhalten auf dem Weg durch einen Forst aus Kiefern, Buchen und Fichten. Wenn wir den Wald verlassen, heißt es: Aufpassen! Noch etwa 50 Meter begleitet uns zur Linken der Waldrand des sogenannten Fürstenschlags, um uns plötzlich in offenes Feld zu entlassen. Genau an dieser Stelle biegen wir links ab und folgen wieder dem Waldrand. Die Wegemarkierung ist hier ziemlich versteckt.

Bequemer Wanderweg

Nach diesem Abzweig steuert der Wanderer bereits direkt auf den Frohnberg zu, sich wundernd, warum es denn immer noch so gemütlich flach dahingeht. Wieder umgibt uns der frische Wald, wird kurz unterbrochen von der langgestreckten Wiese des Lindhofgrabens, die wir überqueren, danach noch den Peterranzenbach, während wir weiterwandern bis an den Fuß des Hahnbacher Hausbergs, erkennbar an einem querenden Forstweg. Der 5er Pfad würde nun geradeaus hinauf auf den Frohnberg (425 m) ansteigen. Wir wollen uns dem Heiligtum jedoch von Südosten her nähern und biegen deshalb zunächst nach rechts auf den Forstweg ab, dem wir noch etwa 400 Meter folgen. Einen kleinen Wildacker lassen wir links liegen, bevor wir nach wenigen Minuten links auf einen unscheinbaren Wanderpfad abbiegen, der uns, markiert mit einem blauen Kreuz, hinaufführt zum Plateau, auf dem die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt thront. Der stillen Einkehr im Gotteshaus darf gerne eine zünftige in der Frohnberg-Wirtschaft folgen.

Nun treten wir gestärkt den Rückweg an, der uns, weiter dem 5er Weg folgend, direkt nach Westen vom Plateau wegführt. Nach einem leichten Abstieg kommen wir an eine Waldwegekreuzung, an der es etwas kniffelig wird. Der 5er Weg ist geradeaus angezeichnet, aber geradeaus ist hier wortwörtlich gemeint. Also darf man nicht jenseits der Kreuzung dem Forstweg, der ganz leicht nach rechts knickt, folgen, sondern muss links davon, also direkt voraus, auf einen kleinen Trampelpfad in den Wald zusteuern. Viel einfacher ist es, an der Kreuzung zunächst links auf den Fernwanderweg Goldene Straße abzubiegen, um nach etwa 100 Metern wieder rechts abzuzweigen. Kurz danach ist man wieder auf dem Pfad, der hier deutlich gekennzeichnet ist. Zugegeben eine etwas tückische Streckenführung, aber die schwarze 5 bleibt uns nun treu durch den Wald und hinaus auf den Kammweg am Dürren Berg, von dem wir dann nach links in Richtung des idyllischen Weilers Gallmünz abbiegen. An einem Hühnergehege kommen die Tiere angewackelt, weil sie auf Futter hoffen.

Der Weg schlängelt sich durch den Ort hinab, bevor er am Lindhof entlang wieder ganz leicht emporführt, links vor uns der Annaberg. An einer Pferdekoppel vorbei steigt die Straße in einem weiten Bogen weiter an, und unvermittelt scheint es, als wüchsen die Türme der beiden Sulzbacher Pfarreien aus dem Grünland zur Rechten. Am Annabergparkplatz kommen wir wieder auf die Kreuzwegallee und marschieren die letzte Strecke in die Stadt zurück auf demselben Weg, auf dem wir am Anfang heraufgekommen sind. Für eine erfrischende Belohnung sorgen zum Abschluss die Gasthäuser und Eisdielen im Zentrum und kurz vor dem Ziel die Kneipp-Anlage im Bürgerpark.

Die Wanderung im Überblick (Mausklick auf Wanderwegname blendet Markierungssymbol ein)

Die GPX-Datei zum Herunterladen (ohne Gewähr, Verwendung auf eigene Gefahr)

Über die Tour:
  • Gehzeit: rund 3:15 Stunden
  • Strecke: ca. 12,5 km
    streckenprofil.jpg
    Das Höhenprofil der Strecke, erzeugt mit Bayernatlas.
  • Markierungen: bis Annaberg rotes Kreuz, danach bis Frohnberg schwarze 5 auf gelbem Grund und ein kurzes Stück blaues Kreuz, danach wieder schwarze 5 auf gelbem Grund, ein kurzes Stück begleitet vom weißen Löwen auf rotem Schild.
  • Kartenmaterial: "Wanderwege rund um Sulzbach-Rosenberg", erhältlich gegen eine Schutzgebühr von 2 € bei der Tourist-Information der Stadt Sulzbach-Rosenberg, Telefon 09661/510-110.
  • Einkehrmöglichkeiten: im Zentrum von Sulzbach-Rosenberg diverse Gaststätten und Eisdielen, unterwegs die Frohnberg-Wirtschaft auf dem Frohnberg (Montag Ruhetag außer an Feiertagen).
Anfahrt:

Von Schwandorf und Amberg auf der B 85, von Weiden auf der Staatsstraße 2238 nach Hirschau und weiter auf der B 14 über Gebenbach und Hahnbach nach Sulzbach-Rosenberg, Bahnhof (zu unterscheiden vom Bahnhof Sulzbach-Rosenberg Hütte). 

(Alle Informationen ohne Gewähr)

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