(mfh) Das Thema Bienen und das Versprechen, zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl und der Bürgermeisterin des Birglandes, Brigitte Bachmann, der Bienen AG in der Grundschule Illschwang einen Besuch abzustatten, hatte sie in den Landkreis geführt. Anschließend wurde das Gemeindehaus im Schwend besucht. "Flächengemeinden haben grundsätzlich Strukturprobleme", erklärte Brigitte Bachmann. Sie zeigte aber auch Lösungsansätze auf und hofft, dass die Gemeinden von der "großen Politik" nicht im Regen stehen gelassen werden.
Nach einem Mittagessen im Gasthaus Laurer in Sunzendorf wurde der Ortstermin in Fürnried wahrgenommen, bevor es zur Hauptveranstaltung in Sulzbach-Rosenberg im Gasthaus Sperber ging. Der Einladung zum Runden Tisch zum Thema Bienensterben und Artenvielfalt waren rund 25 Teilnehmer aus verschiedenen Verbänden und Initiativen gefolgt, vom Bauernverband, den Imkervereinen, Umweltschutzinitiativen bis zum Wildlebensraumberater oder dem Vertreter des Bund Naturschutzes.
Ruth Müller berichtete über ihre Arbeit zum Thema Bienen und welche Anträge von der SPD-Landtagsfraktion seit November 2013 eingebracht und wie sie verabschiedet wurden. Müller: „Wenn man Lebensräume für die Bienen schaffen will, braucht man auch Kommunalpolitiker, die auch mal gerne experimentieren, die auch mal dafür geradestehen, dass eine Fläche nicht regelmäßig gemäht wird.“
Bürgermeister Michael Göth zeigte auf, welche Erfolge die Stadt Sulzbach-Rosenberg in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten bereits erzielt hat. Dazu gehören die Bienenhäuser an drei Schulen genauso wie das jüngste Projekt in Rosenberg, die Bienenbelebung auf dem Schlossberg in Zusammenarbeit mit dem Imkerverein, der Stadtgärtnerei und dem Rosenbladl.
Kreisverbands-Vorsitzender der Imker, Andreas Royer, erklärte, dass ein guter Honigertrag nur von gesunden Bienenvölkern erzielt werden kann. Jüngste Untersuchungen zeigen, dass trotz geringerem Einsatz von Pestiziden sich die Wirkstoffe verschiedener Mittel potenzieren. "Bienen verlieren massiv die Orientierung und zudem wird der Wärmehaushalt eines Bienenstocks hochgradig geschädigt, was auf Dauer zum Tod der Völker führt", so Royer.
Pestizide, Monokulturen und eine Landwirtschaftspolitik mit falschen Förderansätzen und einem viel zu restriktiven Bürokratismus sind die entscheidenden Verhinderer schneller Lösungen, hieß es. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass nur ein konstruktives Miteinander zum Erfolg führen kann. Dass diese Zusammenarbeit in der Oberpfalz zum täglichen Brot gehört und deswegen auch schon beachtenswerte Erfolge erzielt werden konnten, das wurde auch von allen Seiten bestätigt.
Der Kreisverband der Imker ist vorbildlich in der Jugend- und Nachwuchsarbeit. Die Wiederbeschaffung von Lebensräumen führte dazu, dass mittlerweile in der südlichen Oberpfalz Rebhuhn und Wachtel wieder beheimatet sind, bestätigte der Wildlebensraumberater Balduin Schönberger. "Wir brauchen die Natur und die Natur braucht die Bienen."
Ruth Müller zitierte einen Architekten, der einen alten Apfelbaum aus einem neu geplanten Kindergarten entfernen sollte: „Es gehört zum Risiko des Lebens, das man auch mal von einer Biene gestochen wird oder dass einem ein Apfel auf den Kopf fällt.“ Wie wahr. Der Erhalt der Bienen und die Artenvielfalt ist ein Thema, das jeden Einzelnen angeht. Ruth Müller: „Friedhöfe dürfen nicht zum alleinigen Rückzugsgebiet der Bienen werden.“
Besuch bei einem Schulprojekt in Illaschwang
Seit 2013 stehen drei Bienenvölker neben dem Pausenhof der Grundschule in Illschwang. Rund ein Dutzend Kinder wirken jedes Jahr in der Bienenarbeitsgemeinschaft mit und unterstützen dabei Josef Söllner, der sich aufopfernd um die Völker kümmert, wie es hieß.
Der Landtag gewährt für diese Schulprojekte einen jährlichen Zuschuss von 300 Euro. Die Bienen-AG findet sehr großen Anklang und so manche Idee wie zum Beispiel das Anlegen einer Bienentränke kommt aus dem Kreis der Kinder.
Renate Sekura, die Rektorin der Schule: „Früher hatte jeder Hof auch Bienenstöcke. Mit diesem Schulprojekt werden die Zusammenhänge in der Natur wieder mehr zu einer Selbstverständlichkeit.“ (mfh)













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