13.11.2019 - 16:08 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Ein Hauch von Hollywood in der alten Maxhütte

Man fühlt sich zurückversetzt in die Nachkriegszeit, Ende der 40er Jahre. Ausgemergelte Gestalten, überwiegend in Arbeitskleidung, bestimmen das Bild hier unter dem Hochofen. Das Areal der Maxhütte ist Kulisse für den Kinofilm "Plan A".

Drei Tage lang bildete der Hochofen mit Umgriff die Kulisse für das Filmteam der Produktionsfirmen Getaway Pictures und Jooyaa Film, die mit einem großen Tross zu Dreharbeiten für den Film „Plan A“ in die Oberpfalz gekommen waren.
von Redaktion ONETZProfil

Die Produktionsleitung kann den Wunsch der SRZ-Redaktion für ein Bild vom Set nicht erfüllen und bittet um Verständnis. Wie Verantwortliche am Rande der Aufnahmen informieren, unterliege das Filmprojekt einem strengen Ablaufplan. Bilder und Trailer werden erst später zusammengestellt und dann zeitnah zum Filmstart freigegeben. Ein Filmplakat mit dem Originaltitel "Plan A, the untold story of a jewish revenge" geistert jedoch schon durch das Internet.

Für die Filmcrew muss richtig gut gesorgt werden.

4,4 Millionen Euro

Nach Insider-Angaben wird der Film mit einem Budget von 4,4 Millionen Euro von Skady Lis (Getaway Pictures) und Minu Barati (Jooyaa Film) produziert. Neben August Diehl haben Nikolai Kinski, Milton Welsh, Michael Brandner, Tim Wilde sowie die israelischen Schauspieler Michael Aloni und Oz Zehavi Rollen in "Plan A" übernommen. Regie führen die israelischen Brüder Yoav und Doron Paz. Sie stammen aus einer Familie deutscher und polnischer Holocaust-Überlebender.

Warten auf den nächsten Einsatz vor der Kamera.

Wahre Geschichte

Vom Inhalt des Films ist bis dato noch nicht viel bekannt. Über dem Drehbuch liegt quasi vorerst der Mantel des Schweigens. Was bereits an die Öffentlichkeit gelang, sind Angaben zur Story, die auf einer wahren Geschichte basiert. Eine Gruppe jüdischer Holocaust-Überlebender plant unter der Bezeichnung "Nakam" (hebräisch für "Rache"/Infokasten) 1945 eine große Rache-Aktion. Mitglieder der Gruppe schleusen sich als Arbeiter in den Wiederaufbau der Wasserwerke ein. Sie wollen das Trinkwasser in fünf Großstädten vergiften.

Das klingt nach Stoff für Hollywood und nach einem spannungsgeladenen Film, der uns einen bisher weitgehend unbeleuchteten Teil der Vergangenheit näher bringt. Auch werden dabei die heute aktuellen Fragen nach Gerechtigkeit, Rache und Moral thematisiert.

Spuren der Dreharbeiten auf dem Maxhüttengelände.

Nächstes Jahr im Kino

Gedreht wurde bereits in Marktredwitz, jetzt drei Tage lang auf dem Maxhüttenareal. Folgen werden noch Drehorte in der Ukraine und in Israel. Nächsten Jahr soll der Film in die Kinos kommen.

Die Hochofen-Plaza wird zur Filmkulisse.
Hintergrund:

Die Story hinter dem Film „Plan A“ beruht auf der Schilderung einer Vergeltungsaktion, bei der sich die jüdische Organisation „Nakam“ („Rache“) 1945 das Ziel gesetzt hatte, für den Holocaust Rache zu nehmen. Innerhalb von Nakam gab es die Geheimorganisation DIN (das Urteil). Ihr Ziel war die Jagd nach Nazi-Verbrechern. DIN verfügte über eine Kartei mit Passbildern und Personalpapieren der SS-Kommandanten, die die berüchtigten Einsatzgruppen im Osten führten und beinahe eine Million Juden auf dem Gewissen hatten. Plan A sollte das Todesurteil für eine Million Deutsche sein. Dazu wollten die Rächer Wasserversorgungen in München und Nürnberg vergiften, was aber scheiterte. Bei Plan B stand 1946 die Vergiftung von SS-Männern im Internierungslager Langwasser mit Arsen im Fokus. Betroffen waren 2283 SS-Männer, die zwar erkrankten, aber durch die Vergiftung nicht zu Tode kamen.

Zwei große Zelte nehmen die komplette Truppe bei den Dreharbeiten auf.
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