09.09.2020 - 15:26 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Helmut A. Binser begeistert mit neuem Programm im Capitol

Gute Laune verbreitete Helmut A. Binser bei seinem Auftritt im Capitol in Sulzbach-Rosenberg von der ersten Minute an. Mit einem gelungenen Anfangs-Gag hatte der Kabarettist aus Runding das Publikum sofort im Griff.

Helmut A. Binser, ein bayerisches Original, spielte im Capitol auf.
von Heidi FranitzaProfil

Mit einer Frage begrüßte der Binser seine Gäste im Capitol: "Wer war schon einmal in einem meiner Programme?" Viele Hände gingen hoch und viele Ja-Stimmen waren zu hören. Etwas enttäuscht antwortete der Binser: "Dann muss ich doch tatsächlich mein neues Programm spielen." Und mit diesem Lacher hat er das Publikum für den ganzen Abend auf seine Seite gebracht. Auch als er von seiner Kindheit und Jugend erzählte. Müllmann sei sein Berufswunsch gewesen. Der kam nur alle zwei Wochen, hatte also eine überschaubare und angenehme Arbeitszeit.

Bei seinem ersten Song "Alkoholfreies Bier" sang das Publikum bereits unaufgefordert den Refrain mit. Und damit wurde auch das Geheimnis des Erfolgs des bayerischen Kabarettisten offensichtlich. Er nimmt sein Publikum auf eine Gute-Laune-Reise mit.

Mit Geschichten und Liedern, mit Lustigem und manchmal auch Nachdenklichem. Wie beim Lied über die Digitalisierung, in dem er schonungslos darlegt, welche lieb gewonnenen Angelegenheiten man nicht digital bekommt, zum Beispiel einen Rausch beim Oktoberfest oder eine ausgehungerte Nachbarin. Beim Liebeslied für eine Sache ging es um einen Misthaufen. Egal, die Musik ist zum Schunkeln und alle schunkeln mit. Einfache Texte sind sein Metier, machte er den Zuhörern weis. Die brauche man für internationale Auftritte auf großen Bühnen. Erklärungen wie ein Lebenslauf auf Basis einer wunderschönen Melodie klärten auf "uns kennt ma scho allaweil von de Andern weg". Vielleicht eine Hommage an Binsers Leben, an Runding und die bayerische Gemütlichkeit, die sich manchmal in lustig-bizarren Sachverhalten manifestiert.

Ja, ein Papperdeckelröhrl ist auch für etwas gut, wenn das Klopapier schon verbraucht ist. Der Binser hielt mit seiner Lebenserfahrung nicht hinter dem Berg. Vielleicht ist das auch als Synonym für das hochgelegene Runding zu sehen, der Ortschaft, in der er aufgewachsen ist. Ist es nachhaltig, wenn man einen alten Stodl kontrolliert abbrennt?

Für den lebenslustigen Binser schon und für das Publikum war es regelrecht ein Feuerwerk für die Lachmuskeln. Er versteht es hervorragend, seine Geschichten so wirken zu lassen, als sei ihm alles gerade spontan eingefallen. Und so zieht sich mancher Vorfall, an den er sich gerade erinnert, mit immer wieder neuen Einzelheiten bis zum großen Finale hin, an dem es einen vor Lachen schon schier zerreißt.

Auch bei seinem Cowboy-Song in bayerisch-englischer und übersetzter Fassung war das so. Das Publikum sang den Refrain mit oder beendete spontan so manche Liedzeile, die sich aus der Logik des Reims so ergab. Ein Schelm, wenn er die Zuhörer aufs Glatteis führte.

Zweimal hintereinander gab Binser sein Programm im Capitol in Sulzbach-Rosenberg zu Besten. Wegen Corona im Frühjahr abgesagt, musste Binser nun wegen des guten Vorverkaufs und der Abstandsregelungen zweimal auf die Bühne. Wie Kulturamtsleiter Fred Tischler bemerkte, wurden vom Publikum alle Vorschriften eingehalten.

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