(mma) Gleich zu Beginn der Führung staunte man über ein entdecktes Rebhuhn, welches ja überall bereits sehr selten geworden ist. Zudem sang ein Flussregenpfeifer ein Begrüßungslied auf einer nahen Schotterfläche, auf der er sich offensichtlich wohl fühlt. Das Tirili einer Feldlerche mit ihrem Rüttelflug gesellte sich dazu. Bernhard Moos erklärte, dass bedauerlicherweise bereits 70 Prozent dieser nützlichen heimischen Vogelart aufgrund der intensiven Landwirtschaft auch in der Oberpfalz verschwunden seien.
Viele weitere Vögel konnte man noch gut beobachten, wie zum Beispiel eine Goldammer, einen früher typischen Feldflurbewohner, und auch viele Greifvögel. Wespen- und Mäusebussarde nutzten die starken Aufwinde des Schlackenberges für ihre Flugakrobatik. Auch Turmfalken entdeckte man, die fast statisch und majestätisch in der Luft schwebten. Auf der Deponie leben auch noch Rotwürger, Grasmücken, Steinschmätzer, Rauchschwalben, Hausrotschwanz, Braunkehlchen und die großen Hohltauben, welche vor den Augen der Besucher in kleinen Schwärmen aufflogen.
Obwohl die große Trockenheit der vergangenen Wochen bereits viele Blüten vorzeitig verwelken ließ, konnte man doch noch viel von der Farbenpracht dieses schütteren mageren Grünlands bewundern. Ganz bewusst habe man diesen Sandboden aufgebracht, erklärte Moos, um so möglichst vielen Blütenpflanzen und Kräutern einen Lebensraum zu schaffen, der rar geworden ist.
Der Biologe zeigte mit viel Geduld einen Wund- und Hornklee, die Bärenschote, das Wiesenflockenkraut, die Färberkamille sowie das Heide- und das blaue Sandröschen mit seinen Kugelblüten. Die vielstängelige Flockenblume, die Waldblatterbse, Baldrian, Seifenkraut, der kleine Wiesenknopf, die Grasnelke, weißer und gelber Steinklee oder Feldbeifuß, Zypressenwolfsmilch und auch der Natternkopf waren nur einige der über 100 verschiedenen Pflanzenarten, welche sich dort wohlfühlen und die es zu entdecken galt. Moos meinte, dass der Schlackenberg deshalb durchaus in „Blumenberg“ umgetauft werden könnte.
Schmetterlinge wie den gelb-schwarzen Schwalbenschwanz durfte man sogar auf seinem Hochzeitsflug beobachten. Der Distelfalter und viele andere Schmetterlinge und Insekten finden in diesem Biotop Nahrung und im weichen Boden Möglichkeiten zur Eiablage.
Auf den Schotterflächen und zwischen den Gabionen aus Jurakalksteinen fühlen sich zahlreiche schillernde Eidechsen und auch ungiftige Blindschleichen wohl. Die blauflügelige Heuschrecke ist besonders auf den freien mageren Flächen zu Hause. Sie wird aber erst im Juli das Terrain bevölkern.
Als Bernhard Moos das Zirpen einer Heuschrecke namens Warzenbeißer hörte, suchte und fand er diese bald. Obwohl sie ihn mehrfach in die Hand biss, war sie für kurze Zeit ein begehrtes Fotoobjekt.
Auch scheue Hasen und Rehe leben auf dem Berg, dessen Schlammteiche noch immer entölt werden. Die angeflogenen Kiefern bieten ihnen ausreichend Schutz. Diese Bäume bzw. Büsche müssen aber regelmäßig abgesägt werden, wusste Moos, da sie ansonsten die Folie über der darunterliegenden Deponie mit ihren Wurzeln durchbohren könnten.
Ein Viertel gemäht
Der 480 Meter hohe Schlackenberg werde zudem jeweils pro Jahr im Turnus zu einem Viertel gemäht, um die enorme Vielfalt zu garantieren und auch um Unpassendes oder Wucherndes dabei zu entfernen. Fasziniert waren alle auch von dem Panorama, welches der Berg bot. Nicht nur Sulzbach und Rosenberg konnte man von oben bestens bestaunen, sondern bis weit ins Umland mit seinen Dörfern und Hügeln sehen. Applaus dankte dem engagierten freiberuflichen Gutachter für seine qualifizierte Führung.
Der Schlackenberg mit seinem Naturerlebnispfad ist mehrmals im Monat geöffnet und kann kostenlos bei einem Spaziergang erforscht werden. Schautafeln erläutern an vielen Stationen alles Wissenswerte. Ein Infostand über den Bau der Anlage auf der Bergkuppe und eine Denkmal für die Toten der Maxhütte ergänzen die Informationen.
Öffnungszeiten
Sonntag, 05.08.2018
Dienstag, 07.08.2018
Donnerstag, 09.08.2018
Mittwoch, 15.08.2018
Samstag, 18.08.2018
Sonntag, 19.08.2018
Dienstag,21.08.2018
Donnerstag, 23.08.2018
An diesen Tagen ist die Deponie Schlackenberg von 9 bis 16 Uhr über das Drehkreuz am Eingang Erzhausstraße zugänglich.













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