01.11.2020 - 11:49 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Irische Band „Na Ciotogi“ spielt im Capitol

Sie durften gerade noch auf die Bühne. Quasi fünf vor zwölf vor dem erneuten Lockdown zündeten vier Musiker von der Grünen Insel ein Feuerwerk aus irischer Musik und Lebensfreude. Danach gingen erst einmal die Lichter aus im Capitol.

Beim letzten Konzert im Capitol vor dem erneuten Lockdown spielten Na Ciotogi traditionelle Musik von der Grünen Insel. "Wir kommen wieder" versprachen die irischen Musiker am Ende ihres tollen Auftritts in Sulzbach-Rosenberg.
von Helga KammProfil

"Wir haben nichts falsch gemacht“, sagte Thilo Hierstetter, der Hausherr im Capitol. Kaum begonnen, sind die Musik- und Kabarett-Abende im ehemaligen Kino in Sulzbach-Rosenberg bereits wieder am Ende. Nicht nur das Capitol ist vom erneuten Lockdown betroffen, ebenso alle anderen Häuser und Räume, in denen eine Zeitlang wieder kulturelles Leben stattfinden durfte in der Stadt. Ganz zu schweigen von der Gastronomie. Die irischen Linkshänder, so heißt „Na Ciotogi“, der Name ihrer Band, dankten deshalb gleich zu Beginn ihres Auftritts dafür, „dass dieser Abend überhaupt stattfinden kann“. Dann allerdings war von Wehmut oder Tristesse nichts mehr zu spüren, denn die vier Männer boten mit Temperament, Spielfreude und Können alles, was die Musik von der Grünen Insel zu bieten hat: Lebhafte, flotte Rhythmen, authentische Lieder, ruhige Balladen, Gigs, Reels und Hornpipes, die zum Tanz aufgespielt werden wie in Bayern Polkas oder Landler.

„Na Ciotogi“ sind nicht nur alle Linkshänder, sie sind auch Freunde und Verwandte. David McMahon aus Dublin, der seit Jahren im Landkreis Landshut wohnt, führt in deutscher Sprache durch das Programm, singt, spielt Akkordeon, Mundharmonika und Concertina. Sein Sohn Sean McMahon, eines von sieben Kindern, ist der Geiger oder Fiddler der Gruppe. Tony McCarthy aus Cork spielt Querflöte, Bouzouki und die Schnabelflöte Tin Whistles. Das ungewöhnlichste Instrument beherrscht Dan O'Callaghan, die Uilleann Pipes, den irischen Dudelsack. Mit einem unbegleiteten Solostück zeigt er sein Können an diesem Instrument. Sie spielen und sie singen alle, mit kraftvollen, wohlklingenden Stimmen. Auch wenn der Text nicht immer verstanden wird, nehmen die Lieder gefangen, die wie Balladen oder Moritaten von historischen Ereignissen, berühmten Personen, Liebesaffären und immer wieder von der Schönheit Irlands erzählen. Wie ihre Stücke kommen die Musiker aus verschiedenen Regionen der Grünen Insel. Ihre Lebenshintergründe und Erfahrungen fließen in ihre Musik mit ein, ihr musikalischer Stil ist traditionell und unverfälscht.

Manche ihrer Stücke haben keinen Namen, manchmal singen sie auch in ihrer gälischen Muttersprache. Über England sagt David: „Wir sind Nachbarn, aber keine guten Freunde“, und in den nächsten Jahren wollen sie ein „irish-bayerisches Programm“ auf die Beine stellen. „Soll ma aufhörn?“, fragt der Moderator zu vorgerückter Stunde. Das Publikum, darunter offenbar etliche Irland-Fans, protestiert und bekommt noch einige Zugaben, eine davon ist „Slainte“, von den vier Männern a cappella gesungen.

Die Iren haben an diesem Abend im Capitol das Schlusslicht gesetzt – trotz allem mit bester Musik, mit Humor und Lebensfreude. Bei ihrem ersten Auftritt in der Stadt im Herbst 2019 versprachen sie: "Wir werden wiederkommen." Sie konnten 2020 ihr Versprechen gerade noch halten, und es ist zu wünschen, dass sie auch wiederkommen, wenn Corona besiegt ist und wieder normale Zeiten angebrochen sind.

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