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Die Jugend soll mehr gehört werden? Nein – sie muss endlich gehört werden. Wer die Debatte über die Wehrpflicht verfolgt hat, weiß: Wieder einmal entscheiden Ältere über das Leben Jüngerer. Und nicht nur da. Fast alle großen politischen Baustellen landen am Ende auf dem Rücken der jungen Generation. Rentensystem? Kollabiert – und wird mit immer mehr Steuermilliarden gefüttert, die vor allem die Jungen erwirtschaften müssen. Wirtschaftliche Flaute? Trifft besonders jene, die jetzt ins Berufsleben starten. Inflation, Klimawandel, geopolitische Unsicherheiten – die Liste der Hypotheken, die die Jugend schultern soll, wird länger und länger.
Das Grundproblem liegt tief: Politik in Deutschland ist zu häufig Politik für die Gegenwart – und zu selten Politik für die Zukunft. Entscheidungen werden nach kurzfristigen Stimmungen getroffen, nicht nach langfristigen Folgen. Dabei sind es die Jüngeren, die die Rechnung bezahlen.
Hinzu kommt: Das Beispiel der HCA-Schüler zeigt, wie absurd die gängige Behauptung ist, Jugendliche seien uninformiert, unpolitisch oder zu unreif für ernsthafte Debatten. Die Gymnasiasten haben mit ihrem Planspiel nicht nur eine komplexe Bundestagsdebatte simuliert, sie haben klare Positionen formuliert, Kompromisse ausgelotet und eigene Lösungsmodelle entwickelt. Wer ihnen zuhört, merkt schnell: Da argumentieren keine Träumer, sondern junge Menschen, die verstanden haben, worum es politisch geht – und die es betrifft.
Deutschland hat ein Repräsentationsproblem. Und ein Zuhörproblem. Beides löst man nur, indem man jungen Menschen mehr Raum gibt – im Bundestag, in Talkshows, in öffentlichen Debatten. Die HCA-Schüler haben gezeigt, wie gut das funktionieren kann. Jetzt müssen die Erwachsenen zeigen, dass sie bereit sind, zuzuhören.

















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