20.07.2020 - 16:45 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kaffeeproben und Second-Hand-Mode auf dem Laufsteg

Buntes Leben in der Neutorgasse, mit Musik, Kaffee und Mode, fast „wie früher“, allerdings mit Gesichtsmasken und Anwesenheitslisten.

von Helga KammProfil

„Löwenbändiger“, „Nachteule“ und „Betthupferl“ heißen drei neue Kaffeesorten im Unverpacktladen Weltfairbesserer, die es am Samstag zu probieren gab. Dazu hatte die Kaffeerösterei Basilius aus Velburg ihre mobile Kaffeebar in der Neutorgasse aufgebaut, und Erdal Oeser ließ die Passanten den vollen Geschmack der bittersüßen Bohne in Form von Espresso, Cappuccino oder Americano testen.

Kampf gegen Müllberge: Einkaufen ohne Plastik

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Auf diesen Spitzenkaffee aus fairem Handel und eigener Röstung legen Robert und Doris Adunka Wert, die seit Herbst vorigen Jahren den Unverpacktladen in der Neutorgasse 12 betreiben. Ihre hochwertigen Bio-Lebensmittel stammen überwiegend aus der Region und werden ohne schädliche Plastikverpackung abgegeben. „Es läuft sehr gut“, beschreibt Robert Adunka die ersten Monate, vielen Sulzbach-Rosenbergern sei ein Beitrag zum Schutz der Umwelt wichtig. Um auch Menschen mit niedrigem Einkommen den Kauf hochwertiger Nahrungsmittel zu erleichtern, wird im Laden „Soli-Geld“ angeboten; 5-Euro-Spenden-Scheine, die an der Kasse verrechnet werden.

Für einen ebenfalls guten Zweck stellte sich Elfriede Kopp zur Verfügung. Die Küchel-Bäckerin bot vor der Ladentür ihr leckeres Gebäck an, das viele Passanten auch für den Nachmittagskaffee daheim mitnahmen. Ein Euro pro Küchel ergab am Ende des Tages eine schöne Summe, die Elfriede Kopp nach Peru schickt. Sie unterstützt seit Jahren ein Kinderheim in Huanuco und eine Organisation, die Straßenkinder in Lima mit Mahlzeiten versorgt.

Einen grünen Teppich hatten die Frauen vom Second-hand-Laden Kommode in der Neutorgasse ausgelegt. Darauf führten am Nachmittag Models gebrauchte Damen- und Herrenmode vor, die in der Kommode wieder verkauft wird.

Die Kommode und ihr ungewöhnliches Geschäftsmodell

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Erst Anfang Juni hat das Team um Gerda Krusche den Laden eröffnet und kann nach den ersten Wochen schon feststellen: „Das Interesse ist riesig.“ Es handelt sich bei den gespendeten Kleidungsstücken um gut erhaltene Sachen, die nicht weggeworfen, sondern wieder getragen werden. „Damit arbeiten wir gegen die Konsum- und Wegwerfmentalität“, beschreibt Gabi Bauer ein Anliegen der Kommode. Die Einnahmen, aus dem Verkauf der Kleidung spenden die Initiatorinnen an soziale und ökologische Projekte. Die jungen Models, die zu flotter Musik Mode für alle Anlässe über den grünen Teppich trugen, kamen überwiegend aus der Berufsfachschule für Musik, wo sie die Musicalklasse besuchen. Dem entsprechend machten sie ihren Job mit Freude und sehr professionell.

Frohsinn und gute Laune verbreiteten den ganzen Tag über zwei Musik-Profis. Curtis Fink und Leif Wiesmeth von der Band Burst hatten ein kleines Piano und verschiedene andere Instrumente mitgebracht und unterhielten mit Jazz-, Funk-, und Gospelmelodien.

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