Sulzbach-Rosenberg
15.12.2022 - 17:10 Uhr
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Klimawandel: Stadt sichert Grundstück für weitere Trinkwasserbrunnen

Die Grundwasserstände sinken auch in Sulzbach-Rosenberg. Experten sehen darin eine Folge des Klimawandels. Für den Notfall haben die Stadtwerke als Wasserversorger einen Plan.

Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung sind auch in Sulzbach-Rosenberg aufwendige Prozesse, die unmittelbar und tagtäglich alle Bürger betreffen. Verbunden seien damit, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt erläutert, der Unterhalt von Leitungssystemen oder auch die Überwachung der Grundwasserstände. „Bayerns Trinkwasserversorger und Abwasserentsorger realisieren – meist abseits der Wahrnehmung der Öffentlichkeit – viele Maßnahmen, um diese wichtige Infrastruktur zu pflegen, zu erhalten und nachhaltig zu modernisieren“, heißt es in einer Information des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Für Sulzbach-Rosenberg fallen diese Aufgaben den Stadtwerken (Wasserversorgung/Leitungsnetz) und der Stadtverwaltung (Abwasserentsorgung/Kanalnetz/Kläranlage) zu.

Wie Roland Kraus als Leiter der Stadtwerke und sein Stellvertreter Armin Wolf beim Gespräch mit Oberpfalz-Medien informieren, seien im Freistaat zurzeit etwa 115 000 Kilometer Trinkwasserleitungen verlegt. Deren Erhaltung und Sanierung sei deshalb eine zentrale Aufgabe der Wasserversorgungsunternehmen. Dazu gehörten auch für den Bereich der Stadtwerke Zustandsbewertungen der Rohrnetze, Schadensanalysen, Instandhaltungsstrategien und Sanierungsverfahren.

Sanierung im Stadtteil Erlheim

„Für unseren Zuständigkeitsbereich in der Stadt Sulzbach-Rosenberg stellen wir kontinuierlich Fünf-Jahres-Pläne auf, um unser Leitungsnetz Schritt für Schritt zu sanieren und zu erneuern“, so Kraus. Für 2021 verweist Kraus auf die Netzerneuerungen in der Hugo-Geiger-Straße und in der Brauhausgasse sowie auf allgemeine Erweiterungen der Rohrleitungen in neuen Wohngebieten. Im Stadtgebiet würden im kommenden Jahr 2023 in Erlheim, in der Berliner Straße und Peter-Fechter-Straße nach einigen Rohrbrüchen Sanierungen anstehen. „Für den Unterhalt des Leitungsnetzes wenden wir pro Jahr etwa 500 000 Euro auf“, ergänzt Armin Wolf.

Aufschlüsse über die Dringlichkeit von Instandhaltungen geben den Stadtwerkern die Wasserverluste, die in Sulzbach-Rosenberg auftreten. Dazu wurde das Wasserleitungsnetz im Stadtgebiet in verschiedene Zonen aufgeteilt, die mit eigenen Zählern durch die Stadtwerke überwacht werden. Bisher gebe es sieben solcher Zonen. Für das Team der Stadtwerker ist dann jeweils der Nachtverbrauch entscheidend. Trete in einer Zone ein signifikant höherer Verbrauch auf, müsse gehandelt werden. Aktuell nennt Werksleiter Roland Kraus Wasserverluste für das Jahr 2021 in Höhe von 55 980 Kubikmeter oder 5,5 Prozent. Wie Wolf dazu ergänzt, würden alle Verluste unter 10 Prozent bayernweit als „gering“ eingestuft, was aber nicht heißt, dass man mit dieser Entwicklung leichtfertig umgehen könne. Ein permanenter Blick auf die Grundwasserspiegel sei deshalb auch für die Stadtwerke Sulzbach-Rosenberg unabdingbar. „Wir verzeichnen seit etwa 2011 ein kontinuierliches Absinken der Ruhewasserspiegel in unseren Brunnen, auch der geringfügige Anstieg von 2021 auf 2022 bedeutet für uns keine Trendwende, da die Auswirkungen des Klimawandels auch bei uns immer spürbarer werden“, macht Roland Kraus als Ursachen aus.

Viele heiße Tage

Er verweist zudem auf die Jahre 2018, 2019 und 2020, in denen es unterdurchschnittliche Niederschläge von November bis April, aber viele heiße Tage im Sommerhalbjahr bei insgesamt weniger Regen gab. Für Deutschland bringe die globale Klimaveränderung diese Entwicklung. Feuchte und kühle Luftmassen aus dem Atlantik würden fehlen. Das habe auch Auswirkungen auf die regionalen Wasserkreisläufe. Wo weniger Wasser verdunstet, bringen auch Gewitter weniger Regen – abgesehen von vereinzelten Starkregenereignissen. Der Boden trocknet aus, der Grundwasserspiegel sinkt, weil mehr verbraucht wird als neu gebildet. Das Tiefengrundwasser, so Kraus gemäß einer Information des Landesamtes für Umweltschutz, wird kaum bis gar nicht mehr gespeist.

Wasserversorgung sicher

„Wir haben die Entwicklung im Blick, machen uns aber zum jetzigen Zeitpunkt wegen der Wasserversorgung keine Sorgen. Als Gegenmaßnahmen bieten sich beispielsweise das Strecken der Wasserentnahme-Zeiten oder das Tieferhängen der Förderpumpen an. Zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung hat die Stadt Sulzbach-Rosenberg in Breitenbrunn in Nähe des Brunnens IV auch ein weiteres Grundstück gekauft, wo bei Bedarf neue Brunnen mit tieferen und mächtigeren Grundwasserströmen gebohrt werden könnten“, so Kraus im Ausblick.

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Sulzbach-Rosenberg01.08.2022
Hintergrund:

Jahresabschluss 2021 der Stadtwerke

  • Bilanzsumme: 5 724 577, 09 Euro
  • Jahresfehlbetrag: 235 294,74 Euro
  • Verlust durch Tiefgaragensanierung: 127 000 Euro
  • Verlustausgleich: Über städtischen Haushalt 2022 bis 2024
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