14.06.2020 - 16:55 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Konzerte und Treffen abgesagt: Fans vermissen ihre "Stimmen der Berge"

Aus der "Kultschlager-Party" mit den „Stimmen der Berge“ im Sulzbacher Schlosshof wird nichts werden. Auch das lange geplante Treffen mit Fanclubs aus ganz Deutschland, der Schweiz und sogar Spanien fällt ins Wasser. Aber es gibt Hoffnung.

Lassen sich die Sommerlaune nicht vermiesen: Die "Stimmen der Berge" Simon Käsbauer (Bass), Thomas A. Gruber (Tenor), Stephan Schlögl (Tenor), Benjamin Grund (Tenor) und Daniel Hinterberger (Bariton, von links).
von Anke SchäferProfil

Derzeit versucht das erfolgreiche Männer-Quintett alles, um zumindest die „Heilige Nacht“ am 22. Dezember in der Pfarrkirche Corpus Christi in Eschenfelden zu retten. Der Ersatztermin für das Openair-Konzert und das angeschlossene offizielle Treffen mit den internationalen Fanclubs inklusive Erlebnis-Stadtführung, Andacht und Bayerischem Abend steht auch bereits fest. Wie sich die „Stimmen der Berge“ ansonsten mit den neuen Gegebenheiten arrangieren und was für die nächsten Monate geplant ist, hat Tenor Thomas A. Gruber von zu Hause in Rimbach aus berichtet.

ONETZ: Herr Gruber, Sommer und Sonne stehen vor der Tür, die Kultschlager-Party im Sulzbacher Schlosshof ist dagegen in weite Ferne gerückt. Wie kommen die „Stimmen der Berge“ mit dem Ausfall der Openair-Saison und all den anderen Absagen zurecht?

Tenor Thomas A. Gruber: Bisweilen sind uns über 30 Veranstaltungen abgesagt und/oder verschoben worden, zumeist auf Herbst und das kommende Jahr. Für uns ist das – wie auch für viele andere Künstler – eine harte Zeit und Geduldsprobe, in vielerlei Hinsichten. Zum einen wollen wir einfach auf der Bühne stehen und mit unserer Musik die Menschen erfreuen und berühren, zum anderen hinterlassen die Absagen natürlich auch ein finanzielles Loch bei uns Musikern, Veranstaltern und vielen anderen. Aufgrund der Coronakrise musste auch die Präsentation unserer neuen CD „Die große Kultschlager-Party“ verschoben werden auf Ende Juli, das schmerzt die Fans und uns gleichermaßen. Dennoch hat diese musikalische Aus-Zeit auch etwas Besonderes. Ich genieße die Zeit mit meiner Familie, in der Natur, plane neue Projekte und Programme, schreibe Musik, arbeite gerade an einem Buch und bereite mich auf die Zeit vor, wenn’s wieder richtig los geht.

ONETZ: Und wie verkraften die Fans das Aus, das ja nicht nur das Konzert am 12. Juli, sondern auch das internationale Fanclub-Treffen mit großem Programm am Tag davor betrifft?

Ich danke unseren Fans und den Organisatoren, allen voran Kerstin König vom Tourismusbüro Sulzbach-Rosenberg und unserem Fanclubleiter Horst Hahndorf, für ihr Engagement und Verständnis! Es wäre ein so tolles Wochenende geworden! Lange haben wir das Treffen geplant und vorbereitet… Aber der Gesundheit aller geschuldet ist es nur vernünftig, das Wochenende zu verschieben, bis wir sicher sein können, dass keiner einen Schaden davonträgt. Und es in einer Zeit nachzuholen, in der wir unser Zusammenkommen richtig feiern und genießen können!

ONETZ: Via Facebook halten die „Stimmen der Berge“ regen Kontakt zum Publikum. Wissen die Fans dieses Engagement zu schätzen?

Absolut! Es ist bezaubernd, wie sehr unsere Community untereinander Kontakt hält, sich austauscht und sich z. B. an Konzerte erinnert. Immer wieder mal posten wir eine kleine Nachricht oder ein Video, das vielfach geteilt wird. Zum Muttertag haben wir ein Live-Treffen online über Zoom gemacht – sozusagen ein kleines Fanclub-Treffen im Internet. Das war wirklich toll und begeistert uns, wie die Menschen uns in dieser Zeit unterstützen und uns auch vermissen!

ONETZ: Ihre neue Single „Sommer im Süden“ ist vor kurzem erschienen, das Album „Die große Kultschlager-Party“ ist jetzt für Ende Juli angekündigt. Wie sehr fehlen gerade in dieser Phase Live-Auftritte?

Der Sommerschlager „Sommer im Süden“… Tja, das war eigentlich ganz anders gedacht… Dass der Italienurlaub in diesem Jahr aus dem CD-Spieler kommt und nur die Gedanken auf Reisen gehen – das war so nicht geplant. Darum ist es für uns umso überraschender, dass dieser Titel seit einigen Wochen von vielen Radiosendern gespielt wird und auch in den Airplay Charts immer wieder auftaucht - die Sehnsucht nach „Sommer im Süden“ scheint ungebrochen! Für die Präsentation der neuen CD wären wir im April auf große Promotion durch Deutschland gegangen, das ist ja nun leider nicht möglich. Viele Wochen Arbeit stecken in einer CD-Produktion, und natürlich sind wir ganz heiß darauf, die neuen Lieder unserem Publikum live zu präsentieren – das fehlt uns sehr! Aber wir sind zuversichtlich, dass wir das alles nachholen dürfen!

Tenor Thomas A. Gruber vor seinem Hausberg Hoher Bogen.

ONETZ: Die „Stimmen der Berge“ auf Gute-Laune-Botschafter zu reduzieren, ist zu kurz gegriffen. Was inspiriert Sie dazu, das Repertoire mit besinnlichen, trostvollen Liedern zu bereichern?

Die Wurzeln der Stimmen der Berge bei den Regensburger Domspatzen, meine Ausbildung und Leidenschaft für die Kirchenmusik, mein Glaube und festes Vertrauen und der tiefe Wunsch all dies weiterzugeben. Und in jedem Konzert zu erleben, wie sehr die Botschaften und die Musik die Menschen berührt – das ist der Motor, der uns und mich antreibt.

ONETZ: Finden Sie auch selbst darin Trost oder brauchen Sie etwas ganz anderes, um so düstere Zeiten wie die Corona-Wochen zu überstehen?

Eindeutig ja! Ich sitze nicht zu Hause und höre die Lieder, aber ich bin viel draußen bei mir daheim im Bayerischen Wald unterwegs und sehe und staune immer wieder neu, wie wunderbar und schützenswert unsere Natur doch ist! Und immer wieder kommen mir die Melodien und Texte in den Sinn, trösten und spenden Kraft, formen sich zum Gebet und Zwiesprache mit Gott. Natürlich läuft grad nicht alles rund, und doch kann ich in diesen Momenten einfach dankbar sein – und das tut unheimlich gut!

ONETZ: Zu Ihren jüngsten Erfolgen zählt auch „Ich wünsch Dir einen Engel“ mit Ordensschwester Teresa Zukic. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der Erfolgsautorin?

Das war wirklich eine der herausragenden Begegnungen in meinem Leben! Vor genau einem Jahr, an Pfingsten 2019, habe ich die bekannte Erfolgsautorin und Referentin Schwester Teresa Zukic kennengelernt. Wir sprachen darüber, ob wir nicht mal einen Versuch wagen wollen, ihre Texte zu Musik werden zu lassen. Und das schier unfassbare ist geschehen: An nur einem Wochenende haben wir zusammen 12 Lieder geschrieben, mit wirklich herrlichen Melodien und wundervollen Texten, arrangiert für die Stimmen der Berge und sofort im Tonstudio aufgenommen. Mittlerweile wurden viele tausend CD’s verkauft, und wir sind uns sicher, dass hier noch „Einer von ganz oben“ mitgewirkt hat!

ONETZ: Für die gemeinsame Tournee „Lebe, lache, liebe“ im Herbst stehen bereits viele Termine. Wie optimistisch sind Sie, dass bis dahin die Kultur tatsächlich wieder ins Leben zurückkehren kann und darf?

Nun haben wir ja bereits die Aussicht, dass bald wieder Veranstaltungen bis zu einer gewissen Größe stattfinden können. Sofern das Infektionsgeschehen unter Kontrolle bleibt und unter Einhaltung aller gebotenen Hygieneregeln sind wir sehr optimistisch, dass wir ab Herbst wieder unterwegs sein dürfen. Wie das dann konkret vor Ort umzusetzen ist, daran arbeiten wir gerade und erstellen mit den Veranstaltern Konzepte, um alle Risiken so gut wie nur möglich zu vermeiden.

ONETZ: Nach dem großen Erfolg im vergangenen Dezember wird die zweite „Heilige Nacht“ in Eschenfelden schon mit Vorfreude erwartet. Wie stehen die Chancen auf das Wiedersehen mit dem Oberpfälzer Publikum am 22. Dezember?

Auch hier sind wir zur Zeit bester Dinge, dass wir wieder zu Gast sein können in Eschenfelden. Mit den derzeit gebotenen Abstandsregeln könnte es eventuell schwierig werden, aber auch hier arbeiten wir in den kommenden Wochen an Lösungen, wie z.B. zwei Veranstaltungen mit jeweils weniger Publikum, um Abstände einhalten zu können. Die Gesundheit der Konzertbesucher steht allem voran!

Hintergrund:

Ehemalige Regensburger Domspatzen

Der aus ehemaligen Mitgliedern der Regensburger Domspatzen und des Tölzer Knabenchores gebildete Männerchor „Stimmen der Berge“ (SdB) wurde 2014 gegründet, seit 2016 tritt man in der Formation Thomas A. Gruber (Tenor), Stephan Schlögl (Tenor), Benjamin Grund (Tenor), Daniel Hinterberger (Bariton) und Simon Käsbauer (Bass) auf. Das Repertoire umfasst Volksmusik, Schlager, Musical, Gospel und sakrale Kirchenmusik. Bereits mit ihrem Debüt-Album "Wenn die Sonne erwacht in den Bergen" landeten SdB einen internationalen Achtungserfolg. Ihr 2019 erschienenes Album "Deutsches Gold" erreichte Platz eins der Deutschen Schlager-Charts, stand sieben Wochen in den internationalen Albumcharts und wurde mit dem smago!Award Crossover ausgezeichnet.

Weiterer Artikel zur Formation "Stimmen der Berge"

Eschenfelden bei Hirschbach
Zum Thema:

Neue Single "Sommer im Süden"

Die neue Single „Sommer im Süden“ ist am 24. April erschienen, das Album „Die große Kultschlagerparty“ ist ab 31. Juli erhältlich. Die „Heilige Nacht“ in Eschenfelden ist für 22. Dezember geplant. Neuer Termin für das Openair im Sulzbacher Schlosshof im Rahmen der Knorr-von-Rosenroth-Festspiele ist Sonntag, 11. Juli 2021.

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