05.05.2021 - 17:15 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kulturbetreiber in der Region: Vorhang auf und alle Fragen offen

Auf die Erlaubnis zur Öffnung haben nicht nur Kulturveranstalter und Kinobetreiber lange gewartet. Die Hauruck-Aktion der Staatsregierung lässt allerdings zu vieles im Ungewissen. Oberpfalz-Medien hat sich in Sulzbach-Rosenberg umgehört.

Im Lu-Li-Kino in Sulzbach-Rosenberg bleibt die Leinwand vorerst schwarz.
von Anke SchäferProfil

Beim Leiter der Kulturwerkstatt Sulzbach-Rosenberg beispielsweise hält sich die Euphorie über die von der Staatsregierung verkündete Öffnungsperspektive zum 10. Mai in Grenzen: „Es ist ja schön, dass die Inzidenzen runtergehen und alles wieder aufgemacht wird“, sagt Alfred Tischler im Telefoninterview. Sein „Aber“ wiegt jedoch deutlich schwerer: „Wir wissen nichts. Nicht wie, nicht was, so kann man doch nicht planen und arbeiten“.

Aber gerade für einen Veranstalter sind klare und verbindliche Rahmenbedingungen eine elementare Voraussetzung. Wie soll der Vorverkauf laufen, wenn nicht klar ist, wie viele Gäste überhaupt kommen dürfen. Umständliche Auflagen wie eine Testpflicht mitsamt den ebenfalls zu überprüfenden Ausnahmen tun ihr Übriges, um die Begeisterung der Veranstalter ordentlich zu dimmen.

Das sieht Dieter Hierstetter nicht anders. Der Betreiber des Lu-Li-Kinos würde schon gerne wieder aufmachen, aber nicht unter diesen Umständen und vor allem nicht unter diesen Auflagen. Für Kinobetreiber wie ihn ist es ohnehin nicht damit getan, die Säle aufzusperren, Popcorn zu verkaufen und einen Film einzulegen. Genau bei Letzterem fängt sein größtes Problem nämlich an: Welche Filme soll er denn überhaupt zeigen? Die eineinhalb Jahre alten Schinken locken niemanden vom heimischen Sofa ins Kino. Aus Hierstetters Sicht steht und fällt also alles mit den Verleihern: „Die müssen mitspielen. Wir wissen gar nicht, was bei den Verleihern vorhanden ist“. Und auch dort wird man jetzt erst einmal abwarten, vermutet der Kinobetreiber am Telefon.

Abwarten ist daher auch sein Stichwort. Alles in allem findet Hierstetter den „Schnellschuss“ nicht gut, das alles erscheint ihm unüberlegt. Vor allem dürfe man nicht vergessen, dass ihm in dem Moment, in dem er öffnet, auch wieder Kosten entstehen. Und überhaupt: Ein Montag sei nie ein Kinotag, auch Montag, der 10. Mai nicht.

Der Wunsch, in einem Oberpfalz-Thriller dabei zu sein

Weiden in der Oberpfalz

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