Um die Jahrtausendwende hat Holger Herrmann die Lieder von Reinhard Mey für sich entdeckt. Vor allem die umfangreichen Texte und eingängigen Melodien zeichnen die Lieder aus. Sie sind stark vom französischen Chanson sowie von der Countrymusik beeinflusst. „In seinen Liedern setzt sich Reinhard Mey besonders für Freiheit und Gewaltlosigkeit sowie den Frieden ein und engagiert sich auch dahingehend, womit ich mich bestens identifizieren kann. Die Melodien passen bestens zu meinem Gitarrenspiel“, sagte Holger Herrmann.
Persönlich verbindet er mittlerweile viel mit den Liedern seines Vorbildes, weil sie ihn inzwischen schon knapp 20 Jahre seines Lebens begleiten. „Ich kann dutzende Lieder von Reinhard Mey auswendig und weiß auch zu schwierigen Situationen oft ein Zitat aus einem der Lieder“, sagte er. Als er mit dem Gitarrenspiel, insbesondere mit dem Interpretieren der Lieder von Reinhard Mey begann, hatte er nur ein Ziel: „Ich wollte nur einmal auf der Kleinkunstbühne im Rathaus - damals gab es den Seidel-Saal noch nicht- spielen“. Sein Auftritt fand großen Anklang und seine Freunde ermutigten ihn, weiterzumachen. Der Erfolg blieb nicht aus, denn seine Reinhard-Mey-Konzerte sind stets gut besucht, wie auch das jüngste im Capitol.
Mit zahlreichen Ohrwürmern wie beispielsweise „Ich wollte wie Orpheus singen“, „Es gibt Tage, da wünscht' ich, ich wär' mein Hund“, „Ich bin Klempner von Beruf“, „Der Mörder ist immer der Gärtner“ und „Einen Antrag auf Erteilung“ schuf Holger Herrmann die besten Voraussetzungen, seinen Gästen einen schönen Abend zu bereiten. Drei von seinen Lieblingsliedern von Reinhard Mey stellte er dem Publikum auch vor. Dazu zählt das Lied „Sommermorgen“, weil es sehr große Emotionen, verbunden mit einem großen Gefühl des Glücks vermittelt. „Wenn ich das Lied singe, fühle ich mich, wie wenn ich es jedes Mal genauso erleben würde“, meinte Herrmann. Ein weiteres Lieblingslied ist „Zwei Hühner auf dem Weg nach Vorgestern“, das eine äußert gewitzte Kritik an den Auswüchsen übt, die sich durch die Verwendung des Begriffs „Kunst“ ergeben. Zu den Highlights aus dem Mey-Repertoire zählt für den Musiker auch „Jamais assez“, weil er nach seinen Aussagen die französische Sprache sehr gerne mag und damit eine ganz besondere Stimmung in den Saal zaubern kann. Holger Herrmann erntete lang anhaltenden Applaus.



















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