05.11.2020 - 17:29 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Liliencenter: 19 Jahre alt und bald nur Schutt

Jetzt haben die Bagger tatsächlich begonnen: Das Liliencenter wird abgerissen. Bis Februar soll das Gelände bereit sein für den Neubau eines modernen Einkaufscenters. Die Oberpfalz-Arkaden sollen im Frühjahr 2022 eröffnen.

von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

"Wir beginnen am 5. November mit dem Rückbau der Innenräume. Danach folgt der Abbruch des Gemäuers", äußerte sich Investor Hans Jürgen Weber am 14. Oktober in unserer Zeitung. Die Verzögerungen auf dem Weg hin zu den angekündigten Oberpfalz-Arkaden, die mehrere Fachmärkte, Dienstleister und Einzelhändler beherbergen sollen, führte Weber auf die vielen Hausaufgaben zurück, welche die Planungen mit sich brachten. "Alleine die Überlegungen zur Realisierung der Ampelkreuzung in Höhe der St.-Anna-Apotheke haben sehr viel Zeit in Anspruch genommen." Doch das ist jetzt vorbei: Sowohl Abbruch- als auch Baugenehmigung liegen inzwischen vor, und gegen alle Gerüchte soll mit Beginn des Abbruchs ein klares Zeichen gesetzt werden. "Wir halten an unserem Ziel fest, im April 2022 ein modernes Einkaufscenter zu eröffnen."

Entkernung läuft

Begonnen wird im Inneren des 6000-Quadratmeter-Komplexes: Die Bagger machen sich an die Entkernung des Liliencenters. Maßgeblich beteiligt ist dabei natürlich der "Dinosaurier", ein Bagger mit einer überdimensionalen Kneifzange, der ganze Gebäudeteile herauszwicken kann. Auf dem Gelände werden Beton und Stahl getrennt, der Beton kommt in den Schredder und wird anschließend gleich vor Ort zur Verfüllung des zweiten Parkdeck-Kellers verwendet. Das obere Stockwerk wird ebenfalls abgebrochen.

Die Planung zog sich bis Ende der 90er Jahre hin, 2001 wurde die Einweihung gefeiert. Noch während der Bauphase wurde das Center planerisch zurückgeschraubt. Der einst angestrebten "McDonalds-Turm" kam aber nie. Nur fünf Jahre später wurde der Komplex zwangsversteigert. Das für 32 Millionen Mark erbaute Einkaufszentrum kam 2006 für nur 7,8 Millionen Euro unter den Hammer. Seither hatten die Investoren mehrfach gewechselt, die Mieter waren abgesprungen. Anker-Mieter Edeka will allerdings dem neuen Standort treu bleiben, ebenso Netto und Müller.

Probleme gelöst

Nachdem im August der Stadtrat die Stellungnahmen und Einwendungen zum Bebauungsplan behandelt hatte, war es nur noch am Investor gelegen, verkehrstechnische Probleme mit dem Staatlichen Bauamt zu klären. Das war jetzt alles erledigt. Alles geklärt ist nun auch mit der neuen Ampelanlage an der nördlichen Zufahrt in Höhe des Reformhauses. Dabei entsteht die schon lange geforderte Querungshilfe für Fußgänger. Das alles wird sich in den nächsten Jahren weisen, wenn das Einkaufscenter erbaut und an Ostern 2022 in Betrieb gegangen ist. Sein Vorgänger, Jahrgang 2001, ist in wenigen Wochen verschwunden.

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Hintergrund

Im Erdgeschoss wird der Vollsortimenter der einzige Anbieter sein, wo auch etwa 130 Parkplätze entstehen. Die zweite Ebene ist für Fachmärkte, darunter wieder NKD und KiK, einen Discounter sowie einen Drogisten vorgesehen. Auf der dritten Ebene sind Gastronomie, ein Dienstleistungsbereich, Technik- und Sozialräume sowie eine weitere Verkaufsfläche vorgesehen. Die Zufahrt von unten bleibt erhalten, führt aber nicht an der östlichen Seite entlang, sondern parallel zum Friedhofberg in die untere Ebene mit Parkplätzen und Vollsortimenter. Von dort können Kunden auch auf die zweite Ebene fahren, wo es ebenfalls die gleiche Anzahl an Parkplätzen geben wird. Dort werden laut Planer im südwestlichen Gebäudeteil ein Discounter und darüber ein Drogist sowie im östlichen Bereich verschiedene Fachmärkte untergebracht. Von der zweiten Ebene aus kann das Gelände per Auto verlassen werden.

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