Sulzbach-Rosenberg
16.03.2026 - 12:27 Uhr

Malia singt Cool Jazz in der Historischen Druckerei Seidel in Sulzbach-Rosenberg

Die außergewöhnliche Jazz-Sängerin Malia kommt am 21. März nach Sulzbach-Rosenberg. Mit ihrem einzigartigen Timbre interpretiert sie Klassiker von Billie Holiday bis Nina Simone und begeistert mit einem unverwechselbaren Stil.

Die Jazz-Sängerin Malia kommt für ein Konzert nach Sulzbach-Rosenberg. Bild: Tim Jäger/Idris Media/exb
Die Jazz-Sängerin Malia kommt für ein Konzert nach Sulzbach-Rosenberg.
  • Was: Jazz-Konzert mit Malia
  • Wann: Samstag, 21. März, um 20.15 Uhr
  • Wo: Kleinkunstbühne der Historischen Druckerei Seidel in Sulzbach-Rosenberg

Malia, geboren 1978 in Malawi, ist eine in Paris lebende Jazz-Sängerin. Malias am Cool Jazz orientierter Gesangsstil kokettiert erfolgreich mit Stilen der 1960er- und 1970er-Jahre. 2004 wurde Malia für den deutschen Musikpreis Echo in der Sparte Jazz-Produktion des Jahres national/international nominiert. Am Samstag, 21. März, um 20.15 Uhr gibt sie ein Konzert in der Historischen Druckerei Seidel in Sulzbach-Rosenberg.

Als Malia zum ersten Mal im Radio die Stimme von Billie Holiday hörte, war es um sie geschehen: „Das hat mich umgehauen. Es war, als ob der Himmel mir diese Musik geschickt hätte – ich hatte so etwas ja vorher noch nie gehört. Diese Musik eröffnete mir eine neue Welt.“ Prompt brachte Malia sich selbst 20 Jazz-Standards bei, engagierte einen Pianisten und trat in ihrer Wahlheimat London in Kneipen auf. Das war vor zehn Jahren. Heute ist die 30-Jährige mit ihrem leicht angerauten Timbre selbst eine der ausdrucksstärksten und vielseitigsten Sängerinnen am souligen Jazz-Himmel.

Malia wuchs in Malawi auf, ihre Mutter ist schwarz, ihr Vater ein weißer britischer Ingenieur. Malawi war eine ehemalige britische Kolonie und stark von Segregation und Rassismus geprägt. Dass ihre Eltern zusammenlebten, war nicht vorgesehen und brachte Probleme mit sich. Das Leben in der Ex-Kolonie beschreibt Malia als geschlossen und weltfremd, vom Westen abgeschottet, „wie in einer Blase“. Erst als sie nach London umzog – Malia war damals 14 Jahre – öffnete sich die Welt.

Als sie dort später in einem Jazz-Restaurant arbeitete, lernte sie die Musik lieben, die sie heute selbst singt. Sie entdeckte die guten Platten und Billie Holiday, Sarah Vaughan, Ella Fitzgerald wurden ihre Lehrerinnen. Jazz wurde zu ihrer Musik, die Jazz-Community zu einer neuen Heimat. „Songs wie ‚Strange Fruit’ und ‚Young, Gifted and Black’ lehrten mich, stark und stolz zu sein. Ich brauchte Duran Duran nicht, für mich wurde der Jazz zum Soundtrack meines Lebens.“

Wenn Malia heute Nina Simone singt, hat das auch damit zu tun, dass sie in sich selbst jetzt diese gewisse Reife spürt, ein tiefes Verstehen, das weit über die Sprache hinausreicht. Es entspricht ihrer Lebenserfahrung, der Mentorin auf diese Weise Dank zu sagen. Die Geschichten, die Simone sang und überlieferte, spielen bei Malias Interpretationen die Hauptrolle, Malia bewahrt jene Melodien von minimalistisch berauschender Größe und spitzt sie mit eindeutigen, beschwörenden Rezitationen noch zu. Wenn Malia heute Nina Simone singt, denkt sie an eine schwarze Orchidee. „Selten, schön, mächtig, mystisch, außerirdisch schwarz, überwältigend.“ Bei ihrem Gastspiel in Sulzbach-Rosenberg wird Malia von einem Pianisten begleitet.

Karten gibt es im Vorverkauf unter anderem bei den Tourist-Informationen der Region.

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