10.12.2020 - 16:55 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Maxhütten-Areal: Stadt soll den Vermittler spielen

SPD und CSU/JU ziehen an einem Strang: Im Stadtrat liegt jetzt ein gemeinsamer Antrag vor, der das Maxhütten-Areal betrifft. Die Kommune möge sich als Mittler zwischen Eigentümer und Freistaat einschalten.

So präsentierte sich 2015 der Ostbereich des MH-Areals nach erfolgreichem Bodenaustausch. Dieses Verfahren soll möglichst bald auch im Westteil anlaufen – nur dann könnte eine Nutzung des Geländes realisiert werden.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Patrick Fröhlich (CSU/JU) und Joachim Bender (SPD) machten sich als Sprecher ihrer Fraktionen in der Sitzung auf den Weg zum Mikrophon, um ihr Ansinnen zu erläutern: „Hiermit stellen wir namens unserer Fraktionen den Antrag, dass die Stadt Sulzbach Rosenberg nochmals wegen des Maxhütten-Areals (konkret des West-Bereiches), aktiv werden und als Initiator einer Lösungssuche das Gespräch mit dem Bayerischen Finanzministerium, dem Eigentümer und weiteren relevanten Einrichtungen (Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt) suchen soll“. „Die Stadt hat in den vergangenen Jahren mit dem Bürgermeister und unter tatkräftiger Unterstützung unserer beiden Fraktionen bereits vieles auf den Weg gebracht und die Weichen gestellt, dass eine Lösung zwischen Freistaat und Eigentümer gefunden werden kann“, erinnerte Fröhlich.

Nachdem der Bodenaustausch im Ostbereich (Lohe II) bereits erfolgt sei, beziehe sich dieser Antrag auf den West-Bereich des Maxhütten-Areals, bei dem ein umfassender Bodenaustausch anstehe, der zur weiteren Nutzung, egal welcher Art, erforderlich sei. Die Gesamtkosten für diese Maßnahme dürften sich auf 20-25 Millionen Euro belaufen.

460 000 Quadratmeter

„Allein aus der schieren Höhe dieses Betrages ist klar, dass dies die Stadt nicht leisten kann. Hier sind Eigentümer und Freistaat gefragt, gemeinsam einen finanziell für beide gangbaren Weg zu finden“, ergänzte Joachim Bender.

Der Bodenaustausch, da waren sich beide auch einig, sei dabei die Grundlage sämtlicher Überlegungen der Folgenutzung des MH-Areals. Bei diesem handele es sich um eine bereits versiegelte Fläche in optimaler Lage mit einer Größe von über 460 000 Quadratmetern. „Für diese können wir uns eine Mischung aus verschiedenen Nutzungsansätzen vorstellen!“

Gewerblich/wissenschaftlich

Eine gewerbliche/wissenschaftliche Nutzung biete sich aufgrund der Tatsache, dass die Stadt weitere Flächen benötigt, die Fläche bereits versiegelt und die Verkehrsanbindung über Europastraße und Schiene optimal sei, geradezu an. Hier ließe sich auf einmal ein großer Bedarf umweltschonend decken.

Wohnlich

Nach komplettem Bodenaustausch ergeben sich an manchen Stellen attraktive Wohnlagen. Hier sind beide Fraktionen ebenfalls der Meinung, dass damit Nachfrage nach Baugrundstücken gedeckt werden kann, ohne dass Flächen der Natur entzogen werden müssen.

Kulturell

Ein sanierter Hochofen als Denkmal der Historie, eine Einbettung in ein Wohn-, Kultur- und Gewerbeumfeld als lebendiges Denkmal, so oder so ähnlich könnten sich die Antragsteller den Bereich ,,Hochofenplaza“ vorstellen.

Renaturierend

Bei der Folgenutzung sehen beide nicht nur den Vorteil, dass keine neuen Flächen verbraucht würden, sondern auch in der anteiligen Rückführung und Renaturierung versiegelter Flächen. Hier könnten Grünflächen entstehen, die andere Nutzungen auflockern und dem Umweltschutz Rechnung tragen.

Hierüber werde sich nach sachlicher, fraktionsübergreifender Diskussion eine gute Lösung finden. Dies sei jedoch nicht das aktuelle Problem. „Stand heute gibt es weder eine finanziell tragbare Lösung zwischen Eigentümer und Freistaat über die Sanierung, noch kann die Stadt mittel- oder unmittelbar über das Gelände verfügen“, so Fröhlich.

Folglich stehe und falle die Folgenutzung des Maxhütten-Areals mit einer Verständigung zwischen Eigentümer und Freistaat über die finanzielle Lastenverteilung und die Zustimmung zu Maßnahmen beim Bodenaustausch des West-Bereichs durch die anderen Einrichtungen.

Joachim Bender präzisierte es: „Genau an dieser Stelle stocken die Gespräche seit Jahren. Dabei ist der Bodenaustausch aus vielerlei Sicht eine für Sulzbach-Rosenberg und unsere Umwelt äußerst wichtige Maßnahme“. Nicht nur werde damit gewährleistet, dass umweltschädliche Stoffe nicht ins Grundwasser gelangten und ökologische Belastung vermieden werde. Auch sei das Areal als zentrale Fläche für die Folgenutzung prädestiniert.

Da seit Jahren die Gespräche stocken und die Umweltbelastung weiterhin existiere, bestehe zunehmend dringenderer Handlungsbedarf. „Folglich sehen unsere Fraktionen es als richtig und wichtig an, dass die Stadt als Vermittlerin nochmals mit Eigentümer, Freistaat und weiteren Institutionen in Kontakt tritt und Lösungsvorschläge mit wirtschaftlichen, finanziellen und umweltlichen Aspekten untermauert vorbringt“.

Ziel sei eine Aufwertung der Stadt durch eine für die Bürger verschiedenartig nutzbare Fläche, für die Gesamtheit aller Steuerzahler eine finanziell vernünftige Lösung und eine für die Umwelt bewahrende, schützende Maßnahme. „Erst im Anschluss ist es sinnvoll, über die Folgenutzung zu diskutieren.“ Der Antrag wird demnächst behandelt.

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