23.10.2020 - 11:53 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Maxhütten-Sanierung: Alle sollen Ideen einbringen

In der weiterhin unendlichen Geschichte zur Sanierung des Maxhüttengeländes wird ein weiteres Kapitel aufgeschlagen. Die Wählergruppe Suro2030 regt die Bildung eines Gremiums Maxhütte an, das die Transformation des Areals vorantreibt.

Das Stahlwerk ist rückgebaut, die laut Suro2030 auch mit Schadstoffen belasteten Flächen liegen offen. Die Wählergruppe ruft nun zum Handeln auf.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Seit der Stilllegung der Hütte 2002 und nicht zuletzt mit dem Beginn des Rückbaus des ehemaligen Stahlwerks rückt auch für Suro2030 die Frage nach einem zukünftigen und für die Stadt und den Landkreis sinn- und verantwortungsvollem Nutzungskonzept wieder in den Mittelpunkt.

"Bei der Transformation des Industriegeländes in die Gegenwart muss das Potenzial eines eigenständigen Quartiers mit vielen verschiedenen Inhalten genutzt werden. Dies geben einerseits die vorhandene Gebäudestruktur und die zur Verfügung stehenden Flächen vor, andererseits aber auch die Geschichte der ehemals industriell genutzten Liegenschaften und Flächen. Es gilt eine Monokultur bei der Entwicklung des Areals zu vermeiden", erklären Roland Falk und Daniel Söhnlein von Suro2030. Sie beschäftigen sich in der AG Wirtschaft, Tourismus und Gastronomie schwerpunktmäßig mit der MH.

Video von den Abbrucharbeiten auf dem Maxhütten-Gelände

Sulzbach-Rosenberg brauche ihrer Ansicht nach Arbeitsplätze in der digitalisierten Welt, um als Lebensmittelpunkt und Heimat für seine Bewohner auch in Zukunft zu bestehen. Ziel müsse ein vielseitiges Angebot an Produktion und Handwerk, Raum für Wissenschaft und Forschung sowie Berücksichtigung von Kunst, Kultur und Freizeit sein. Das ehemalige Maxhütten-Areal soll dafür eine eigenständige Identität und Strahlkraft für die Stadt Sulzbach-Rosenberg entwickeln.

"Suro2030 regt deshalb die Bildung eines ständigen Gremiums Maxhütte (GreMax) mit angemessener Bürgerbeteiligung an, welches sich intensiv mit dem Thema ,Transformation des Maxhüttenareals' beschäftigt und diese vorantreibt", sagt Falk, dessen Gruppierung über ihre Fraktion in einer der nächsten Stadtratssitzungen einen entsprechenden Antrag einbringen will.

Vielseitiges Angebot

Durch den fortschreitenden Abriss des Stahlwerks auf dem ehemaligen Maxhüttenareal sei es zeitnah nötig, dass sich ein Gremium mit der Maxhütte und deren Folgenutzung beschäftigt. Dieses Gremium stelle sicher, dass das Potenzial des Areals genutzt werde und sich zu einem für die Gemeinde Sulzbach-Rosenberg zukunftsträchtigen und nachhaltigen Standort entwickle. Ziel müsse ein vielseitiges Angebot an Produktion und Handwerk, Wissenschaft und Forschung sowie Kunst, Kultur und Freizeit sein.

Belastung mit Schadstoffen

Bei der Zusammensetzung des interdisziplinären Gremiums setzt Suro2030 auf Vertreter der Stadt, des Eigentümers, aus Industrie und Handwerk, der Kulturschaffenden der Stadt Sulzbach-Rosenberg, Vertreter für Freizeit und Tourismus, aus Forschung und Wissenschaft sowie der Sulzbach-Rosenberger Bürger.

"Die Zeit wird schon sehr knapp. Seit der Juni-Sitzung des Stadtrats, bei der Experten auf die vielen Versäumnisse beim Erhalt der MH als Denkmal hingewiesen haben, ist unserer Ansicht nach wieder nichts geschehen. Wir sind der Auffassung, dass in die nächsten Haushaltsberatungen der Stadt die 1,6 Millionen Euro zur Sicherung der Hochofenzone III aufgenommen werden müssen", fordert Roland Falk beim Gespräch mit der SRZ. Auch sei nach Ansicht von Suro2030 nichts über den gegenwärtigen Status der Schadstoffbelastung auf den rückgebauten Flächen bekannt. "Hier könnten jetzt Giftstoffe ins Grundwasser gelangen. Die Stadt muss deshalb unbedingt auf den Freistaat und den Eigentümer einwirken", so Daniel Söhnlein.

Was die beiden Vertreter ebenfalls anführen, sei der nicht rechtsgültige Flächennutzungsplan, der weiterentwickelt werden soll, um Flexibilität zu garantieren. "Wir könnten uns vorstellen, dass sich die künftige Nutzung des Geländes um einen Anker wie etwa OTH oder eine Forschungs- und Ausbildungseinrichtung entwickeln könnte. Beispiele für eine gelungene Transformation von Industriebrachen gibt es genügend", so Roland Falk, der als Beispiele das AEG-Gelände in Nürnberg mit dem neugeschaffenen Energie-Campus anführt.

"Wir wollen vor allem auch die Bevölkerung für die Zukunft des Maxhüttengeländes sensibilisieren sowie Mut und Fantasie anregen", erklärt Falk.

Nachfrage beim Bürgermeister

Der Stadt sei sehr wohl bewusst, dass mit den durch die Gutachter ermittelten 1,6 Millionen Euro nur die notwendigen Sicherungen der Hochofen-Plaza umgesetzt werden können. Wie Erster Bürgermeister Michael Göth auf SRZ-Nachfrage informierte, koste nur die „Begehbarmachung“ des Hochofens etwa 260 000 Euro. Welche Kosten schließlich anfallen, damit das ganze Ensemble, unter anderem mit Cowpern und Gießhalle sowie weiteren Nebenanlagen, genutzt werden könne, stehe noch nicht fest. „Deshalb ermittelt zurzeit die Stadtverwaltung hausintern die kompletten Kosten dafür. Das Ergebnis wird dann umgehend dem Stadtrat vorgestellt. Anschließend werden wir mit dieser Summe über die Abgeordneten auf die Förderstellen zugehen, um die notwendige finanzielle Unterstützung für den Erhalt der Hochofen-Plaza zu bekommen“, informierte der Bürgermeister.

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Nach Auffassung der SURO2030-Vertreter Roland Falk (links) und Daniel Söhnlein soll auch der Flächennutzungsplan für das Maxhütten-Gelände dynamisch weiterentwickelt werden.
Hintergrund:

Vorteile durch das Gremium Maxhütte

Nach Ansicht der SURO2030-Vertreter ergeben sich durch das Gremium Maxhütte „GreMax“ folgende Vorteile:

  • Information: Die Öffentlichkeit wird regelmäßig über den aktuellen Stand der Entwicklung und der Planungen informiert.
  • Entwicklungen: Unerwünschte und negative Entwicklungen können frühzeitig diskutiert und korrigiert werden.
  • Formen des Engagements: Sowohl der Eigentümer als auch die Stadt und Institutionen können sich bei der Entwicklung des Areals einbringen, um den größten Mehrwert für den Eigentümer und die Bürger der Stadt Sulzbach-Rosenberg aus der Industriebrache zu schöpfen.
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