Sulzbach-Rosenberg
22.07.2018 - 15:49 Uhr

Mensch ist das Geheimnis

"Der Mensch mit seinen Gedanken, Erfahrungen oder Hoffnungen ist ein wahrer Kosmos: Geben Sie jedem Menschen das Gefühl, unersetzbar zu sein", appelliert Festprediger Bertram Stubenrauch bei der Annaberg-Eröffnung.

Professor Bertram Stubenrauch aus München hält die Festpredigt.auf dem Annaberg. Bild: lz/bba
Professor Bertram Stubenrauch aus München hält die Festpredigt.auf dem Annaberg.

(lz/bba) Zum Auftakt der St.-Anna-Festwoche zogen die kirchlichen Vereine mit ihren Bannerabordnungen und den Ministranten an den Freialtar. Dort hatte sich neben Hausherr Dekan Walter Hellauer, Kaplan Martin Fenk und Gemeindereferentin Maria Witt auch der Festprediger, Professor Stubenrauch aus München eingefunden, der sein Pastoraljahr in der Pfarrei St. Marien erlebt hatte. Für eine würdige musikalische Gestaltung zeichnete Steffen Kordmann mit Chor und Musikern verantwortlich. Pfarrer Hellauer erinnerte bei der Begrüßung an das Thema der Festwoche, eine Aussage des Papstes Johannes Paul II. "Wo der Hass alles Leben zu verderben schien, ohne dass sich eine Möglichkeit auftat, um aus seiner Logik zu entfliehen, haben sie gezeigt: Die Liebe ist stärker als der Tod."

Es gehe um das Lebenszeugnis von Christen, und manche gaben dieses Zeugnis, beispielsweise in der Zeit der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus, sogar als Märtyrer ab.

Nach zwei Lesungen und einer Perikope aus dem Lukas-Evangelium deutete der Festprediger dieses Gleichnis vom barmherzigen Samariter, da es vieles von unserem Glaube aufzeige. Das Handeln des Samariters mache deutlich, wer Gott ist. Es zeige aber ebenso auf, wie Jesus war sowie wer und wie wir Menschen seien. Dies seien auch drei Geheimnisse, führte Stubenrauch auf. Beim Samariter gehe es nicht zuerst um Moral oder den erhobenen Zeigefinger, viel wichtiger sei das Geheimnis des Glaubens.

Der Mann, der unter die Räuber falle, stehe für Menschlichkeit und der Samariter für Gott selbst: Der Gott, dem wir vertrauen, habe Augen für sein Geschöpf und verbinde dies mit der Botschaft, dass sich Alles zum Guten wenden werde.In Jesus Christus spiegele sich der Vater wieder, und ihn könnten wir auch spüren, wenn wir in uns hineinhören.

"Wer behauptet, davon unberührt zu sein, dürfte dann wohl nie etwas von Liebe und Nächstenliebe gehört oder gespürt haben." Wenn sich ein Mensch für andere einsetze, handle er politisch. Dazu brauche es viel Mut und Tapferkeit und um der Wahrheit willen müsse er auch Verwundungen hinnehmen. Dieser Gedanke führe auch zu den Geschwistern Scholl, denn um der Wahrheit und der Nächstenliebe willen sei das eigene Leben eingesetzt worden.

Italienische Richter hätten als Beispiel beim Kampf gegen die Maffia ähnlich gehandelt und sich mit Mut und Tapferkeit gestellt.Das nächste Geheimnis sei der Mensch, ein Geschöpf, das, wie in der Bibelstelle dargestellt, sich selbst überfalle oder aus dem Staub mache, wenn Handeln notwendig gewesen wäre.

Es gehe beim Menschen nicht um die Summe seiner Leistungen, um die guten oder weniger guten Taten. "Der Mensch selbst ist das Geheimnis", so der Geistliche.

 
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