18.07.2018 - 16:46 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Miese Note für Amberg-Sulzbach: Abgeordneter hakt nach

Der Landkreis Amberg-Sulzbach bei einer ZDF-Studie in Sachen Lebensqualität auf Platz 286 in Deutschland? Und gar Schlusslicht in Ostbayern? "Das hat mich sehr verwundert", sagt Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl (SPD). Er hat nachgehakt.

Der Hirschauer Monte Kaolino: Sehenswürdigkeiten wie diese spielten bei der ZDF-Studie keine Rolle.
von Heike Unger Kontakt Profil

(eik) "Ich hielt unseren Landkreis immer für besonders lebens- und liebenswert", betont Strobl. Deshalb wollte er das schlechte Abschneiden von "AS" bei der großen Deutschland-Studie des ZDF nicht einfach so hinnehmen. Er hat bei den Fernsehleuten nachgehakt.
Strobl wollte vom ZDF wissen, auf "welcher Grundlage diese Umfrage in Auftrag gegeben wurde, welche Kriterien zugrunde lagen und was genau gefragt wurde". Inzwischen habe er Antwort vom Sender bekommen, teilt er mit. Darin sei zu lesen gewesen, "dass in dieser Umfrage keine regionalen Besonderheiten wie etwa eine besonders historische Städte-Architektur oder andere einmalige Erkennungsmerkmale des Landkreises erhoben wurden".

Strobl könne sich aber "an das ZDF-Studio Bayern wenden und Vorschläge machen, die den Landkreis Amberg-Sulzbach besonders hervorheben und für ein überregionales Programm interessant sein könnten".
"Das habe ich gemacht und habe eine Auswahl an Besonderheiten, die der Landkreis zu bieten hat, an das ZDF-Studio Bayern geschickt." Die Liste seiner Vorschläge sei lang und reiche von der Großen Hufeisennase in Hohenburg über das Schulmuseum in Sulzbach-Rosenberg bis zu den vielen Laientheatern der Region. Strobl ist nun "gespannt, ob das ZDF mit seinem Bayern-Studio etwas davon aufgreift".

Info:

Die ZDF-Studie

Für das ZDF hat die Prognos AG untersucht, wo es sich in Deutschland am besten lebt. Dazu haben Wissenschaftler eine Studie angefertigt. Ziel war es, wie das ZDF auf seiner Internetseite zur im Mai veröffentlichten -Studie (https://deutschland-studie.zdf.de) erklärt, „die Lebensumstände in Deutschland möglichst umfassend zu messen – und zwar so, dass alle 401 Kreise und Städte direkt miteinander vergleichbar sind“. Dies gelinge über die wissenschaftliche Auswertung statistischer Daten, die für alle 401 Regionen einzeln verfügbar sein müssen. Gesammelt wurden Daten in den Bereichen „Arbeit & Wohnen“, „Gesundheit & Sicherheit“ sowie „Freizeit und Natur“ nach Kriterien wie „Immobilienkaufpreis-Einkommens-Relation“, Luftqualität oder Bar- und Restaurantdichte.

Info:

Angemerkt

Von Heike Unger

Gut, dass wir nicht erst den Fernseher einschalten müssen, um festzustellen, wie schön es bei uns ist. Jeder, der schon einmal zum Frohnbergfest geradelt ist, in Schmidmühlen frische Lauterach-Forellen gegessen oder auf dem Gipfel des Monte Kaolino die Füße in den Sand gesteckt hat, weiß das. Und zwar ganz ohne ZDF-Studie.
Die bescheinigt Amberg-Sulzbach nicht einmal Mittelmaß. Und nennt München die lebenswerteste Stadt in Deutschland. Aha.
Natürlich könnte man sich darüber aufregen. Der gelassene Amberg-Sulzbacher hat das aber nicht nötig. Er schenkt München stattdessen einfach ein entspanntes Lächeln. Und freut sich, dass er nicht dort leben muss.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.