20.08.2021 - 15:26 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Mittleres Einkommen in Amberg-Sulzbach trotz Corona gestiegen

Wie viel verdienten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Landkreis Amberg-Sulzbach im vergangenen Jahr pro Monat? Darüber gibt die neueste Entgeltstatistik der Agentur für Arbeit Auskunft.

Trotz der Coronakrise hatten Arbeitnehmer im Landkreis Amberg-Sulzbach im Jahr 2020 im Durchschnitt etwas mehr Einkommen als im Vorjahr.
von Ingrid Voigt Kontakt Profil

Zum Stichtag am 31.12.2020 erzielten die sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten mit Arbeitsort im Landkreis Amberg-Sulzbach ein mittleres Einkommen von 3345 Euro pro Monat und somit neun Euro weniger als im Vorjahr. Für den im Vergleich zu den Vorjahren niedrigen Anstieg ist laut einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit vor allem die Coronakrise verantwortlich.

Zahlreiche Beschäftigte hätten statt ihres normalen Gehalts Kurzarbeitergeld bezogen und dadurch im Laufe des Jahres Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Die Krise habe sich allerdings in finanzieller Hinsicht nicht auf alle Beschäftigten negativ ausgewirkt. So hätten Arbeitnehmer in einigen Branchen als Ausgleich für Pandemiebelastungen und Mehrarbeit Sonderzahlungen erhalten und so am Ende des Jahres ein höheres Entgelt erzielt. Das gehe aus der neuesten Entgeltstatistik hervor.

Bei der Betrachtung der Arbeitnehmer nach verschiedenen Merkmalen, würden deutliche Einkommensunterschiede auffallen: Deutsche Staatsangehörige erwirtschafteten 3411 Euro pro Monat und damit vier Euro mehr als im Vorjahr. Ausländische Beschäftigte kamen hingegen nur auf ein Entgelt von 2653 Euro und erzielten damit fünf Euro mehr als im Vorjahr. Eine Rolle beim Einkommen spielte zudem das Geschlecht. Frauen erzielten im Mittel 2941 Euro und somit 47 Euro mehr als 2019. Männliche Beschäftigte verdienten 3465 Euro und somit 22 Euro weniger als im Vorjahr.

Wie viel Beschäftigte verdienten, hing der Presseinfo zufolge zudem stark von der jeweiligen Qualifikation ab. Während Menschen ohne Berufsabschluss 2843 Euro und damit 33 Euro weniger als 2019 erzielten, lag der Verdienst bei Arbeitnehmern mit anerkanntem Berufsabschluss mit 3328 Euro insgesamt neun Euro über dem Vorjahresniveau. Akademiker erzielten im Median 5355 Euro und damit 81 Euro mehr als 2019.

„Die Entgeltanalyse bestätigt auch im Coronajahr 2020, dass sich der Erwerb einer höheren Qualifikation auszahlt. Die krisenbedingten finanziellen Belastungen trafen Fachkräfte angesichts des höheren Einkommensniveaus weniger stark als Beschäftigte mit geringem Einkommen“, sagt Silke Grimm, Vorsitzende der Agentur für Arbeit Schwandorf. Sie empfiehlt daher Beschäftigten vor allem auch im Helferbereich, sich weiterzubilden. „Das zahlt sich im wahrsten Sinne des Wortes aus. Die Arbeitsagentur kann die Weiterbildung von Beschäftigten in ihrem Betrieb mithilfe des Qualifizierungschancengesetzes fördern. Das ist auch ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung“, sagt die Agenturleiterin.

Mit zunehmendem Lebensalter steige bei den Beschäftigten das Entgelt. Arbeitnehmer unter 25 Jahren erzielten 2717 Euro und somit 19 Euro mehr als im Vorjahr, 25- bis 55-Jährige mit 3387 Euro insgesamt fünf Euro weniger als 2019. Die Arbeitnehmer 55-Jahre-plus erwirtschafteten 3458 Euro und somit 16 Euro weniger als im Vorjahr. Das mittlere Einkommen in Deutschland betrug 3427 Euro, in Bayern lag es bei 3572 Euro.

 

 

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