09.06.2021 - 10:48 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Nasskalter Mai dämpft Hoffnungen auf gute Honigernte in Sulzbach-Rosenberg

Die Honigschleudern kommen heuer in Sulzbach-Rosenberg nur sehr langsam in Schwung.

Der Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg erwartet 2021 keine üppige Honigernte.
von Externer BeitragProfil

Bei den Imkern beginnt die Honigernte in diesem Jahr mit einer großen Verspätung, berichtet der Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg in einer Pressemitteilung. Mit guten Zahlen rechnet er 2021 deshalb nicht.

Angesichts der kühlen und verregneten Witterung im Mai schaute es bei vielen Imkern nicht danach aus, als ob es dieses Jahr überhaupt Honig geben würde. Die Bienen brauchten anfangs den eingetragenen Nektar für ihre eigene Brut. Und Nahrung war rar gesät: Der Löwenzahn schließt bei nasskaltem Wetter seine Blüten; der optimale Honigertrag beginnt bei 20 Grad. Es blüht derzeit überall der Raps, aber auch er gibt Nektar erst ab einer Temperatur von 20 Grad ab. Apfel- oder Kirschblüten liefern ab 15 Grad. "Somit haben es die Bienen in dieser Zeit nicht einfach gehabt, Nektar zu sammeln", fasst der Bienenzuchtverein zusammen.

Die Bedingungen für die Bienenhaltung hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten verschlechtert. Nach einem reichlich gedeckten Tisch im Frühjahr, zum Beispiel durch Obstblüten und Rapsanbau, finden Bienen im Sommer nur wenig Nahrung. Auf Äckern, öffentlichen Flächen und in Gärten blüht es immer weniger, Diese Zeit entscheide jedoch maßgeblich darüber, wie widerstandfähig das Bienenvolk gegen Parasiten und Krankheiten in den Wintermonaten sein wird. Noch härter treffe diese Entwicklung Wildbienen, die - im Gegensatz zur Honigbiene - einen Lebensbereich von wenigen hundert Metern. Finden sie dort keine passende Nahrung und Nistmöglichkeiten, sterben sie.

Die Pressemitteilung der Imker weiter: "Mit einer bienenfreundlichen Gestaltung unserer Balkone, Terrassen und Gärten können wir alle helfen, das zu ändern. Dazu gehören: Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeitpunkten, eine artenreiche Wiese statt kurz geschnittenen Rasen, der Verzicht auf bienengefährlichen Pflanzenschutz und das Aufstellen von Nisthilfen."

Für die Arbeitsleistung der Bienen nennt der Verein astronomisch anmutende Zahlen. Ein einziges Gramm Honig erfordert 8 000 bis 10 000 Blütenbesuche. Für ein Kilogramm legen die Sammlerinnen eine ungefähre Wegstrecke des dreifachen Erdumfangs zurück. Durch die Bestäubung garantieren sie Samen und Früchte, deren Wert in die Milliarden geht.

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