10.05.2020 - 18:31 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Neuer Stadtrat Wolfgang Berndt: Mehr Aufmerksamkeit für Soziales

Der Stadtrat schrumpft von 30 auf 24 Sitze. Auch die vertretenen acht Parteien und Gruppierungen bedeuten für die Herzogstadt ein Novum. Dazu gehört neu die Partei „Die Linke“. Für sie zieht Wolfgang Berndt ins Ratsgremium ein.

Wolfgang Berndt (Die Linke) will sich für Seniorenrechte einsetzen.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Mit seinen 70 Jahren zählt Wolfgang Berndt neben Gerd Geismann (75) quasi zum „Ältestenrat“ im Kommunalparlament. Deshalb will er sich auch schwerpunktmäßig für Seniorenrechte einsetzen. Aber auch soziale Themen sind dem DGB-Kreisvorsitzenden ein Herzensanliegen. Im Gespräch mit der SRZ nennt er Details.

ONETZ: Gab es schon Gelegenheit zu feiern?

Wolfgang Berndt : Auf Grund der Einschränkungen im Zeichen der Coronakrise war es bisher leider nicht möglich eine gemeinsame Feier durchzuführen. Sobald sich die Möglichkeit aber ergibt, wird dies nachgeholt. Mit dem Einzug in die Kommunalparlamente bin ich mehr als zufrieden. Umso mehr, da dieser Erfolg bereits bei der ersten Kandidatur bei den Kommunalwahlen in Sulzbach-Rosenberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach erreicht wurde. Selbstverständlich war es auch nicht, dass neben Mitgliedern der Partei der Linken, Mitglieder der Partei und parteilose Menschen gemeinsam auf einer Liste kandidierten.

ONETZ: Was können die Bürger erwarten?

Wolfgang Berndt: Den sozialen Problemen mehr Aufmerksam schenken und Sprachrohr für die Menschen sein, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. So oder ähnlich kann man die Ziele, die ich mir gesteckt habe, überschreiben. Durch verschiedene gewerkschaftliche Tätigkeiten, wie als ehrenamtlicher DGB-Kreisvorsitzender, als Versichertenberater der deutschen Rentenversicherung Bayern Süd und als Hartz IV-Berater weiß ich, wo vielen Menschen der Schuh drückt. Als Stadtrat werde ich diese Probleme ansprechen und Lösungen anregen, soweit diese auf kommunaler Ebene möglich sind. Vorschläge und Anregungen nehme ich gerne entgegen. Ebenfalls werde ich mich für Transparenz der Entscheidungen im Sinne eines gläsernes Rathaus einsetzen.

ONETZ: Mit welchen Fraktionen können sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen?

Wolfgang Berndt: Generell bin ich bereit mit allen Parteien oder Gruppen des Stadtrates zusammen zu arbeiten. Wie intensiv dies bei einzelnen Fragen sein wird, hängt aber nicht nur vor mir, sondern auch von den anderen Stadträten/innen ab. Unabhängig von unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Vorstellungen sollte es möglich sein, in Sachfragen zusammen zu arbeiten.

ONETZ: Welche Themen sind wichtig?

Wolfgang Berndt: Alle Politikfelder, die dazu dienen, eine Kommune lebenswert zu schaffen beziehungsweise zu erhalten, sind wichtig. Dazu gehören die Bereiche Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen, medizinische Versorgung, die Interessen älterer und behinderter Menschen, aber auch der kulturelle Bereich. Damit dies auch finanziert werden kann, spielt die Wirtschaftspolitik mit der der Erhalt und die Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen unterstützt wird, eine große Rolle. Dies alleine reicht aber nicht aus, um die Stadt in die Lage zu versetzen, nötige Maßnahmen zu finanzieren. Nötig ist vielmehr, dass die bisherige Verteilung der Steuern zu Gunsten der Kommunen geändert wird. Zusammen mit anderen Städten und Gemeinden sollte sich deshalb die Stadt Sulzbach-Rosenberg in diesem Sinne einsetzen.

ONETZ: Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze: Der Wahlkampf war für mich …

Wolfgang Berndt: ... insofern lehrreich, da ich mit Menschen ins Gespräch kam, mit denn ich vorher keinen oder kaum Kontakt hatte
und diese über die Politik der Linken informieren konnte.

ONETZ: Der Stadtrat ist für mich ...

Wolfgang Berndt: ... eine Möglichkeit, mir vorgetragene Anregungen aus der Bevölkerung direkt in das Gremium einzubringen
und gegebenenfalls einen entsprechenden Antrag stellen zu können.

ONETZ: "Die Linke" ist für mich ...

Wolfgang Berndt: ... eine Partei, in der man sich trotz unterschiedlicher Meinung in manchen Fragen einig darüber ist, dass die
derzeitige Wirtschafts- und Sozialordnung nicht das Ende der Geschichte bedeutet.

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