03.06.2019 - 16:03 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Neuer Weg zum Spielvergnügen

Sandkasten und Schaukel - damit lockt man heute kein Kind mehr vom Bildschirm weg. Die Stadt lässt sich allerhand einfallen. Es fließen viele hunderttausend Euro in 17 Spielplätze im Stadtgebiet. Die können sich nun alle sehen lassen.

Die Planungs- und Ausführungsmannschaft der Stadt zeigte sich stolz auf den neuen Platz in der August-Bebel-Straße. Er öffnet erst, wenn die Pflanzen angewachsen sind – voraussichtlich bis Ende des Schuljahres.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Klettern, springen, schaukeln und nebenan vielleicht noch Fußballspielen - das muss schon drin sein, wenn sich die Kinder heute auf dem Spielplatz tummeln. In der August-Bebel-Straße verdeutlichten Bürgermeister Michael Göth und die Planerin Christine Schaller-Kokesch vom Stadtbauamt den Aufwand, den Bauhof und Stadtgärtnerei betreiben mussten, um den Platz wieder herzurichten.

Große Erdbewegung

Mit Eltern und Kindern hatte das Stadtbauamt ein gemeinsames Konzept erarbeitet: Kleinkind-Bereich mit Schaukel und Federwipptier, Sandkasten und Mini-Spielanlage, aber auch ein großes Multifunktionsgerät mit Brücken, Rutschen, Türmen und Aufstiegen für die Fraktion "4 bis 10". Fallschutzmatten, Sitzgelegenheiten, Karussell und Tischtennisplatte komplettieren diesen Bereich, der Bolzplatz wurde gefräst und neu eingesät sowie mit einem Fangzaun ausgestattet.

Einfach war das alles nicht, resümierte Bauhof-Leiter Erwin Thurner: 250 Tonnen Erde mussten weggefahren werden, 60 Tonnen Fallschutz-Granulat kamen hinein. Klaus Herbst von der Gärtnerei bilanzierte Spitz- und Feuerahorn, Hainbuche und Eiche als "Hauptbaumarten" und stellte die Eröffnung des Geländes noch vor den Sommerferien in Aussicht - "das muss erst alles noch richtig anwachsen."

Bürger eingebunden

Peter Pfortner vom Bauhof wird die Spielplätze vierteljährlich kontrollieren, einmal jährlich ist große Bestandsaufnahme über eventuellen Ausbesserungsbedarf. Michael Göth wies darauf hin, dass immer mit den Bürgern in der Umgebung Kontakt aufgenommen werde, falls sich Veränderungen am jeweiligen Spielplatz ergeben.

Wie sieht es denn generell mit den Spielplätzen aus, wollten unsere Zeitung von Planerin Christine Schaller-Kokesch vom Stadtbauamt wissen. "Zwei sind komplett neu angelegt worden, die anderen saniert oder teils von Grund auf neu konzipiert, beschreibt sie die 17 stadteigenen Anlagen, zu denen noch elf Bolzplätze und der Skater-Park am Dultplatz zählen.

Die Kinder nähmen die Angebote durchweg "gut bis sehr gut" an, je nach Stadtteil, und auch die Rückmeldungen seien positiv. Bei Neuanlagen wie demnächst in Kropfersricht achte die Stadt darauf, dass es zwei räumlich etwas getrennte Bereich gebe: für Kleinkinder und den Rest bis etwa zehn Jahre. Während sich die Jüngsten mit kleiner Schaukel, Wippe und Sandkasten wohl fühlten, hätten die Größeren schon andere Ansprüche. Es müsse zwar nicht immer eine so große Burg wie im Stadtpark sein, aber ein Multifunktionsgerät bilde schon den Standard inzwischen. Der Klassiker Sandkasten stoße inzwischen nicht mehr überall auf Zustimmung, weil er eben oft als Tier-Klo missbraucht werde.

Immer modern

Aber man bemühe sich, stets neue Wege zu gehen bei der Ausstattung. So erhalte der komplett neu angelegte Spielplatz Kropfersricht die geplanten Spielgeräte komplett aus recyceltem Kunststoff, umwelt- und ressourcenschonend und einzigartig in der Stadt. In der Oberen Wagensaß soll bei der Sanierung des Platzes ein Niederseilgarten entstehen, den es bisher auch noch nicht gibt im Stadtgebiet. Die Stadt gibt sich also alle Mühe, die Spielangebote attraktiv zu gestalten - man denke nur an den Park im Waldbad mit all seinen Möglichkeiten und der Wasserpumpe.

Der Bauhof stellt die Geräte auf und wartet sie, die Gärtnerei pflanzt Schattenspender und sorgt für den Rasen, der Stadtrat segnet die Mittel für den Haushalt ab - und schon kann es losgehen. Da möchte man fast noch einmal Kind sein.

Info:

Zum Thema

In diese Plätze hat die Stadt seit 2014 am meisten Geld investiert:

Wichernstraße: Bolzplatz, Sanierung, Erweiterung 130 000 Euro

Neubaugebiet Kropfersricht (Neubau 2019) 80 000 Euro

Blumenau (Sanierung) 80 000 Euro

August-Bebel-Straße (Sanierung) 70 000 Euro

Waldbad (Sanierung, fast komplette Neuanlage 60 000 Euro

Lerchenfeld (Sanierung, Baum und Hecke) 30 000 Euro

Bebel-Straße Bolzplatz (Sanierung, Erweiterung) 25 000 Euro

Spielplatz hinter Stadtgärtnerei (Neubau) 25 000 Euro

Obere Wagensaß (Sanierung, Niederseilgarten) 25 000 Euro

Annabergweg (Sanierung und Erweiterung) 16 000 Euro

Oskar-Maria-Graf-Straße (Sanierung ) 7000 Euro

Ein Klassiker ist der Wasser-Spielplatz im Waldbad mit seinen vielen Möglichkeiten und Geräten.
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