20.01.2020 - 16:06 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Neutrale Mitstreiter für Folgenutzung gesucht: Politik außen vor beim Schlackenberg

Die Idee, den Schlackenberg weiter zu nutzen, gibt es spätestens seit Beginn der ehemals größten Altlasten-Sanierung des Freistaats. Allein die örtlichen Voraussetzungen beschränken die Möglichkeiten. Jetzt wird das Thema erneut aufgerollt.

Verschiedene Akteure wünschen sich in der Zukunft eine stärkere öffentliche Nutzung des Schlackenberg-Geländes.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Nach dem Aus der Maxhütte übernahm der Freistaat aus der historischen Rolle der Firmenbeteiligung heraus den Besitz und damit auch die rechtliche Verantwortung für den Schlackenberg. Von 2005 bis 2013 führte die Regierung der Oberpfalz die dringend notwendige Sanierung durch. Gefahren bestanden für das Grundwasser, durch das Verwehen von giftigen Stäuben sowie durch instabile ölhaltige Schlammteiche.

Die Sanierung durch die "Baudienststelle Schlackenberg" bezeichnete Umweltminister Marcel Huber am 29. April 2013 als ein "Meisterstück der Deponietechnik". Nach Angaben der Regierung laden nun dort unter dem Schlagwort "sanfte touristische Nutzung" mehr als 32 Hektar Grünfläche und etwa vier Kilometer geschotterte Unterhaltswege Besucher zu Spaziergängen oder zum Joggen ein. Es gibt dort in zwei Gebäuden auch viele Informationen zur bewegten Geschichte des Schlackenberges, der sich jetzt in der Stilllegungsphase befinde.

Grenzen gesetzt

Fast begleitend zur fortschreitenden Sanierung tauchten immer wieder Vorschläge zur Folgenutzung auf. Die vorgegebene Tektonik sowie die Abdeckung des Berges mit Folie und die andauernde Entölung setzen dort aber bestimmte Grenzen.

Abgesehen von den Führungen, die Besucher nicht nur mit der Geschichte des Schlackenberges, sondern mit der Montan-Historie Sulzbach-Rosenbergs vertraut machen sollen, standen schon bald Forderungen nach einer größeren Photovoltaikanlage durch die örtliche CSU, Wintersport oder einem natürlichen Freilufttheater im Raum. Umgesetzt konnte davon aber bis dato, unter anderem aufgrund von Auflagen, noch nichts werden.

Bewachsen und zerklüftet zeigte sich der Schlackenberg vor Jahren.

Bis auf regelmäßige Führungen kehrte in Sachen "Nutzung der riesigen Montan-Deponie" dann relative Ruhe ein. Ein Novum war schließlich eine Gipfel-Messe der Pfarrei Herz Jesu Rosenberg im September 2017, bei der auch Dr. Rudolf Gerber von der Regierung der Oberpfalz anwesend war. Er berichtete von veranschlagten 100 Millionen Euro Sanierungskosten, einem eingerichteten Naturlehrpfad und die Möglichkeiten in den beiden Info-Zentren am Eingang und im Gipfelbereich. Mitte letzten Jahres nahm dann das neu eingerichtete Stadtmarketing die Thematik auf. Nina Mutzbauer macht sich hier verantwortlich für ein Open-Air-Kino auf einem Teil-Areal, einem Flohmarkt und sportliche Nutzung, wie etwa einem "Lauf der Industriekultur" stark. "Wir sind hier in sehr guten Gesprächen mit der Regierung der Oberpfalz", war von ihr aus dem Rathaus zu hören. Mit einer Umsetzung rechnet die Verwaltung bis Sommer 2020.

Wir sind hier in sehr guten Gesprächen mit der Regierung der Oberpfalz.

Nina Mutzbauer, Leitung Stadtmarketing

Nina Mutzbauer, Leitung Stadtmarketing

Ganz aktuell machen sich nun auch die Freien Wähler Umland Gedanken über den Schlackenberg. Auch sie sehen ihn als geeigneten Ort für Veranstaltungen, Tourismus und Kultur. Wie Vertreter der Gruppierung mitteilten, hätten sie auch Kontakt mit der Regierung der Oberpfalz aufgenommen, die alle Bemühungen zur Nutzung des Schlackenberges sehr gerne unterstützen wolle. Was die Regierung in Regensburg aber nicht will, dass daraus ein politisches Thema gemacht werde.

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"Neutrale" gesucht

Wie FWU-Pressesprecher Stefan Thar angibt, brauche es jetzt unpolitische Vereine und Personen, um den Schlackenberg zu nutzen. "Wir finden den Vorschlag der Regierung gut, die Planung und Durchführung von Veranstaltungen in neutrale Hände zu legen. Da wir als politischer Verein nicht tätig werden dürfen, suchen wir jetzt Vereine und interessierte Personen, die Lust haben, diese Sache in die Hand zu nehmen", so der Pressesprecher.

Somit gibt es verschiedene Vorschläge zum Schlackenberg - schon vor Jahren aus der Kommunalpolitik und von Privatpersonen, aktuell von der Stadtverwaltung und wieder aus der lokalen Politik. Eine Abstimmung aller Mitstreiter würde demnach durchaus Sinn machen. Dafür gibt es ein erstes Treffen am Donnerstag, 6. Februar, um 19 Uhr im Sportpark.

Vorschläge:

Folgenutzung des Schlackenberges

Neutrale Vereine oder Personen könnten sich nach Ansicht der FWU bei der Folgenutzung des Schlackenbergs einbringen. Der Verein schlägt dazu im Jahr eine oder zwei Eventveranstaltungen am und um den Berg vor. Ideen für mögliche Veranstaltungen wären auch Osterfeuer, Mittelaltermarkt und -lager, Pfadfinderlager, Klassische Konzerte, Lesungen, Hindernisläufe, Nachtläufe, Weihnachtsmarkt oder ein Familien-Silvester ohne Böller.

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